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Fast 50 Kilometer Wanderwege ermöglichen die Erkundung des Naturschutzgebiets Frankenthal-Missheimle. In Stosswihr stehen Naturerkundung und mehrere unterschiedliche Kultur- und Geschichtsthemen nebeneinander. Wer seinen Aufenthalt plant, kann sich an diesen verschiedenen Schwerpunkten orientieren: an Wanderwegen, einem Lehrpfad durch den Wald, Baugeschichte und einer Lichtwanderung mit lokalhistorischen Bezügen.

Wanderwege und Rentierfarm

Das Wanderwegangebot im Umfeld des Naturschutzgebiets umfasst fast 50 Kilometer. Einen anderen Maßstab hat der 800 Meter lange Lehrpfad der Rentierfarm Schantzwasen. Er führt durch den Wald, in dem sich 30 bis 40 Rentiere frei bewegen. So stehen ein umfangreiches Wanderwegangebot und ein klar bezifferter Lehrpfad als unterschiedliche Möglichkeiten für die Erkundung nebeneinander.

Der Besuch der Rentierfarm beginnt mit einer Videovorführung über die Herde und die Geschichte der Farm. Zur Anlage gehört außerdem eine Museumshütte, die der Kultur der samischen Rentierhirten Lapplands gewidmet ist. Dort werden Alltagsgegenstände, traditionelle Kleidung und Kunsthandwerk gezeigt. Der Besuch verbindet damit die Beschäftigung mit der Rentierherde mit einer kulturellen Perspektive auf die Lebenswelt der Rentierhirten.

Kirche und Gedenkstätte

Die protestantische Kirche in Stosswihr wurde ab 1924 nach den Plänen der Straßburger Architekten Robert Voelckel und Charles Wolff wiederaufgebaut. Ihre Einweihung fand am 8. August 1926 statt. Das Fundament aus rosa Sandstein und die Terrasse, die über gerade Treppen erreichbar ist, sind prägnante bauliche Details. Zusammen mit der Wiederaufbaugeschichte geben sie dem Kirchenbau einen konkreten historischen und architektonischen Bezug.

Ein weiterer erinnerungsgeschichtlicher Ort ist der französische Soldatenfriedhof Germania in Stosswihr. Er gehört zu den zehn elsässischen Gedenkstätten des Ersten Weltkriegs, die 2023 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen wurden. Damit steht neben der Geschichte des Wiederaufbaus auch das Gedenken an den Ersten Weltkrieg im Blickpunkt. Beide Themen bieten unterschiedliche Zugänge zur Geschichte des Ortes.

Lichtwanderung und lokale Geschichte

Der Weihnachtspfad des Silberwalds verbindet eine Lichtwanderung mit lokalen historischen Themen. Eine Beschreibung aus dem Jahr 2021 schildert den Pfad in Stosswihr und hält fest, dass Einwohner ihn seit 2010 beleuchteten. Die Erzählung bezieht Viehtränken, Landwirtschaft und Forstkultur ebenso ein wie eine frühere Straßenbahn und die Mönche, die einst das Münstertal gründeten. So führt der historische Blick von früheren Formen der Landwirtschaft und Waldnutzung bis zu Verkehrs- und Religionsgeschichte.

Eine ältere lokale Streckenbeschreibung nennt für den Weihnachtspfad eine zwei Kilometer lange Rundstrecke ab der Festhalle von Stosswihr. Wenn Sie diesen Weg für Ihren Aufenthalt einplanen, prüfen Sie vorab die aktuelle Durchführung. Bei der Fromagerie Ferme des Trois Fours wird eine kommentierte Führung auf Anfrage angeboten. Auch dafür empfiehlt sich eine vorherige Abstimmung, damit die Anfragebedingung bei der Planung berücksichtigt ist.

Die Angebote setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Das Wanderwegnetz und der Lehrpfad führen in die Natur, während Kirche, Friedhof und Lichtwanderung verschiedene Kapitel der Bau- und Erinnerungsgeschichte aufgreifen. So können Sie Ihre Reiseplanung danach ausrichten, ob Sie vor allem draußen unterwegs sein oder sich mit Kultur und lokaler Geschichte beschäftigen möchten.

Weitere Reiseziele entdecken: Chavannes-Sur-L’étang, Thann, Lutterbach, Ottmarsheim, Hohrod, Labaroche, Willer-Sur-Thur, Friesen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Haut-Rhin.

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