Castelli verbindet traditionelle künstlerische Keramik mit einer markanten Berglandschaft. Der Ort ist international für seine Keramikherstellung bekannt; zugleich liegt der bebaute Ortsbereich auf einem Felssporn, den die Wasserläufe Rio und Leomogna tief erodiert haben. Für Ihre Planung ergeben sich damit zwei unterschiedliche Schwerpunkte: Keramik und Ortsgeschichte oder die Landschaft rund um den Monte Camicia. Welche Seite Sie stärker gewichten, kann auch Ihre Wahl der Unterkunft und die Gestaltung Ihrer Tage leiten.
Berglage und Weg in Richtung Fondo della Salsa
Die Felswand des Monte Camicia überragt Castelli und endet am Fondo della Salsa; dort beträgt der Höhenunterschied fast 1.000 Meter. Das ist ein prägnanter Bezugspunkt für die Landschaft rund um den Ort. Zur geschützten Tierwelt in der Umgebung gehören Wildschweine und Bussarde. Geländeform und Tierwelt bieten so zwei unterschiedliche Perspektiven auf die Natur rund um Castelli.
Als Ausflug zu Fuß ist die Wanderung „From Castelli to Fondo della Salsa“ ausgewiesen. Wenn Sie diesen Ausflug in Ihre Planung aufnehmen möchten, prüfen Sie die Wegbedingungen vor Ort. So können Sie die Wanderung als eigenen Programmpunkt betrachten, statt sie mit der bloßen Aussicht auf die Felswand gleichzusetzen.
Keramik, Museum und Baugeschichte
Das Museo delle Ceramiche widmet sich der Kultur und Kunst der Majolika. Es wurde durch ein Regionalgesetz vom 24. Januar 1984 gegründet, um diese zu fördern und die Werke der über Jahrhunderte entstandenen Keramikproduktion von Castelli zu bewahren und auszustellen. Das Museum ist in einem Franziskanerkloster aus der Mitte des 16. Jahrhunderts untergebracht; damit treffen hier die Geschichte des Gebäudes und die lange Tradition der Keramik aufeinander.
Eine rekonstruierte alte Handwerkswerkstatt zeigt verschiedene Schritte der Keramikherstellung. Besucher können dort die Aufbereitung des Tons, seine Formgebung, Glasur und Dekoration sowie die Reproduktion eines traditionellen Keramikofens vom Typ „Forno a respiro“ sehen. Die Werkstatt macht die Produktionsschritte zum Thema, während Bewahrung und Ausstellung den institutionellen Auftrag des Museums bilden.
Auch außerhalb des Museums ist das Handwerk weiterhin im Ort vertreten: In vielen Teilen von Castelli gibt es aktive handwerkliche Keramikwerkstätten. Museum und Werkstätten setzen unterschiedliche Akzente, gehören aber beide zu Castellis Keramiktradition. Das hilft bei der thematischen Planung: Sie können sich mit der Geschichte und den gezeigten Herstellungsverfahren befassen und zugleich die fortbestehende handwerkliche Tätigkeit als Teil des Ortscharakters einordnen.
Kirche und historische Zeugnisse
Ein weiterer Bezugspunkt ist die Chiesa di San Giovanni Battista, die 1601 errichtet wurde. In ihrem Inneren befindet sich ein Majolika-Altarbild von Francesco Grue aus dem Jahr 1647. Die Angaben zu Kirche und Altarbild geben der Keramikkultur des Ortes einen konkreten kunsthistorischen Zusammenhang: Die Majolika begegnet hier nicht nur als Gegenstand des Museums, sondern auch in einem religiösen Kunstwerk. Zusammen mit dem Franziskanerkloster zeigt sich damit, dass Castellis Ortsgeschichte verschiedene historische Bau- und Kunstzeugnisse umfasst.
Anreise und Unterkunftswahl
Für die Straßenanreise ist die Ausfahrt Colledara / San Gabriele der A24 Roseto–Rom–L’Aquila–Teramo ein Orientierungspunkt. Sie liegt 13 km von Castelli entfernt. Prüfen Sie vor der Fahrt die aktuelle Routenführung, da sich die Straßenbedingungen ändern können.
Bei der Unterkunftswahl können Sie überlegen, welcher Schwerpunkt für Ihre Reise wichtiger ist: die Keramik- und Geschichtsthemen im Ort oder der ausgewiesene Fußausflug in die Landschaft. Weitere Reiseziele entdecken: Roseto Degli Abruzzi, Case Alte, Campli, Montone, Colledara, Valle San Giovanni, Intermesoli, Castagneto.
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