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Schleusingen zeigt seine Geschichte besonders eindrucksvoll an der Schloss Bertholdsburg: Der Renaissancebau wird von vier Türmen flankiert und besitzt prächtige Portale. Bis 1583 war das Schloss Sitz der Grafen von Henneberg; heute beherbergt es das Naturhistorische Museum. So treffen an einem Ort Baugeschichte und naturkundliche Ausstellungen aufeinander.

Schloss Bertholdsburg und Naturhistorisches Museum

Das Museum erschließt mit drei großen Ausstellungen knapp 2.000 Quadratmeter in den Ost-, Nord- und Westflügeln des Schlosses. Die Ausstellung verbindet ihre naturkundlichen Themen mit der historischen Architektur des Hauses. Zu den Höhepunkten gehören Skelette südthüringischer Dinosaurier, die fünf bis sechs Meter lang sind. Wer sich für Naturkunde interessiert, findet hier also ein anderes Thema als in der Baugeschichte des Renaissancebaus; beides ist im Schloss Bertholdsburg verortet.

Für die Planung lohnt es sich, vor einem Besuch die aktuellen Besucherinformationen zu prüfen. Die Ausstellungsfläche beschreibt den Umfang des Museums, während sich einzelne Präsentationen verändern können. Das ist besonders bei einem Besuch interessant, der gezielt auf ein bestimmtes Ausstellungsthema ausgerichtet ist.

Marktplatz, Brunnen und Stadtfest

Im Zentrum von Schleusingen liegt der von Linden gesäumte Marktplatz. Sein Marktbrunnen aus dem Jahr 1710 ist mit dem Standbild der Gräfin Elisabeth von Henneberg geschmückt. Damit bietet der Platz einen weiteren Zugang zur Geschichte der Stadt, diesmal mitten im Ortszentrum und mit einem markanten Denkmal als Blickfang.

Zum Stadtfest gehört die jährlich stattfindende Abitaufe, ein Höhepunkt des Festes. Sie ist für das vorletzte Wochenende vor den Sommerferien beschrieben: Die Abiturienten des Hennebergischen Gymnasiums „Georg Ernst“ werden in bunt geschmückten Bollerwagen durch die Stadt gezogen und anschließend feierlich getauft. Voraus geht, dass Gräfin Elisabeth auf dem Marktbrunnen ihr Antlitz verhüllt. Wenn Sie die Tradition erleben möchten, prüfen Sie den konkreten Veranstaltungstermin vor Ihrer Reise; er orientiert sich an den Sommerferien.

Für die Reiseplanung ergeben sich damit unterschiedliche Schwerpunkte: Schloss und Museum stehen für Architektur, Geschichte und Naturkunde; Marktplatz und Stadtfest setzen einen städtischen und festlichen Akzent. Das Museum beschreibt ein dauerhaftes Ausstellungshaus, während die Abitaufe an einen jährlich wiederkehrenden Termin gebunden ist. Diese Unterscheidung hilft, den Besuch an den eigenen Interessen und Reisedaten auszurichten, ohne beide Erlebnisse als gleichartige Angebote zu behandeln.

Weitere Themen im Landkreis Hildburghausen

Auch der Landkreis Hildburghausen bietet unterschiedliche kulturhistorische Perspektiven. Das Hennebergische Museum Kloster Veßra ist ein sechs Hektar großes Freilichtmuseum. Seine vier Themenbereiche umfassen Klostergeschichte, Fachwerkarchitektur und Alltagsgeschichte des Henneberger Landes sowie Landwirtschaftstechnik und Nachhaltigkeit. Die Themen reichen damit von der Geschichte eines Klosters bis zu ländlichem Alltag und technischen Entwicklungen.

Das Deutsche Burgenmuseum auf der Veste Heldburg widmet sich der Geschichte und Kultur der Burgen in Europa vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Seine Dauerausstellung ist als Rundgang durch die gesamte Veste angelegt. Dabei erfahren Besucher, wie sich der Burgenbau von Epoche zu Epoche verändert hat, und lernen die Veste Heldburg kennen. Im Vergleich dazu lenkt das Naturhistorische Museum in Schloss Bertholdsburg den Blick auf naturkundliche Ausstellungen und Dinosaurierskelette.

Zur Landschaft des Landkreises Hildburghausen gehören ein geschlossenes Waldgebiet im Naturpark Thüringer Wald und das Biosphärenreservat Vessertal, das den Landkreis mitprägt. Einen anderen Landschaftseindruck bietet die Hutelandschaft Rodachaue: Vom Dach des Beobachtungsstandes eröffnet sich ein Panoramablick über ihre Wiesen. Konikpferde und Heckrinder tragen dort zu einer naturnahen Landschaftsentwicklung bei.

Auch die Aktivitäten im Landkreis unterscheiden sich nach Landschaft und Fortbewegungsart. Der Werratal-Radweg führt durch die Werraauen und wird besonders für Radtouren flussabwärts genutzt. Das Werratal eignet sich außerdem zum Wandern und Radwandern; flussabwärts ab Themar ist auch Wasserwandern möglich. Diese Angebote sind Themen des Landkreises Hildburghausen und ergänzen die auf Schleusingen selbst bezogenen Kultur- und Stadtfesteindrücke um weitere regionale Schwerpunkte.

Weitere Reiseziele entdecken: Heckengereuth, Masserberg, Gießübel, Bischofrod, Römhild, Eisfeld, Biberschlag, Henfstädt.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Hildburghausen-Suhl.

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