Mehr als 30 Töpfer, Keramiker und Kunsthandwerker fertigen in Saint-Amand-en-Puisaye künstlerische Stücke; die Zahl kann sich mit der Zeit ändern. Das Château, das Musée du Grès und die Maison de la Mémoire Potière geben der Keramik- und Kulturgeschichte konkrete Anknüpfungspunkte. Am Étang de la Forge treten Angeln, Bewegung und Naturbeobachtung hinzu. Für die Reiseplanung stehen damit zwei unterschiedliche Schwerpunkte nebeneinander: das handwerkliche Erbe im Ort und die Freizeit am Wasser.
Keramik und Renaissance im Château
Das Château de Saint-Amand-en-Puisaye wurde während der Renaissance um 1530 von Antoine de Rochechouart vollständig wiederaufgebaut. Im Renaissanceschloss präsentiert das Musée du Grès in mehreren Sälen anhand einer Sammlung von Gebrauchsteinzeug vier Jahrhunderte Geschichte. So stehen Baugeschichte und Töpferhandwerk als unterschiedliche, miteinander verbundene Themen im Mittelpunkt.
Im Park des Château steht eine monumentale Arkatur aus Steinzeug. Sie ist 3 Meter hoch und 4 Meter breit und besteht aus 28 geformten Elementen. Ihre Maße und die Zahl der Teile machen das Werk als eigenständiges Keramikobjekt fassbar. Das Musée du Grès trägt seit dem 17. September 2003 die französische Bezeichnung „Musée de France“ im Sinne des französischen Kulturerbegesetzes.
Einblicke in die Töpfereigeschichte
Die Maison de la Mémoire Potière bewahrt eine nahezu vollständig erhaltene Töpfereianlage des 19. Jahrhunderts. Zu ihr gehört eine nahezu einzigartige, vollständige Gruppe von Gebäuden, die für die Töpfereiproduktion typisch sind. Während das Musée du Grès Gebrauchsteinzeug und Geschichte in mehreren Sälen des Schlosses präsentiert, veranschaulicht die Maison ein Ensemble von Produktionsgebäuden. Führungen vermitteln die Geschichte der Töpferei in der Puisaye; ihre Termine können saisonal sein. Eine Vorführung an der Töpferscheibe kann den Besuch abschließen.
Freizeit am Étang de la Forge
Der Étang de la Forge ist ein künstliches Wasserbecken von etwa 15 Hektar. Seine ursprüngliche Funktion war es, einem nahe dem Hauptdamm errichteten Mühlengebäude hydraulische Energie zu liefern. Sein wildes, für die Teiche der Puisaye typisches Erscheinungsbild wird bewusst bewahrt. Entstehung und heutiger Charakter zeigen zwei Seiten des Beckens: Es diente einem konkreten Zweck und wird zugleich als Landschaftselement erhalten.
Der Étang wird vor allem zum Angeln genutzt, darunter zum Nachtangeln und zum No-kill-Angeln auf Karpfen und Störe; dabei gelten die örtlichen Regeln. Außerdem eignet er sich zum Spazierengehen, Radfahren und Reiten und dient als Beobachtungsort für die örtliche Tier- und Pflanzenwelt. Damit lassen sich am selben Ort unterschiedliche Interessen verfolgen: Angeln, Bewegung im Freien oder die Beobachtung von Flora und Fauna.
Wanderroute und praktische Orientierung
Die Wanderroute Les Méandres de la Vrille beginnt an der Avenue de la Gare in der Nähe des Fremdenverkehrsamts. Unterwegs führt sie an einem alten liegenden Brennofen vorbei, der auf dem Gelände des CNIFOP steht. Der Brennofen setzt einen konkreten Bezug zur Töpfergeschichte; die Route bildet zugleich einen eigenen Wanderschwerpunkt. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die örtlichen Wegbedingungen.
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