Hugier verbindet einen Waschbrunnen aus dem 19. Jahrhundert, eine Pfarrkirche mit eigener Baugeschichte und Weinberge, die in einer regionalen Route hervorgehoben werden. Damit bietet der Ort verschiedene thematische Anknüpfungspunkte für einen Aufenthalt: Baugeschichte, kirchliche Kunst und Weinbau. Ein konkreter Einstieg ist der Waschbrunnen Fontaine lavoir d’Hugier, der 1853 nach den Plänen des Architekten Christophe Colard errichtet wurde.
Am Waschbrunnen: Bauform und Überlieferung
Die Anlage bestand aus einem Sammelbecken mit einer darüberstehenden Marienstatue, einer Viehtränke und einem überdachten Waschhaus. So vereint der Bau unterschiedliche Bereiche: das Becken, eine Tränke für Vieh und den geschützten Waschraum. Der Name lavoir verweist auf die Waschfunktion; zusammen mit dem Sammelbecken und der Viehtränke macht er die mehrteilige Anlage verständlich. Wenn Sie sich für historische Bauformen interessieren, können Sie hier die verschiedenen Funktionen eines einzigen Ensembles im Zusammenhang betrachten.
Auch die Marienstatue am Brunnen ist mit der Geschichte des Weinbaus verbunden. Bis zum Beginn der 2000er-Jahre pflegten die Winzer von Hugier die Tradition, jedes Jahr am 15. August eine Weintraube an den beiden Händen der Madonna am Brunnen zu befestigen. Der Brauch verbindet den Brunnen mit den Winzern von Hugier und damit mit dem Weinbau des Ortes.
Kirche Saint-Médard und Baugeschichte
Die Pfarrkirche Saint-Médard in Hugier scheint nach den Plänen des Architekten François Ducy zwischen 1749 und 1761 errichtet worden zu sein. Im Vergleich zum auf 1853 datierten Waschbrunnen liegt die vermutete Bauzeit der Kirche deutlich früher. So lassen sich die beiden Bauten als unterschiedliche Zeitbezüge in Hugiers Baugeschichte betrachten. Die Kirche gehört außerdem zur Route des Retables. Retabel sind Altaraufsätze; der Routenbezug lenkt den Blick daher auf einen kunsthistorischen Zugang zur Kirche. Wenn Sie sich für kirchliche Kunst interessieren, bietet dieser Routenbezug einen thematischen Anhaltspunkt neben der Bauzeit der Kirche.
Weinberge und Routenbezug
Les Coteaux d’Hugier liegen in einer grünen, hügeligen Landschaft auf den Anhöhen von Hugier. Das Weingut umfasst 5 Hektar Rebfläche und bietet Weinbergsbesichtigungen an. Die Höhenlage beschreibt die Landschaft, die 5 Hektar dagegen die Rebfläche des Weinguts – zwei unterschiedliche Maßstäbe des Weinbaus in Hugier. Klären Sie die Besuchsmodalitäten vorab, wenn Sie eine Besichtigung einplanen.
Auch die Route „La Pierre qui Vire – Nr. 19“ führt durch Hugier und hebt die Weinberge der Coteaux d’Hugier hervor. Damit unterscheiden sich zwei mögliche Perspektiven: eine Weinbergsbesichtigung beim Weingut und der Weinbau als Thema einer Route, die durch den Ort führt. Da sich die Routenbeschreibung ändern kann, prüfen Sie vor der Planung den aktuellen Verlauf.
In der Themenwahl setzen die Routen unterschiedliche Akzente: Die Route des Retables bietet den Bezug zur kirchlichen Kunst, La Pierre qui Vire – Nr. 19 hebt die Weinberge hervor. So können Sie Ihren Schwerpunkt zwischen Bau- und Kunstgeschichte sowie Weinbau wählen.
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