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Die Festa dei Serpari prägt Cocullo im Mai; zugleich erzählen die mittelalterlich befestigte Siedlung und ihre Kirchen von weiteren Zeitschichten. Wer den Ort für eine Reise auswählt, kann den Festtermin zum Schwerpunkt machen oder sich auf die Ortsgeschichte konzentrieren. Für beide Perspektiven gibt es konkrete Anhaltspunkte: einen jährlich wiederkehrenden Brauch, historische Bauwerke und eine besondere Lage im Tal des Rio Pezzana.

Festa dei Serpari: Termin und Brauch

Die Festa dei Serpari findet jedes Jahr im Mai statt. Am 1. Mai startet in Cocullo die Prozession zum Fest des heiligen Domenico Abate mit dem Ritus der Serpari. Dabei wird die mit Schlangen bedeckte Statue des heiligen Domenico in einer Prozession getragen. Der Termin gibt der Reiseplanung einen klaren Bezugspunkt, wenn Sie Cocullo gerade wegen dieses Festes besuchen möchten.

Im Umfeld von Cocullo beginnt der Ablauf bereits am 19. März: Die Serpari fangen örtliche Schlangen, machen sie unschädlich und stellen sie während der Prozession aus. Während des Festes tragen außerdem zwei kostümierte Frauen Körbe mit fünf Ciambellati. Das sind ringförmige Brote, die mit farbigen Zuckerstreuseln verziert sind. So gehören neben der Prozession auch ein eigener Gebäckbrauch und die Vorbereitung der Schlangen zum Festgeschehen.

Seit 2009 beherbergt die Kirche Santa Maria delle Grazie die Statue des heiligen Domenico di Sora. Die Feierlichkeiten zum Patronatsfest am 1. Mai finden dort statt, weil das Heiligtum weiterhin beschädigt ist. Prüfen Sie vor der Reise die aktuelle Festregelung.

Mittelalterlicher Ortskern und Kirchen

Ein im Gebiet von Cocullo entdecktes Gräberfeld belegt die Ursprünge der Gegend in vorrömischer Zeit. Die mittelalterliche Siedlung wurde im 12. Jahrhundert befestigt. Damit stehen zwei unterschiedliche Zeitschichten nebeneinander: frühe Besiedlung und die spätere Befestigung des Ortes.

Das Rione San Nicola umfasst einen der ältesten und am besten erhaltenen Bereiche des historischen Zentrums. Im oberen Ortsbereich diente ein mittelalterlicher Turm ursprünglich als Beobachtungsturm. Später wurde er zum Glockenturm der Kirche San Nicola umgebaut, die aus dem 12. Jahrhundert stammt. An Santa Maria delle Grazie ist die Fassade mit einer Rosette geschmückt; die Kirche besitzt zudem Fresken aus dem 16. Jahrhundert, die die Kreuzabnahme und die Kreuzigung darstellen.

Lage und Anreise

Cocullo liegt im Tal des Rio Pezzana, eines Nebenflusses des Sagittario. In der Umgebung befindet sich die Oasi Gole del Sagittario, in der Gemeinde Anversa degli Abruzzi. Sie ist Regionales Naturschutzgebiet und Besonderes Schutzgebiet (IT7110099) und bildet einen eigenen Landschaftsbezug für die Reiseplanung.

Von Rom aus führt die Anreise über die Autobahn A25 Rom–Pescara. An der Ausfahrt Cocullo geht es anschließend über die Via San Maria in Campo weiter in Richtung Cocullo. Der Bahnhof von Cocullo liegt etwa 2 km vom Ortszentrum entfernt. Wenn der Bahnhof für Ihre Anreise relevant ist, beziehen Sie diese ungefähre Distanz bei der Wahl Ihrer Unterkunft mit ein.

Weitere Reiseziele entdecken: Carapelle Calvisio, Villalago, San Giovanni Valle Roveto Superiore, Massa D'albe, Vittorito, Pratola Peligna, Rocca Di Cambio, Navelli.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: L-Aquila.

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