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Cerchio verbindet eine markante Lage am Fuß des Monte Corbarolo mit einer Ortsgeschichte, die sich an der Chiesa di San Bartolomeo und der Bulla Indulgentiarum erschließt. Landschaft und religiöse Kulturgeschichte bieten unterschiedliche Ansatzpunkte, um den Ort als Reiseziel kennenzulernen.

Lage zwischen Monte Corbarolo und Fucino-Senke

Cerchio liegt auf 834 Metern Höhe am Fuß des Monte Corbarolo und an der nordöstlichen Seite der Fucino-Senke. Der Ort liegt zudem im Parco Naturale Regionale Sirente-Velino. Die Landschaft rund um Cerchio erstreckt sich grün bis zu den umliegenden Höhenzügen am Horizont. So treffen im Landschaftsbild ein benannter Berg, die Senke und weiter gefasste Höhenzüge zusammen. Für die Wahl des Reiseziels lässt sich Cerchio sowohl über seine Lage an der Fucino-Senke als auch über den Regionalpark einordnen; die Kulturgeschichte bildet einen weiteren, eigenständigen Schwerpunkt.

Die Chiesa di San Bartolomeo und ihre Geschichte

Die Chiesa di San Bartolomeo wurde wahrscheinlich zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert errichtet. Hinzu kommt ihre Erwähnung im Dokument des ersten von Papst Bonifatius VIII. ausgerufenen Jubeljahres von 1300: Sie ist das einzige religiöse Denkmal in der Marsica, das in diesem Dokument erwähnt wird. Damit stehen eine wahrscheinliche Datierung der Errichtung und ein konkreter historischer Schriftbezug nebeneinander. Die Bauzeit bleibt eine Einordnung und kein genaues Baujahr.

Ein weiterer kultureller Bezug ist der Kreuzweg an der Kirche. Er wurde 1987 eingeweiht und von Malern der abruzzesischen und latinischen Schule gestaltet. Diese Jahreszahl setzt einen eigenen, deutlich späteren Zeitbezug neben die wahrscheinliche Bauzeit der Kirche und ihre Erwähnung im Dokument von 1300. Wer sich für die Geschichte des Ortes interessiert, begegnet hier also verschiedenen zeitlichen Ebenen: einem mittelalterlichen Bau, einer historischen Erwähnung und einem im 20. Jahrhundert eingeweihten Werk.

Die Bulla Indulgentiarum

Bei der Bulla Indulgentiarum übergibt der Bischof der Marsi jedes Jahr die Bulla an den Bürgermeister, um den Umzug und die religiösen Feierlichkeiten zu eröffnen. Der historische Umzug führt durch das alte Dorf von Cerchio und umfasst Mitwirkende in historischen Kostümen sowie Fahnenschwinger. Übergabe und Umzug geben dem Ereignis einen eigenen Ablauf und unterscheiden diese Festtradition von den dauerhaft datierbaren Bau- und Geschichtszeugnissen des Ortes.

Wenn Sie Ihre Reise auf die Bulla Indulgentiarum ausrichten möchten, prüfen Sie vorab das jeweilige Jahresprogramm.

Das Museo civico di Cerchio

Auch die Museumsgeschichte hat einen klaren historischen Bezug: Die erste Abteilung des Museo civico di Cerchio wurde 1986 in den Räumen des ehemaligen Klosters der Agostiniani Scalzi eröffnet. Der Ort lässt sich damit nicht nur über die Kirche und die jährliche Feier betrachten; auch die Geschichte des Museums gehört zu seinen kulturellen Themen.

Für eine Reiseentscheidung ergibt sich daraus ein klarer Schwerpunkt: Cerchio bietet historische Bezugspunkte aus verschiedenen Epochen und eine jährlich wiederkehrende Feier, deren Programm Sie für Ihren Besuch gesondert prüfen können.

Weitere Reiseziele entdecken: Sant'Elia, Sulmona, Collepietro, Castel Di Sangro, Meta, Castel Del Monte, Raiano, Castelvecchio Subequo.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: L-Aquila.

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