Saint-Arnoult-Des-Bois erschließt sich über zwei markante Spuren: die romanische Église Saint-Arnoult und die Arche à Mulet am Verlauf des Canal Louis XIV. An der Arche treffen ein steinernes Bauwerk, ein historisches Kanalprojekt und der darunter fließende Bach Coisnon aufeinander. Die Ortsgeschichte ergänzt diese sichtbaren Bezugspunkte um mittelalterliche Hinweise zu Goinville und die Entwicklung des Ortsnamens. So lassen sich sakrale Baugeschichte, Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und historische Wasserbauplanung als unterschiedliche Themen eines Aufenthalts betrachten.
Die Arche à Mulet und der Canal Louis XIV
Die Arche à Mulet ist ein steinernes Bauwerk, über das der Canal Louis XIV auf einem Erdwall verlief; heute markiert sie den Verlauf des Kanals. Unter der Arche fließt der Bach Coisnon hindurch. Damit begegnen sich am selben Bauwerk der frühere Verlauf des Kanals oberhalb und der Bach darunter. Die Arche misst 30 Meter in der Länge, 2 Meter in der Breite und 2 Meter in der Höhe – sie ist also deutlich länger als breit. Für alle, die sich für historische Infrastruktur interessieren, bietet diese Verbindung aus Bauwerk, Erdwall und Bach einen konkreten Anknüpfungspunkt.
Das Kanalprojekt erweitert den Blick über das Bauwerk hinaus. Die Arbeiten am Canal Louis XIV wurden zwischen 1685 und 1688 aufgenommen und 1694 aufgegeben. Der Kanal sollte die Wasserversorgung des Schlosses von Versailles speisen. Diese Zielsetzung gehört zum historischen Vorhaben insgesamt; die Arche à Mulet ist der dazugehörige örtliche Bezugspunkt in Saint-Arnoult-Des-Bois.
Ortsgeschichte und Erinnerung
Für die ältere Ortsgeschichte führt der Blick nach Goinville. Goinville gilt offenbar als Wiege von Saint-Arnoult-Des-Bois; die frühe Bezeichnung „Gaudeni-villa“ wird mit römischen Ursprüngen in Verbindung gebracht. Im Jahr 1117 besaß Goinville eine dem heiligen Arnoul geweihte Kirche. Der Name Saint-Arnoult-Des-Bois erscheint erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1390. So stehen eine vorsichtig formulierte Herkunftsdeutung, eine mittelalterliche Kirchennennung und ein späterer Namensbeleg nebeneinander.
Die Église Saint-Arnoult ist romanisch und bildet einen eigenen kulturellen Bezugspunkt neben der Geschichte des Kanals. Auch die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg hat einen konkreten Ort: Auf dem Saint-Arnoult-des-Bois Communal Cemetery befindet sich auf dem Kirchhof gegenüber dem Westportal der Kirche ein Gemeinschaftsgrab für zwei Angehörige der Royal Canadian Air Force. Pilot Officer William Gracie diente in der 433 Sqdn. der Royal Canadian Air Force, starb am 5. Juli 1944 und ist in diesem Gemeinschaftsgrab verzeichnet.
Spaziergang oder Radrunde
Spaziergänger können die erhaltenen Bauwerke des Canal Louis XIV, darunter die Arche à Mulet, als Überreste entdecken. Als Radoption führt die 32 Kilometer lange Radrunde „Royal Canal“ in der Nähe der Arche vorbei. Die beiden Angaben beantworten unterschiedliche Planungsfragen: Die Spaziergänger-Orientierung stellt die erhaltenen Bauwerke in den Mittelpunkt; die Radrunde bietet eine benannte Strecke mit bekannter Länge. Wenn Sie die Radrunde einplanen, empfiehlt sich ein Blick auf aktuelle Routenangaben.
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