Zum Inhalt

Archäologie und lokale Kultur

Frienstedt setzt einen klaren kulturhistorischen Schwerpunkt: Archäologische Funde verweisen auf eine Handwerkersiedlung und einen Runenfund von besonderer Bedeutung. Das Frienstedter Kreuz eröffnet einen anderen Zugang zur örtlichen Kultur. Im übergeordneten Reiseziel Erfurt kommen weitere Themen hinzu, besonders jüdisch-mittelalterliches Erbe und Sakralarchitektur. Für die Wahl eines kulturellen Schwerpunkts lohnt es sich, Frienstedts lokale Geschichte und Erfurts eigenständige Themen getrennt zu betrachten.

Der jüngerkaiserzeitliche Fundplatz Frienstedt umfasst eine Handwerkersiedlung mit nachgewiesener Bunt- und Edelmetallverarbeitung. Etwa die Hälfte des Fundplatzes wurde 2001–2003 ausgegraben.

Bei der Auswertung der Ausgrabung einer germanischen Siedlung bei Frienstedt, einem Ortsteil der Stadt Erfurt, wurde auf einem Kamm aus der Zeit um 300 n. Chr. eine Runeninschrift entdeckt. Sie gilt als älteste bekannte germanische Schrift in Mitteldeutschland. Der Kammfund setzt neben dem Siedlungsbefund einen eigenen Akzent: Er verbindet ein konkretes Fundstück mit der Geschichte früher Schrift in der Region.

Am Frienstedter Kreuz stehen dagegen Form und Bildgestaltung im Vordergrund. Es zeichnet sich durch harmonische Proportionen und eine selten aufwendige ikonografische Ausstattung aus. Für Interessierte an visueller Gestaltung bietet dieses Thema einen anderen Zugang als die Fundgeschichte der Siedlung und des Kamms.

Erfurt: Kultur im übergeordneten Reiseziel

Das UNESCO-Welterbe Jüdisch-Mittelalterliches Erbe in Erfurt liegt im Herzen der Erfurter Altstadt und umfasst die Alte Synagoge, die Mikwe und das Steinerne Haus – seltene und außergewöhnlich gut erhaltene Beispiele jüdischer Bauwerke in Mitteleuropa. In der Alten Synagoge werden Zeugnisse der mittelalterlichen jüdischen Kultur Erfurts präsentiert. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Zugangsbedingungen.

Auch Erfurts Sakralbauten setzen unterschiedliche architektonische Akzente. Der Dom St. Marien besitzt einen hochgotischen Chor, einen romanischen Turmbereich und eine spätgotische Westhalle. Im mittleren Turm befindet sich die Gloriosa, die weltweit größte mittelalterliche freischwingende Glocke. Die St. Severikirche ist eine fünfschiffige gotische Hallenkirche und war ab dem 12. Jahrhundert Stiftskirche einer Chorherren-Gemeinde. In ihr befinden sich der Severisarkophag von 1365, dessen Seitenwände den Lebensweg des Heiligen zeigen, eine Steinmadonna von 1345 und ein 15 m hoher Taufstein von 1467 sowie weitere Kunstwerke.

Erfurts Stadtkultur zeigt sich auch an der Krämerbrücke: Sie ist eines der Wahrzeichen der Stadt und die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Direkt auf der Brücke wird bei Goldhelm eine Verkostung angeboten; prüfen Sie vorab die aktuellen Details des Angebots. Eine andere Perspektive auf die Stadt bietet die Zitadelle Petersberg: Sie ist eine der größten und die einzige weitgehend erhaltene barocke Stadtfestung Mitteleuropas. Ihre erhöhte Lage bietet mehrere Aussichtspunkte mit weiten Blicken über die Stadt; von der Bastion Michael im Westen sind Sonnenuntergänge zu sehen.

Weitere Reiseziele entdecken: Kerspleben, Niedernissa, Molsdorf, Tiefthal, Erfurt, Kühnhausen.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Erfurt.