Comerio liegt auf einem aussichtsreichen Hügel nördlich des Lago di Varese, am Rand der grünen Hänge des Campo dei Fiori. Wege zu Höhlen, historische Bauwerke und ein tropisches Gewächshaus setzen unterschiedliche Schwerpunkte. So lässt sich ein Aufenthalt je nach Interesse mit Natur- oder Kulturthemen verbinden.
Wanderwege, Höhlen und Ausblicke
Die Wege rund um Comerio können zu Fuß oder mit dem Mountainbike genutzt werden. Das Wegenetz umfasst 18 Wege, auf denen Besucher die interessantesten Bereiche des Parco Naturale del Campo dei Fiori erkunden können. Eine Route mit besonders greifbaren Orientierungspunkten ist Weg 12 von Comerio: Er verläuft durch das Valle della Tacca und erreicht anschließend das Gebiet des Naturschutzgebiets Campo dei Fiori.
Unterwegs liegen zwei Höhlen an unterschiedlichen Höhenpunkten. Auf etwa 721 Metern führt ein Abzweig vom Weg 12 in wenigen Minuten zur Grotta del Remeron. Auf 930 Metern erreicht der Weg die Grotta della Scondurava, eine natürliche Höhle karstischen Ursprungs. Die Höhenangaben und der kurze Abzweig zur Remeron helfen, die beschriebenen Ziele auseinanderzuhalten, ohne sie zu einer einzigen Höhlenstation zusammenzufassen.
Weg 12 führt außerdem bis zur Militärstraße zum Forte di Orino. Das befestigte Militärgelände gehört zur Cadorna-Linie und liegt in der Umgebung von Comerio. Von dort reicht der Blick auf die Voralpen, die piemontesischen und zentralen Alpen, den Verbano, die westliche Poebene und die Varese-Seen. Für Naturinteressierte eröffnet sich daneben ein saisonaler Blick auf die Tierwelt: An einem der wenigen Teiche am Südhang des Campo dei Fiori legen im Frühjahr zahlreiche Grasfrösche und Erdkröten ihre Eier ab.
Kirchen, Villa und lokale Geschichte
Die Chiesa di San Celso stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist der erhaltene Teil einer gleichnamigen Abtei, die von den Mönchen gegen Mitte des 16. Jahrhunderts aufgegeben wurde. Ihre romanische Form zeigt sich im rechteckigen einschiffigen Innenraum, der halbkreisförmigen Apsis und dem freiliegenden Mauerwerk. Im Inneren befindet sich ein Fresko aus dem 16. Jahrhundert: Es stellt die Kreuzigung mit den Heiligen Celso und Benedetto dar. Architektur und Wandbild geben damit zwei verschiedene Anhaltspunkte für die Geschichte des Bauwerks.
Auch die Villa Tatti Tallachini verbindet mehrere Epochen. Sie wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf Veranlassung des Juristen Benedetto Tatti erbaut. Ende des 19. Jahrhunderts ging das Anwesen an die Familie Tallachini über. Die Familie ergänzte den Bau an der Ostseite um ein großes Spinnereigebäude und nutzte den kleinen Pavillon als besonderen Ort für Kammerkonzerte. Der Garten ist durch Treppenabsätze mit Wasserspielen, Statuen, Nischen und Nymphaeen gegliedert.
Zur Geschichte der Villa gehört auch die Serra tropicale del Comune di Comerio. Die Familie Tatti Tallachini errichtete sie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Anzuchtgewächshaus und Ergänzung zum Sammlungsgewächshaus der gleichnamigen Villa. Heute beherbergt sie fast 500 seltene, ungewöhnliche und tropische Pflanzenarten, die in Italien nicht häufig vorkommen. Ein weiterer historischer Akzent ist La Stele: Das Denkmal aus Bronze und Stahl entstand nach der Neugestaltung des Largo Ossola im Jahr 2001. Im 19. Jahrhundert züchteten fast alle Familien in Comerio Seidenraupen und lieferten sie an örtliche Betriebe in der Umgebung.
ComeRaro im Juni
Ein besonderer Termin für Pflanzeninteressierte ist ComeRaro, das Utopia Tropicale jedes Jahr im Juni in Comerio veranstaltet. Die Ausstellung und der Pflanzenmarkt widmen sich seltenen, ungewöhnlichen und tropischen Pflanzen. Zum Programm gehören Workshops, Gespräche und Führungen durch die Serra tropicale. Wenn Sie Ihre Reise auf ComeRaro ausrichten möchten, prüfen Sie vorab die konkreten Veranstaltungstermine. So lässt sich der Besuch des Markts mit dem Blick auf die Pflanzenwelt und die Geschichte des Gewächshauses verbinden.
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