Pulversheim verbindet eine Landschaft mit Thur und Feuchtgebieten mit einem ausgeprägten Bergbau- und Siedlungserbe. Für die Reiseplanung lohnt es sich, beide Blickwinkel zu berücksichtigen: Je nach Interesse stehen Naturraum, Baugeschichte oder industrielle Vergangenheit im Vordergrund.
Landschaft an der Thur
Zur Landschaft von Pulversheim gehören Wälder, Obstgärten, landwirtschaftliche Flächen und der Fluss Thur. Nordwestlich der Gemeinde liegen die Thur-Sümpfe. Das Spektrum reicht damit von bewirtschafteten Flächen bis zu Wald, Fluss und Feuchtgebiet; die Landschaftsperspektive bildet einen eigenständigen Teil der Ortswahl neben dem industriellen Erbe.
Siedlungs- und Industriegeschichte
Die Cité des mines gehört zum Kulturerbe der im 19. und 20. Jahrhundert entstandenen Arbeitersiedlungen im Haut-Rhin. Geprägt ist sie durch Doppelhäuser mit ausgebautem Obergeschoss unter Mansarddächern und holländisch geformten Dächern. Damit kommen bei der Einordnung sowohl der historische Zusammenhang der Arbeitersiedlungen als auch die konkrete Architektur in den Blick.
Die Cité Sainte-Thérèse setzt einen anderen siedlungsgeschichtlichen Akzent: Sie wurde nach dem Vorbild englischer Gartenstädte angelegt. Damit erhält Pulversheims Siedlungsgeschichte neben dem Erbe der Arbeitersiedlungen auch einen eigenständigen Gartenstadt-Bezug. Die Siedlungsthemen richten den Blick auf Bau- und Planungsmodelle; am Carreau Rodolphe steht dagegen die technische Seite des Bergbaus im Vordergrund.
Das industrielle Erbe wird am Carreau Rodolphe greifbar. Im Fördergerüst Rodolphe 1 wurden eine Lampisterie (Lampenraum) und der Umkleideraum der Bergleute, die sogenannte «salle des pendus», rekonstruiert. Zum Bestand gehören zwei Fördergerüste, zwei restaurierte und betriebsfähige Fördermaschinen aus den Jahren 1912 und 1928 sowie Übertageanlagen zur Erzaufbereitung. Hinzu kommt eine vollständige und in Frankreich einzigartige Sammlung von Bergbaumaschinen aus den Jahren 1950 bis 2004.
Das Carreau Rodolphe ist ab dem 15. Juni 2026 für die Dauer eines Jahres geschlossen. Prüfen Sie vor der Reise, ob das Gelände wieder zugänglich ist. Nach einer Wiederöffnung erreichen Sie es vom Bahnhof Mulhouse mit Straßenbahnlinie 1 und anschließend Bus 54 in Richtung Elsass–Carreau Rodolphe; prüfen Sie vor der Fahrt den Fahrplan.
Routen vergleichen und Anreise planen
Die Route de la Potasse ist ein 18 km langer Rundkurs nördlich von Mulhouse und führt durch vier Gemeinden. Zu ihr gehören vier bemerkenswerte Bergbaustandorte und fünf weitere Sehenswürdigkeiten. Sie kann individuell mithilfe der Cirkwi-Smartphone-App absolviert werden; prüfen Sie vor der Planung die App-Verfügbarkeit und aktuelle Routenbedingungen. Für diese Route ist ein Fahrzeug erforderlich.
Der Circuit de l’Ecomusée in Ungersheim und Pulversheim misst 8 km und ist damit weniger als halb so lang wie der 18 km lange Rundkurs der Route de la Potasse.
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