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Die Colonna dell’Ospitalità, auch Colonna degli Anelli genannt, bündelt Bertinoros historische Gastfreundschaft in einem einprägsamen Motiv: zwölf Ringen. Sie führen zu einem Brauch, bei dem Reisende ihre Pferde an der Säule festbanden und anschließend Gäste einer von zwölf Adelsfamilien wurden. So begegnen Ihnen in Bertinoro Kultur, Weintradition und Landschaft nicht nur als einzelne Themen, sondern in sehr unterschiedlichen Formen – von einem historischen Zeichen bis zu Kunstwerken in einer Gasse.

Gastfreundschaft als Teil der Ortsgeschichte

Die zwölf Ringe der Colonna dell’Ospitalità verweisen auf die Aufnahme der Reisenden in Bertinoro. An diesen historischen Brauch knüpft das Rito dell’Ospitalità an: Es wird jedes Jahr am ersten Sonntag im September als öffentliche Feier erneuert. Säule und Feier erzählen also auf verschiedene Weise von Gastfreundschaft. Die Colonna erinnert an die frühere Aufnahme von Reisenden durch die Adelsfamilien; das jährliche Rito bringt den Brauch in Form einer öffentlichen Feier wieder zur Geltung.

Museum und spätbarocke Kunst

Das Museo Interreligioso ist in den mittelalterlichen Verliesen und der Zisterne aus dem 16. Jahrhundert der Rocca Vescovile eingerichtet. Seine Widmung an Judentum, Christentum und Islam gibt dem Museum einen klaren thematischen Schwerpunkt. In 15 Sälen, gegliedert in drei Abteilungen, sind bedeutende Kunstobjekte ausgestellt. Damit verbindet der Ort die Geschichte des Bauwerks mit einem Blick auf drei Religionen und deren künstlerische Zeugnisse.

Ein weiteres Kapitel der Ortsgeschichte eröffnet die Chiesa di San Silvestro. Sie wurde zwischen 1740 und 1749 im spätbarocken Stil wiederaufgebaut. In der Kirche befindet sich ein Gemälde von Giuseppe Marchetti: Es zeigt den heiligen Papst Silvester I. und den heiligen Benedikt bei der Anbetung des Heiligsten Herzens. Wer Bertinoros kulturelle Motive vergleicht, findet damit neben dem interreligiösen Museum auch ein klar benanntes Beispiel sakraler Kunst.

Weintradition in Gasse und auf dem Balcone della Romagna

La Strada della Vendemmia führt als etwa 100 Meter lange Gasse durch die Weintradition. Seit 2001 sind dort dauerhaft sieben Gemälde lokaler Künstler ausgestellt. Die Werke zeigen wichtige Momente des Weinbergslebens und der Weinproduktion. Zugleich verbindet die Ausstellungsroute die Via della Trinità mit der Via Vendemini. Die Gasse macht Weinbau so über Bilder zum Thema; die Campana dell’Albana knüpft mit ihrem jährlichen Läuten an die Weinlese an.

Die Campana dell’Albana kann auf dem Balcone della Romagna besichtigt und von jedermann geläutet werden. Einmal im Jahr kündigt ihr Läuten in Bertinoro den Beginn der Weinlese an. Die Glocke erinnert außerdem an die Weintradition Bertinoros und der Romagna sowie an die Albana als Italiens ersten Weißwein, der in jenem Jahr die D.O.C.G.-Anerkennung erhielt. Gasse und Glocke setzen unterschiedliche Akzente: Hier stehen Bilder von Weinberg und Produktion, dort ein wiederkehrendes Zeichen für den Beginn der Lese.

Aussichtspunkte und Routen rund um Bertinoro

Für den Blick auf die Landschaft sind zwei Orte benannt: Die Piazza della Libertà ist eine Panoramaterrasse mit Aussicht auf das Meer und die Ebene der Romagna. Der Beginn des Sentiero Monte dei Preti gilt auf dem Hügel von Bertinoro ebenfalls als Aussichtspunkt. So lassen sich ein Platz mit weitem Blick und der Anfang eines Weges als unterschiedliche Orientierungspunkte für die Landschaft wahrnehmen.

Der Bertinoro Tour beginnt und endet an der Burg von Bertinoro und führt durch das Umland mit Weinbergen, Olivenhainen, Obstgärten und Höhenzügen mit Meerblick. Die Route Bertinoro Strade Bianche setzt einen anderen Schwerpunkt: Sie verbindet die Hügel mit der Küste und führt durch charakteristische Orte wie die Salinen und Salzlager von Cervia sowie durch kleine Dörfer des Hinterlands. Zu ihrem Verlauf gehören Flussufer, ruhige Schotterstraßen im ländlichen Raum und asphaltierte Straßen. Im Vergleich ist der Bertinoro Tour vor allem durch Burg und Landschaft des Umlands beschrieben, während Strade Bianche die Verbindung von Hügeln und Küste sowie wechselnde Streckenoberflächen hervorhebt.

Auch ein Fest im Umfeld von Bertinoro bietet einen eigenen kulturellen Bezugspunkt: Das Fest der Madonna del Lago wird jedes Jahr am Sonntag nach Christi Himmelfahrt mit einer feierlichen Prozession bis zur Kathedrale von Bertinoro begangen.

Weitere Reiseziele entdecken: Terra del Sole, San Mauro Pascoli, Borello, San Mauro A Mare, Carpinello, Dovadola, Forlì, Santa Maria Nuova.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Forlì-Cesena.

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