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Ein mittelalterlicher Bergfried, der heute als Glockenturm dient, prägt die Rocca di Montecreto. Mehrere Mauerzüge umschließen den ältesten Kern der Festung. Zusammen mit Kirchen, einem Kastanienhain und Wegen im Cimone-Gebiet ergeben sich unterschiedliche Schwerpunkte für einen Aufenthalt in Montecreto.

Bauwerke und Geschichte

Die Pfarrkirche San Giovanni Battista liegt auf dem Podium der ehemaligen Festung und wurde im 17. Jahrhundert umgebaut. In der Kirche befinden sich zwei romanische steinerne Stylophorenlöwen. Auch das Oratorio della Madonna delle Grazie del Trogolino verbindet mehrere Zeitebenen: Es wurde 1628 errichtet und 1758 wiederaufgebaut. Das Bauwerk bewahrt das bekannte Bild der Madonna del Trogolino, gemalt auf einer Kupferplatte, sowie eine Orgel, die Don Tomaso Piacentini 1873 mit einem geschnitzten, verzierten Gehäuse fertigte.

Die Ponte dei Leoni ist 117 Meter lang und stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert. Drei Sandsteinbögen tragen die Brücke; vier Löwenstatuen schmücken sie. Casa Borra setzt einen anderen Akzent: Der historische Wohnsitz aus dem 16. oder 17. Jahrhundert hat einen Innenhof, zwei Wohnflügel und einen Taubenturm. Diese Bauformen geben einen konkreten Eindruck davon, wie unterschiedlich die örtlichen Zeugnisse von Festung, Sakralbau und Wohnsitz ausfallen.

Im Museum „La Casa dei Leoni di Pietra“ führen drei Abteilungen durch die Lokalgeschichte Montecretos und der Umgebung. Dazu gehören die Kriegsgeschichte des Frignano, die Geschichte der Ausbildungsstätte „Leonardo da Vinci“ und eine archäologisch-historische Abteilung. Ihre Funde reichen von der Vorgeschichte über die keltische und römische Zeit bis ins Mittelalter. Auch die Minen von Montecreto erzählen von mehreren Epochen: Das Gebiet wurde 2022 als Geotop anerkannt und umfasst unter anderem die Miniera di Cà Gabriele und die besser erhaltene Miniera di Cà Marsilio. Dort gibt es Hinweise auf Bergbau in römischer und mittelalterlicher Zeit. Ob ein selbstständiger oder geführter Zugang möglich ist, kann variieren; klären Sie die Zugangsform vor einem Besuch.

Kastanienhain und Landschaft

Montecreto liegt im Parco Regionale dell’Appennino modenese und im Cimone-Gebiet. Der Parco dei Castagni ist ein jahrhundertealter Kastanienhain im Zentrum des Ortes. Dort befinden sich ein altes Kastanientrockenhaus und die Mühle Mulino delle Belle addormentate. Beide werden für Veranstaltungen und Feste genutzt; das Programm kann wechseln. Die Gebäude halten zugleich die örtliche Tradition der Kastanienverarbeitung lebendig.

Ein kleiner, seltener See liegt in einer von Buchenwald umgebenen Senke, wenige hundert Meter von der Bergstation des Stellaro-Sessellifts entfernt. Im See leben zahlreiche Libellen sowie zwei seltene Molcharten: Bergmolch und Kammmolch. Für einen Ausflug in die Natur ist auch der verlassene Weiler Marina eine besondere Orientierung: Mit dem Auto erreichen Sie ihn über eine unbefestigte Straße ab der Via Magrignana. Zu Fuß führt ein Zugang von der Bergstation des Stellaro-Sessellifts dorthin.

Wandern und Pilgerwege

Für eine Wanderung mit historischem Schwerpunkt bietet sich der Rundweg Anello di Monte Penna in Acquaria an. Er ist etwa 6 km lang und verbindet eine Trekkingroute mit der Geschichte eines bedeutenden Ereignisses des Partisanenwiderstands. Dreizehn Tafeln erläutern die Geschichte des Ortes und des Ereignisses. Der Rundwanderweg Far West ist mit etwa 8 km länger und ausdrücklich auch für Kinder geeignet. Er führt vom Lago della Ninfa in Sestola zum Monte Cervarola in Montecreto. Bei Wanderungen können die Wegbedingungen variieren; prüfen Sie diese vor Ihrer Tour.

Auch zwei Pilgerwege beziehen Montecreto ein, setzen aber unterschiedliche Akzente. Die Via Romea Germanica Imperiale verläuft durch den Ort und wurde als Pilgerroute wiederentdeckt. Der Cammino di San Bartolomeo ist ein Fußweg durch Emilia und Toskana, der mehrere dem Heiligen gewidmete Orte verbindet, darunter Montecreto. Wer eine Wanderung mit Ortsgeschichte verbinden möchte, findet außerdem an den Tafeln des Anello di Monte Penna einen eigenständigen Zugang zur Geschichte des Widerstands.

Radfahren und saisonale Liftangebote

Der Natural Bike Park di Montecreto umfasst fünf vollständig naturbelassene Mountainbike-Strecken. Der Einstieg ist mit der Seilbahn Stellaro oder über die Via dei Monti möglich. Streckenangebot und Seilbahnbetrieb können saisonal variieren; prüfen Sie den Liftbetrieb vor der Fahrt. Für das Skigebiet Cimone starten drei Lifte in der Ortsmitte und ermöglichen den direkten Zugang. Auch dieser Liftbetrieb ist saisonal und sollte vor der Reise geprüft werden.

Für die Wahl des Aufenthalts lassen sich die Schwerpunkte so unterscheiden: Im Ortskern stehen Festung, Kirchen, Museum und Kastanienhain im Mittelpunkt; für Bewegung bieten sich Wanderwege, Pilgerrouten und Mountainbike-Strecken an. Die Lifte ergänzen das Angebot saisonal. So können Sie Montecreto danach einschätzen, ob Sie vor allem Bau- und Ortsgeschichte, Natur oder Aktivitäten auf Wegen und im Cimone-Gebiet suchen.

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