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Drei signierte Gemälde an der Chorwand der Abtei Santa Maria Arabona tragen das Datum 1377. Dieses Detail ist ein guter Einstieg in Manoppellos sakrale Kunst und Baugeschichte: Zum Volto Santo, zu Kirchen verschiedener Epochen und zu den Überresten eines antiken Klosters kommen Wege durch die Landschaft der Maiella.

Volto Santo und sakrale Baugeschichte

Das Volto Santo gilt als sehr dünnes, nahezu durchsichtiges Tuchstück von 17 × 24 Zentimetern mit dem Abdruck eines männlichen Gesichts. Das Bild ist von beiden Seiten sichtbar. Das Santuario del Volto Santo wurde 1620 zusammen mit dem Kapuzinerkloster gegründet und zunächst dem Erzengel Michael geweiht. Die Abtei Santa Maria Arabona im Ortsteil Santa Maria Arabona stammt aus dem späten 12. Jahrhundert; sie ist die erste Zisterzienserkirche, die in den Abruzzen errichtet wurde. An ihrer Chorwand befinden sich die drei von Antonio Martini di Atri signierten und auf 1377 datierten Gemälde.

Die Chiesa di San Pancrazio setzt einen anderen architektonischen Akzent: Sie ist eine einschiffige Kirche im romanischen Stil. Auch die Überreste des antiken Klosters San Pietro gehören zur sakralen Geschichte Manoppellos. Sie stehen auf einer Anhöhe über dem Vallebona-Tal. Gläubige aus Carovilli pilgern weiterhin zu diesem Ort. So stehen in Manoppello ein verehrtes Bild, Kirchenbau und Klosterreste für unterschiedliche Formen religiöser Geschichte.

Altstadt, Stein und Handwerk

Im historischen Zentrum prägen zahlreiche kleine Adelspaläste aus dem 18. und 19. Jahrhundert das überlieferte Ortsbild. Sie wurden aus dem örtlichen Stein errichtet, der als „pietra di Manoppello“ bekannt ist. Einen Kontrast dazu bildet die Casa di Terra Cruda di Santa Maria Arabona: Sie gilt innerhalb Manoppellos als einzigartiges Beispiel einer Lehmkonstruktion in der charakteristischen Massone-Bauweise. Stein und Lehm verweisen damit auf zwei unterschiedliche lokale Bauweisen.

Manoppello liegt auf den Ruinen des antiken samnitischen und römischen Pollitium. Pollitium wurde im 6. Jahrhundert zerstört und im 8. Jahrhundert von den Langobarden wiederaufgebaut. Zu den überlieferten Handwerkstraditionen zählen das Schmieden von Eisen und Kupfer sowie die Herstellung von Haushaltsgegenständen: Dazu gehören Töpfe, conche und Formen für pizzelle. Heute gibt es in Manoppello zwei Kunsthandwerkswerkstätten, die Keramik und Objekte aus Majella-Stein herstellen.

Auch die örtlichen Produkte geben einen Einblick in die Region: Natives Olivenöl extra und Wein werden als typische Produkte Manoppellos bezeichnet. Das Olivenöl wird von kleinen und mittleren Betrieben des Gemeindegebiets in örtlichen Ölmühlen hergestellt. Damit stehen neben der Bau- und Kunstgeschichte auch Handwerk und landwirtschaftliche Erzeugnisse für eigene Themen eines Aufenthalts.

Wege und Natur im Majella-Nationalpark

Manoppello gehört zum Nationalpark Majella. Das Wegenetz Sentieri delle Capanne in Pietra schließt den Ort ein und ermöglicht den Besuch bedeutender agro-pastoraler Komplexe aus Trockenmauerwerk am Nordhang der Maiella. Im Mittelpunkt stehen hier die steinernen Zeugnisse der traditionellen Weidewirtschaft. Da sich Wegbedingungen ändern können, empfiehlt es sich, den aktuellen Zustand vor einer Tour zu prüfen.

Auch der 90 Kilometer lange Cammino di Celestino führt durch Manoppello. Die Gesamtlänge bezieht sich auf die Route, nicht allein auf ihren Abschnitt am Ort. Eine 2021 veröffentlichte Routenbeschreibung bezeichnet den Cammino als vollständig markiert und georeferenziert. Prüfen Sie die aktuelle Beschilderung vor dem Start. Die beiden Wege bieten unterschiedliche Orientierungspunkte für die Planung: Beim Cammino ist die Gesamtlänge von 90 Kilometern ein Maßstab für die Route; bei den Sentieri delle Capanne stehen die Trockenmauerkomplexe am Nordhang im Vordergrund.

Für einen Fußweg zu den Überresten von San Pietro ist die Piana del Legname ein konkreter Ausgangspunkt: Von dort führt der Weg zu den Klosterresten. In der Piana gibt es außerdem einen ausgestatteten Picknickbereich. Eine weitere Naturfacette zeigt das Arboreto Giancarlo Cipressi mit 90 Bäumen und Sträuchern, die verschiedenen Arten angehören. So reicht das Spektrum der Naturthemen vom Wandern zu historischen Anlagen bis zur Vielfalt eines Arboretums.

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