Blaesheim verbindet Kirchen- und Ortsgeschichte mit geschützten Naturräumen und regionaler Esskultur. Die historischen Bezüge reichen von einer ehemaligen Kirche aus dem 11. und 12. Jahrhundert bis zu einem Platz, der an die Krönung Napoleons I. erinnert. Landschaftlich sind sowohl eine Schutzzone für Hamster auf dem Hügel als auch Ried- und Überschwemmungsräume südlich des Ortes prägende Themen. Die Route de la Choucroute ergänzt diese Perspektiven um einen kulinarischen Bezug.
Kirchen und ihre Zeitspuren
Die Pfarrkirche von Blaesheim ist eine 1762 erbaute Barockkirche. Ihre Ausstattungsgeschichte umfasst auch zwei Arbeiten, die 1923 installiert wurden: eine Orgel des Orgelbauers Franz Kriess und zwei Buntglasfenster des Glasmalers Joseph Ehrismann. Baujahr und Einbauten markieren unterschiedliche Etappen. Für die Einordnung des Kirchenbaus stehen damit nicht nur ein Baustil und eine Jahreszahl im Raum, sondern auch die Namen der beteiligten Kunsthandwerker und das Datum der späteren Ausstattung.
Eine ältere kirchliche Zeitspur findet sich in der Tour du Gloeckelsberg auf dem Gloeckelsberg. Sie ist der letzte erhaltene Rest der ehemaligen Kirche aus dem 11. und 12. Jahrhundert. In der Tour wird außerdem ein Grabstein aus dem 13. Jahrhundert aufbewahrt. Der Turmrest und der Grabstein bringen unterschiedliche mittelalterliche Daten zusammen; die Pfarrkirche von 1762 gehört dagegen zu einer deutlich späteren Bauphase. Wer sich für die Entwicklung religiöser Bauwerke interessiert, kann diese Zeitabschnitte als getrennte Kapitel der Blaesheimer Geschichte betrachten.
Erinnerungsort und geschützte Landschaften
Die Place du Couronnement wurde 1804 zum Gedenken an die Krönung von Kaiser Napoleon I. angelegt. Sie besteht aus einer Sandsteinsäule, die von einem Kranz aus Lindenbäumen umgeben ist. Anlass, Gestaltung und Name gehören zu einem konkreten Erinnerungsort: Die Säule ist das zentrale Element, die Linden bilden den beschriebenen Rahmen. Im Vergleich zu den Kirchenorten steht hier nicht eine Bau- oder Ausstattungsgeschichte, sondern das Gedenken an ein historisches Ereignis im Vordergrund.
Auch die Landschaft ist durch unterschiedliche Schutzräume geprägt. Auf dem Hügel von Blaesheim befindet sich eine 299 Hektar große Schutzzone für Hamster. Südlich von Blaesheim umfasst das Überschwemmungsgebiet etwa 400 Hektar; davon sind 90 Hektar natürliche Wiesen als Natura-2000-Gebiet klassifiziert. Die 90 Hektar bezeichnen also einen Teil der größeren Überschwemmungsfläche. In derselben südlichen Überschwemmungszone wurden eine Laichstätte und zwei Amphibientümpel angelegt. So lassen sich die Angaben nach Lage und Maßstab unterscheiden: das Hügelgebiet, die ausgedehntere südliche Fläche und die darin angelegten Elemente für Amphibien.
Südlich von Blaesheim liegt außerdem der Bruch de l’Ehn et de l’Andlau mit Riedlandschaften aus weitläufigen Wiesen, Gräben und Hecken. Diese Landschaftsbestandteile ergänzen die Zahlen und Schutzgebietsklassifizierungen um eine konkrete Beschreibung des regionalen Charakters. Zusammen ergeben die Angaben ein vielschichtiges Bild: Der Hügel ist mit der Hamsterschutzzone verbunden, während im Süden Überschwemmungsgebiet, Natura-2000-Wiesen und Riedlandschaften benannt sind.
Ein kulinarischer Bezug
Blaesheim liegt an der Route de la Choucroute, die Dörfer zwischen Geispolsheim und Obernai verbindet. Restaurants entlang der Route bieten traditionelle Choucroute an, teilweise auch in zeitgenössischen Varianten. Damit kommt zu den Bauwerken und Naturräumen ein eigener Themenstrang hinzu: Die Route stellt einen Zusammenhang zwischen den Dörfern her und verweist auf ein regionales Gericht, das sowohl traditionell als auch in abgewandelter Form angeboten wird. Wer Reiseziele nach Kultur, Landschaft und Esskultur auswählt, findet in Blaesheim somit mehrere unterschiedliche Anknüpfungspunkte.
Weitere Reiseziele entdecken: Hinsbourg, Drachenbronn-Birlenbach, Puberg, Elsenheim, Bernardvillé, Siewiller, Villé, Russ
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bas-Rhin.