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In Gergy treffen sehr unterschiedliche Entdeckungen aufeinander: ein ausgedehnter Tieflandwald, bemerkenswerte Bauwerke und eine Brücke über die Saône. Für Ihre Reiseplanung stellt sich deshalb eher die Frage nach dem Schwerpunkt als nach einer einzigen Sehenswürdigkeit: Möchten Sie Landschaft und Wege erkunden oder sich mit Architektur und Ortsgeschichte beschäftigen?

Wald und Wege

Die Forêt de Gergy ist ein 1.750 Hektar großer Tieflandwald aus Laubbäumen und bereits auf den Cassini-Karten verzeichnet. Größe, Baumart und Landschaftsform zeichnen den Wald als eigenständigen Natur-Schwerpunkt aus. Wer bei der Wahl des Reiseziels auf Landschaft achtet, findet hier einen klaren Unterschied zu den Bauwerken und Ortsgeschichten, die Gergy ebenfalls prägen.

Auch bei den Wegen sind zwei Maßstäbe zu unterscheiden: Die Voie Bleue ist als Gesamtstrecke mehr als 700 Kilometer lang und verbindet Luxemburg mit Lyon. Davon getrennt führen Wanderwege in Gergy durch Wälder, Ebenen und Treidelpfade. Damit stehen eine Fernradroute und Wanderwege mit unterschiedlichen Schwerpunkten nebeneinander. Prüfen Sie vor einer Tour die aktuelle Wegführung und die Bedingungen vor Ort, denn Oberflächen und Umleitungen können sich ändern.

Kirche, Werkstatt und Schlossgeschichte

In der Église Saint-Germain de Gergy lohnt ein Blick auf die unterschiedlichen Motive im Inneren. Die Kapitelle – die oberen Abschlüsse der Säulen – sind mit Blumen, Blättern und Haken verziert. Hinzu kommen Schnitzereien mit fantastischen Tieren und Menschenköpfen sowie ein Schlussstein mit einem Lilienkreuz. Pflanzliche Ornamente, figürliche Darstellungen und das Kreuz setzen jeweils eigene Akzente.

Eine andere Seite der Ortsgeschichte ist mit Hilaire de Chardonnet verbunden: In der Villa „La Croix blanche“ richtete er seine erste Forschungs- und Versuchswerkstatt zur Herstellung künstlicher Seide ein. So führt die Geschichte Gergys neben den kirchlichen und herrschaftlichen Bauwerken auch zu einem Kapitel lokaler Industriegeschichte.

Beim Château de Meix-Berthaud helfen die Jahreszahlen, verschiedene historische Stationen auseinanderzuhalten. Jean Lebault, der Herr von Gergy, schuf 1428 das Lehen Meix-Berthaud. Den heutigen Schlossbau ließ Louis Quarré 1668 errichten; an einer Nische des Durchgangsbaus steht die Jahreszahl 1669. Die Angaben beziehen sich also auf das Lehen, den Schlossbau und ein Detail des Durchgangsbaus. Architektonisch gehören dazu ein zentraler Baukörper mit zwei vorspringenden Gebäudeteilen, eine holzvertäfelte Kapelle und eine Hufeisentreppe zum Parkeingang.

Saônebrücke und Garten

Die Pont Boucicaut verbindet Gergy und Verjux über die Saône. Mit 216 Metern Länge und 8 Metern Breite ist sie ein prägnantes Bauwerk; ihr heutiges Metalldeck ruht auf fünf gemauerten Pfeilern. An beiden Enden sind Überreste der Markierungen des früheren Bauwerks erhalten. Marguerite Boucicaut finanzierte wichtige Bauvorhaben, darunter diese Brücke. Maße, Konstruktion und erhaltene Spuren erzählen so verschiedene Teile ihrer Baugeschichte.

Der Jardin de la Renaudière bietet einen anderen Zugang zur Landschaft: Der 7.000 Quadratmeter große Garten vereint englisch und toskanisch inspirierte Bereiche, von Bäumen gesäumte Wege, einen Teich und Wiesen. Während die Brücke vor allem durch ihre Verbindung und Konstruktion gekennzeichnet ist, gliedert sich der Garten in gestaltete Bereiche und offene Flächen. Besichtigungen werden telefonisch vereinbart; planen Sie für einen Besuch daher eine vorherige telefonische Terminabsprache ein.

Weitere Reiseziele entdecken: Saint-Pierre-le-Vieux, Toulon-Sur-Arroux, Mervans, Mancey, Grevilly, Fuissé, Gueugnon, Saint-Point.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Saône-Et-Loire.

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