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Eine Altstadtrunde von 1 Stunde und 30 Minuten führt durch das Castrum von Gardanne und seine engen Gassen. Dazu kommen Cézanne-Bezüge, Bergbaugeschichte und ein eigener Schwerpunkt auf mediterranem Wald. Für Ihre Planung lassen sich diese Themen unterscheiden: Historische Orte und Ausstellungen stehen neben Naturvermittlung und mehreren Wegen mit jeweils eigenen Merkmalen.

Altstadt, Cézanne und Alltagsgeschichte

Die „Visite de la vieille ville“ ist ein einstündiger und 30-minütiger Rundgang durch das Castrum. Wer sich für den Maler interessiert, findet mit „Cézanne et le paysage“ einen anderen Schwerpunkt: Diese Route führt durch die Altstadt und über die Colline des Frères, die Cézanne aufsuchte, um einige seiner bedeutendsten Bilder zu malen. Beide Angebote verbinden Gardanne mit einer historischen Perspektive, setzen den Akzent aber an verschiedenen Stellen.

Das Musée Gardanne Autrefois zeigt traditionelle Lebensszenen in zwei Dorfhäusern aus der Zeit zwischen 1850 und 1950 sowie in der ehemaligen Kapelle der weißen Büßer. Die dargestellten Räume und Themen reichen von Küche, Essbereich und Schlafzimmer bis zu Klassenzimmer, alten Handwerken, Spielzeug und Kriegserinnerungen. So stehen häuslicher Alltag und verschiedene Facetten des früheren Lebens nebeneinander. Auch die Geschichte des Bergbaubeckens gehört zum Bild: Der südwestlich von Gardanne gelegene Puits Yvon Morandat trug zu dessen kultureller und sozialer Prägung bei.

Mediterraner Wald: Ausstellung und Erlebnisweg

Das Ecomusée de la Forêt Méditerranéenne vermittelt die Vielfalt, Geschichte und Verletzlichkeit der mediterranen Waldökosysteme spielerisch und interaktiv. Auf 1.000 Quadratmetern verteilen sich die Ausstellungen auf drei Ebenen. Sie behandeln außerdem die Geheimnisse des Bodens und unterschiedliche Lebensräume. Damit bietet das Ecomusée einen Zugang zum Waldthema über Ausstellungsinhalte, nicht nur über die Landschaft im Freien.

Zum Ecomusée gehört auch ein angelegter Weg durch einen 13 Hektar großen Waldpark. Der etwa 1,5 Kilometer lange Erlebnisweg verbindet Rätsel, ein Labyrinth und Worträtsel. Wer sich für die Vermittlung von Natur interessiert, kann diese Stationen dem Ausstellungsbesuch als eigenen Erlebnisbaustein gegenüberstellen. Der Rundgang durch die Altstadt und der Weg im Wald unterscheiden sich dabei sowohl im Thema als auch in ihrer angegebenen Dauer beziehungsweise Länge.

Wege durch Landschaft und Geschichte

Der Circuit de La Luynes folgt über einen längeren Abschnitt dem Fluss Luynes. Unterwegs erschließt er Ufervegetation und einen Wasserfall; rund um den Pavillon des Königs René stehen hundertjährige Platanen. Der Circuit des Crêtes setzt andere Akzente: Während der Wanderung bieten sich Aussichtspunkte auf die Massive de l’Étoile, de Sainte-Victoire und du Ventoux. Die Wanderung erschließt außerdem die küstenfernen Kalkhügel der Basse-Provence mit ihrer typischen Flora, zu der endemische und seltene Arten gehören.

Auch historische Spuren sind in diesem Zusammenhang relevant. Zu den Überresten am Circuit des Crêtes zählt die Ruine Bastide Nouveau, die von der Stadt Gardanne erworben wurde. Am Sentier du Mur de Gueidan steht eine 1692 errichtete Steinmauer. Sie diente dem Schutz des Viehs vor Wölfen, verwilderten Hunden und Diebstahl. Am Sentier du Bois du Verdillon geben hölzerne botanische Tafeln Hinweise zu den Pflanzen der Region; am höchsten Punkt steht eine Orientierungstafel. Der Circuit des Vallons überquert den Canal de Provence und trifft auf den GRP Mines d’Énergie.

Fürs Radfahren ist „À la découverte de Gardanne à vélo“ als Tour mit 15 Etappen beschrieben. Sie ist als leicht eingestuft und umfasst 19,9 Kilometer. Diese Angaben machen sie zu einer klar benannten Radoption neben den Wanderwegen, ohne die unterschiedlichen Wegangebote gleichzusetzen.

Kunsthandwerk und Veranstaltung

In der Tuilerie Bossy können Besucher Handwerker treffen und Techniken sowie Kreationen aus Skulptur, Mosaik, Möbelbau, Uhrmacherei, Töpferei und Schmiedekunst entdecken. Da die Verfügbarkeit der Handwerker vor dem Besuch zu prüfen ist, empfiehlt sich eine vorherige Klärung. Das traditionelle Arts & Festin du Monde zieht an einem ganzen Wochenende nahezu 15.000 Menschen an. Wenn Sie die Veranstaltung einplanen, prüfen Sie vorab die konkreten Termine und das Programm.

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