Ein unterirdisches Labyrinth, eine Kaiserlegende und ein Rundweg mit Start und Ziel in Bad Frankenhausen geben dem Kyffhäuserkreis einen ungewöhnlichen Entdeckungsbogen. Die Erlebnisse reichen von Geologie und Bergbaugeschichte bis zu archäologischen Rekonstruktionen; zwei Wege mit sehr unterschiedlichen Längen bieten außerdem konkrete Orientierung fürs Wandern. So können Sie Ihren Aufenthalt nach den eigenen Interessen zwischen Führungen unter Tage, Ausstellungen und Bewegung im Freien gestalten.
Barbarossahöhle: Geologie und Sage
Die Barbarossahöhle ist eine Anhydrithöhle zwischen den Ortsteilen Rottleben und Steinthaleben der Gemeinde Kyffhäuserland. Ihre Entdeckung verbindet Naturgeschichte mit der Bergbaugeschichte der Gegend: 1865 stießen fünf Bergleute im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme des Kupferschieferbergbaus auf die Höhle. Ihren Namen erhielt sie nach der Sage vom wiederkehrenden Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Entdeckungsgeschichte und Legende gehören damit auf unterschiedliche Weise zum Besuch: Die eine verweist auf den Bergbau des 19. Jahrhunderts, die andere auf eine überlieferte Erzählung um den Kaiser.
Unter Tage und im Schlossmuseum
Auch das Erlebnisbergwerk Sondershausen führt weit unter die Oberfläche: Es bietet ganzjährig Führungen in 670 Metern Tiefe an. Dazu zählt eine etwa zweistündige Lkw-Tour durch das unterirdische Labyrinth. Im selben Bergwerk befindet sich der tiefste Konzertsaal der Welt; dort finden regelmäßig Konzerte und Kabarettveranstaltungen statt. Die beiden Angebote setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Auf der Tour steht die Erkundung des Bergwerks im Mittelpunkt, im Konzertsaal das Veranstaltungsprogramm.
Ein anderer Blick auf Geschichte erwartet Sie im Schlossmuseum Sondershausen. Es ist seit 1923 im ehemaligen Residenzschloss der Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen untergebracht und zeigt auf drei Etagen eine facettenreiche Ausstellung. Damit reicht die Auswahl von einer Führung tief unter Tage bis zu Museumsräumen im früheren Residenzschloss, ohne dass beide Besuche dieselbe Art von Entdeckung bieten.
Ausstellungen und Archäologie
In Wiehe widmet sich eine ganzjährig geöffnete Modellbahnausstellung ihrem Thema auf 12.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Die Größe gibt dem Besuch einen anderen Maßstab als ein einzelnes Museumsgebäude. Wer sich für rekonstruierte Siedlungsgeschichte interessiert, findet im Archäologischen Freilichtmuseum Funkenburg in Westgreußen eine deutschlandweit einmalige Rekonstruktion einer germanischen Siedlung. Sie liegt auf einem markanten Bergsporn über dem Helbetal.
Zum museumspädagogischen Angebot der Funkenburg gehören Töpfern, Backen, Wollbearbeitung, das Knüpfen von Fischernetzen und Bogenschießen. Die Tätigkeiten geben dem archäologischen Thema einen praktischen Zugang: Neben der rekonstruierten Siedlung stehen konkrete handwerkliche Aktivprogramme. Damit unterscheidet sich die Funkenburg sowohl von der Modellbahnausstellung in Wiehe als auch von den kulturhistorischen Sammlungen in Sondershausen.
Wandern: Rundweg oder Erlebnisweg
Der Kyffhäuserweg ist ein 37 Kilometer langer Rundweg mit Start und Ziel in Bad Frankenhausen. Seine drei Etappen führen von Bad Frankenhausen zur Barbarossahöhle, von dort zum Kyffhäuser-Denkmal und anschließend zurück nach Bad Frankenhausen. Als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland ist er gut ausgeschildert und wird regelmäßig auf Mängel überprüft. Die Etappenfolge nennt markante Ziele und macht den Verlauf des Rundwegs nachvollziehbar; eine zusätzliche Gehzeit lässt sich aus den Etappenangaben nicht ableiten.
Mit vier Kilometern ist der Wald-Erlebnispfad eine deutlich kürzere Streckenoption. Er verläuft zwischen der Rothenburg-Ruine und dem Kyffhäuser-Denkmal und umfasst zehn Erlebnisstationen. Der Vergleich der ausgewiesenen Längen hilft bei der Wahl des Weges, ohne eine Gehzeit oder einen Schwierigkeitsgrad vorwegzunehmen: Der Kyffhäuserweg ist als Rundweg über mehrere Etappen angelegt, der Wald-Erlebnispfad führt über vier Kilometer zwischen zwei benannten Zielen.
Praktische Orientierung am Kyffhäuser-Denkmal
Für mobilitätseingeschränkte Personen steht das Denkmal-Shuttle des Kyffhäuser-Denkmals von April bis Oktober samstags und sonntags zwischen 10:00 und 17:00 Uhr zwischen den Parkplätzen und dem Kassenbereich zur Verfügung. In den Thüringer Ferien fährt es auch unter der Woche. Prüfen Sie vor Ihrem Besuch den aktuellen Fahrplan, damit Sie die genannten Fahrtzeiten in Ihre Planung einbeziehen können.
Für die Kombination von Bus und Fahrrad fährt der Kyffhäuser Rad-Shuttle der Linie 530 zwischen Sondershausen und Artern durch die Region. Fahrräder können auf einem Fahrradträger mitgenommen werden. Zusammen mit dem Rundweg, dem kürzeren Erlebnispfad und den Zielen unter Tage bietet sich so eine Auswahl an unterschiedlichen Themen und Verkehrsmitteln für Ihre Reiseplanung.
Weitere Reiseziele entdecken: Bad Frankenhausen, Ebeleben, Sondershausen, Steinthaleben, Artern/Unstrut, Wiehe, Bendeleben, Kyffhäuserland, Heldrungen, Oldisleben, Gorsleben, Westgreußen, Nausitz, Oberheldrungen, Roßleben, Helbedündorf, Clingen, Greußen.
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