Die Rocca dei Conti Guidi, die Badia di Sant’Andrea und eine besondere Trüffeltradition geben Dovadola mehrere Entdeckungsachsen. Dazu kommen Wanderwege mit unterschiedlichen Zielpunkten und ein benannter Anstieg für Radtouristen. Für die Planung hilft eine einfache Schwerpunktfrage: Möchten Sie vor allem Bau- und Kunstgeschichte erkunden oder Bewegung auf Wegen und Straßen einplanen?
Rocca und Geschichte
Die Rocca dei Conti Guidi ist ein bedeutendes Zeugnis mittelalterlicher Militärarchitektur und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Ihr Bergfried kontrollierte die Straße zwischen der Romagna und der Toskana. An der Rocca lässt sich so auch die strategische Rolle erkennen, die der Übergang zwischen den beiden Regionen in ihrer Geschichte spielte.
Auch die Befestigung im historischen Zentrum ist mit den Grafen Guidi verbunden: Sie ließen sie um das 12. Jahrhundert errichten. Die Einwohner nennen sie „La Roccaccia“. Zusammen mit der Rocca eröffnet dieser Name einen zweiten Blick auf die mittelalterlich geprägte Ortsgeschichte.
Abtei und Kirchenkunst
Die Badia di Sant’Andrea wurde im 11. Jahrhundert an der Stelle einer früheren Abtei errichtet, die von cluniazensischen Mönchen gegründet worden war. Dort befindet sich der Sarkophag mit den sterblichen Überresten von Benedetta Bianchi Porro. Gläubige aus ganz Italien pilgern dorthin, um ihr die Ehre zu erweisen. Die Badia bewahrt außerdem ein wertvolles Triptychon des Forlìer Malers Giacomo Zampa (1731–1808).
Für die Chiesa di Sant’Andrea sind eine romanische Fassade und Gemälde aus der romagnolischen, umbrisch-markigianischen und bolognesischen Schule charakteristisch. In der Kirche Santissima Annunziata wiederum ist in der zweiten Kapelle links ein wertvolles Holzkruzifix aus dem 14. Jahrhundert zu sehen. Ihre Geschichte beginnt mit einem örtlichen Einsiedler aus Ballistra, der sie zunächst als Schlafstätte gründete. Später wurde sie zu einem Gotteshaus; ab 1318 führten Dominikaner die Kirche.
Das Oratorio di Sant’Antonio e San Gennaro bietet einen weiteren architektonischen Bezugspunkt: Es gilt als Beispiel sakraler Architektur des 18. Jahrhunderts. Die verschiedenen Bauwerke setzen unterschiedliche Akzente – von mittelalterlicher Militärarchitektur über romanische Formen bis zur Sakralarchitektur des 18. Jahrhunderts.
Trüffeltradition und Geigenbau
Beim Trüffelfest von Dovadola rollen ehrenamtliche Sfogline der Pro Loco mehrere tausend Eiernudeln und Tagliatelle von Hand aus. Serviert werden sie mit Fleischragù und Trüffel. Das ist ein konkreter Einblick in die lokale Esskultur: Hier gehören handwerkliche Nudelarbeit und die Zutaten des Gerichts zusammen.
Auch der Geigenbau hat eine lokale Familiengeschichte. In Dovadola befindet sich die historische Werkstatt des Geigenbauers Luigi Foscolo Lombardi. Sein Großvater gründete sie 1897, anschließend führte sein Vater sie weiter.
Wanderwege und Radfahren
Der Cammino di Assisi führt vom Ort Dovadola über das Eremo di Montepaolo bis nach Assisi. Er ist damit der Weg, der Dovadola ausdrücklich mit dem Ziel Assisi verbindet. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die aktuellen Wegbedingungen auf der offiziellen Routenseite.
Ein anderer Zielpunkt kennzeichnet den Sentiero della speranza: Der Fußweg führt zu einer Höhle bei Montepaolo. Nach örtlicher Überlieferung gilt sie als Zufluchtsort des Heiligen für Abgeschiedenheit und Gebet. Montepaolo ist auch mit Antonius von Padua verbunden: Er lebte dort 1121/1122 mehr als ein Jahr lang in einem kleinen Franziskanerkonvent.
Für Radtouristen ist der Anstieg zum Passo Monte Trebbio eine weitere Option im Umfeld. Er ist 6 Kilometer lang, weist Steigungen von 10 bis 12 Prozent auf und gilt als klassisches Ziel für Radtouristen. Neben der Straße am Pass steht ein Denkmal für Radfahrer. Wer entlang der SS67 vor Dovadola unterwegs ist, findet auf dem Friedhof von Dovadola außerdem bemerkenswerte, monumentale Zypressen.
Bei der Wahl zwischen den beiden Fußwegen ist der Zielpunkt ein praktischer Unterschied: Der Cammino di Assisi führt über Montepaolo bis nach Assisi, der Sentiero della speranza zu einer Höhle bei Montepaolo. So können Sie Ihre Planung daran ausrichten, ob Sie eine längere Verbindung zwischen Orten oder einen Weg zu einem konkreten Ziel vorziehen.
Weitere Reiseziele entdecken: San Mauro A Mare, Castrocaro Terme, Quarto, Forlimpopoli, Borello, Predappio, Gambettola, Santa Sofia.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Forlì-Cesena.