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Bitritto erschließt seine Geschichte über sehr unterschiedliche Spuren: Unter dem heutigen Castello Baronale liegen Reste einer römischen Villa aus dem 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. Kirchen, Wehrtürme und religiöse Festtraditionen ergänzen das archäologische Erbe. So können Sie bei der Wahl Ihres Reiseziels zwischen Antike, Baugeschichte und lokalen Traditionen unterscheiden.

Römische Villa und Olivenkultur

Zur römischen Villa unter dem Castello Baronale gehörten Pressen, Verarbeitungsbecken und Behälter für Öl und Wein. Ihre Reste stammen aus dem 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. und verbinden den Ort mit der antiken Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Die verschiedenen Anlagen lenken den Blick dabei nicht nur auf die fertigen Produkte, sondern auch auf die Arbeitsschritte ihrer Herstellung.

Unter dem Castello liegt außerdem ein unterirdischer Trappeto-Palmento mit Produktionsräumen, Brunnen und Zisternen. Auch diese Räume dienten der Verarbeitung von Olivenöl und Wein. Zusammen zeigen die Anlagen der römischen Villa und des Trappeto-Palmento, wie in Bitritto Olivenöl und Wein verarbeitet wurden.

Die Olivenanbautradition Bitrittos reicht Jahrtausende zurück; ihre Wurzeln liegen in antiken römischen Olivenpressen. Damit lassen sich die archäologischen Spuren in eine längere lokale Kulturgeschichte einordnen. Wenn Sie sich für die Verbindung von Landwirtschaft, Verarbeitung und Geschichte interessieren, bietet dieser Themenstrang einen anderen Schwerpunkt als die Kirchen und Festtage des Ortes.

Kirchen aus mehreren Jahrhunderten

Die Kirche San Michele Arcangelo wurde außerhalb der Siedlung errichtet und später zur Stiftskirche von Bitritto mit angeschlossenem Kloster. Die Chiesa Matrice entstand im 16. und 17. Jahrhundert und wurde der Madonna di Costantinopoli geweiht. Ihre Bauzeit und Widmung geben der Kirche einen anderen historischen Bezug als die spätere Stiftskirche San Michele Arcangelo.

Die Kirche Madonna del Piano ist ein aufwendig dekoriertes Beispiel spätbarocker Architektur aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Während der Frühlingsfeier am Ostermontag ist sie außerdem ein Ziel religiöser Verehrung in Bitritto. Baugeschichte und religiöse Bedeutung lassen sich hier an unterschiedlichen Zeitbezügen erkennen: an der Epoche der Architektur ebenso wie am jährlichen Festkalender.

Wehrtürme und Casa-Torre

In Bitritto wurden mindestens fünf historische Wehrtürme zwischen 1347 und 1367 errichtet. Diese Zeitspanne verortet die Türme in einer klar umrissenen mittelalterlichen Bauphase. Eine weitere historische Perspektive bietet die Casa-Torre auf der Piazza Leone: Sie diente ursprünglich als Wachposten zur Verteidigung der Siedlung. Ihre benannte Funktion macht den defensiven Zweck dieses Gebäudes konkret.

Festtermine für die Reiseplanung

Das Patronatsfest zu Ehren der Maria SS. di Costantinopoli wurde 1656 eingerichtet und findet jedes Jahr am ersten Dienstag im März statt. Da sich das konkrete Kalenderdatum von Jahr zu Jahr ändert, prüfen Sie für Ihre Reiseplanung den Termin im jeweiligen Jahr.

Die Frühlingsfeier am Ostermontag ist ein anderer Anlass: Dann ist die Kirche Madonna del Piano ein Ziel religiöser Verehrung. Wenn Sie Ihre Reise an einer der beiden Traditionen ausrichten möchten, unterscheiden Sie diese Termine bei der Planung. Das Märzfest und die Feier am Ostermontag haben verschiedene Kalenderbezüge; die römischen Spuren und die historische Kirchenarchitektur bilden daneben weitere kulturelle Themen Bitrittos.

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