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Neudietendorf verbindet eine markante Lage im Tal der Apfelstädt mit klaren Natur- und Kulturthemen. Am Kirchberg liegt eine seit 1724 bewirtschaftete Streuobstwiese; die Geschichte der Böhmischen Brüder reicht zu einer Ansiedlung am Ufer der Apfelstädt zurück. Hinzu kommen der Kirchsaal, der Gottesacker und der Blick auf die Drei Gleichen. Für die Wahl des Reiseziels ergibt sich damit ein klarer Schwerpunkt: Landschaft und historische Entwicklung stehen nebeneinander, ohne dass eines der Themen das andere ersetzt.

Lage zwischen Apfelstädt und Drei Gleichen

Neudietendorf liegt im Tal der Apfelstädt am Südrand des Thüringer Beckens. Im Ort mündet der aus Sülzenbrücken kommende Weidbach in die Apfelstädt; seine Quelle liegt in Mühlberg. Apfelstädt und Weidbach geben damit eine konkrete Orientierung innerhalb der Flusslandschaft. Neudietendorf ist zugleich der kulturelle und geografische Mittelpunkt der Gemeinde Nesse-Apfelstädt. Von hier aus blickt man in südwestlicher Richtung auf die Drei Gleichen, eine Burgengruppe, die dem Gebiet seinen Namen gibt. So lassen sich zwei unterschiedliche Orientierungspunkte auseinanderhalten: der Zusammenfluss im Ort und die südwestliche Blickrichtung auf die Burgengruppe.

Die Streuobstwiese am Kirchberg

Die Streuobstwiese „Kirchberg“ wurde 1724 angelegt und wird seither bewirtschaftet. Sie ist Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, darunter teilweise stark bedrohte Arten. Ihre lange Bewirtschaftung und ihre Bedeutung als Lebensraum verbinden Landschaftsgeschichte mit Natur. Damit ist die Wiese ein konkreter Bezugspunkt für alle, die sich bei der Wahl eines Reiseziels auch für Artenvielfalt und Kulturlandschaft interessieren.

Auf der Streuobstwiese am Kirchberg werden beispielsweise Führungen für Familien und Kinder angeboten. Wenn Sie eine Führung in Ihre Planung aufnehmen möchten, erfragen Sie aktuelle Termine bei der örtlichen Naturschutzgruppe. So können Sie die Termine mit Ihren übrigen Reiseplänen abstimmen, statt für das Angebot eine bestimmte Verfügbarkeit vorauszusetzen.

Geschichte der Böhmischen Brüder und des Kirchsaals

1742 erwarben Mitglieder der „Böhmischen Brüder“ von Graf Gotter ein altes Rittergut mit einer dazugehörigen Siedlung am Ufer der Apfelstädt. Zehn Familien ließen sich dort nieder und wollten nach dem Herrnhuter Vorbild leben. Wegen Unstimmigkeiten mit den lutherischen Landesherren wurde die frühe Gemeinschaft mehrfach aufgegeben. Die Ansiedlungsgeschichte war also von Brüchen geprägt.

In Neudietendorf wurden zunächst Chorhäuser für die ledigen Brüder und Schwestern gebaut, später folgten der Kirchsaal und weitere Gebäude. Der Kirchsaal wurde am 6. April 1779 grundgelegt und am 2. Dezember 1780 eingeweiht. Die beiden Daten bezeichnen unterschiedliche Stationen seiner Entstehung: die Grundlegung und die spätere Einweihung. Zusammen mit der Abfolge der Gebäude geben sie einen zeitlichen Rahmen für die Geschichte der Gemeinschaft im Ort.

Gottesacker: Grabsteine und Osterliturgie

Der Friedhof, auch Gottesacker genannt, ist schlicht gestaltet. Die gleichförmigen liegenden Grabsteine tragen nur den Namen der verstorbenen Person, ihr Geburts- und Sterbedatum sowie einen Vers. Das älteste Grab stammt aus dem Jahr 1743. Die knappen Inschriften und die einheitliche Gestaltung setzen einen eigenen Akzent neben den Gebäuden der früheren Gemeinschaft: Im Vordergrund stehen hier einzelne Lebensdaten und Verse.

Am Ostersonntag wird bei Sonnenaufgang auf dem Gottesacker die Osterliturgie gefeiert. Die Grabgestaltung und dieser religiöse Bezug sind zwei unterschiedliche Aspekte des Ortes: einerseits die schlichten Grabsteine, andererseits die Liturgie am Ostersonntag.

Weitere Reiseziele entdecken: Schwabhausen, Tonna, Tabarz, Aspach, Günthersleben-Wechmar, Mühlberg, Gräfenhain, Apfelstädt.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Gotha.

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