Force liegt mit seinem mittelalterlichen Zentrum auf einem Höhenrücken zwischen dem Aso- und dem Tesino-Tal. Von hier reicht der Blick über Wälder, Berge und Täler bis zur Adria. Diese Lage verbindet den historischen Ortskern mit einem weiten Landschaftsrahmen. Für Ihre Reiseentscheidung sind vor allem zwei Themen prägend: die lange Geschichte der Kupferverarbeitung und das religiöse sowie architektonische Erbe. Ergänzend bieten ein Rad- und Fußweg sowie eine Etappe des Cammino dei Cappuccini konkrete Bezüge zur Bewegung im Freien.
Kupferhandwerk und kulturelle Spuren
Die Kupferverarbeitung war in Force bereits seit dem frühen 17. Jahrhundert weit verbreitet. Im Museo del Rame können Besucher in einem didaktischen Labor die Verarbeitung unmittelbar kennenlernen. Auch das Baccaiamento gehört zu dieser Geschichte: Es ist eine mit den früheren Kupferschmieden von Force verbundene Sprachform, die der Überlieferung zufolge der Verständigung auf Jahrmärkten und Märkten diente. Handwerk und Sprache erschließen damit zwei unterschiedliche Seiten der lokalen Kupfertradition: die praktische Verarbeitung und eine besondere Form des Austauschs.
Sakrale Kunst und Baugeschichte
Das Museo di Arte Sacra di Force wurde 2007 im historischen Palazzo Canestrari eingerichtet und zeigt Kunstwerke aus den örtlichen Kirchen. Dazu gehören Giuseppe Sacconis Originalzeichnungen für die Kirche San Francesco. Das Museum zeigt außerdem zwei bedeutende Werke von Simone De Magistris: auf Holz gemalte Szenen aus der Kindheit Christi und eine Madonna mit Kind aus polychromem Stuck. Es gehört zum Netzwerk der Musei Sistini del Piceno. Die Sammlung verbindet damit örtliche Kirchenkunst mit unterschiedlichen Motiven und Materialien; Sacconis Zeichnungen eröffnen zugleich einen Zugang zum Entwurf von San Francesco.
Der Bau der monumentalen Kirche San Francesco nach einem Entwurf des Architekten Giuseppe Sacconi begann 1882. Die Kirche steht an der Stelle eines 1272 errichteten Franziskanerklosters. Von diesem früheren Kloster sind der Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert und zwei stilofore Löwen erhalten. In der Via San Francesco steht außerdem die Porta-torre di San Francesco, ein Torturm aus dem 18. Jahrhundert. Ein deutlich jüngeres Bauwerk ist das Villino Verrucci: Es wurde 1935 im Liberty-Stil auf Veranlassung des in Force geborenen Architekten Ernesto Verrucci Bey errichtet. Die verschiedenen Jahreszahlen helfen, die Bauwerke als Zeugnisse unterschiedlicher Epochen einzuordnen.
Landschaft und Wege
Auch die Landschaft prägt den Besuchsort. Seit 1980 steht der größte Teil des Gemeindegebiets wegen seines erheblichen öffentlichen landschaftlichen Interesses unter Landschaftsschutz. Ausgenommen ist ein Radius von 250 Metern um das bebaute Zentrum. So lässt sich Force nicht nur über seine Bau- und Kunstgeschichte betrachten, sondern auch im Zusammenhang mit den Tälern, Bergen und Wäldern, die den Blick vom Höhenrücken aus bestimmen.
In der Contrada Madonnalago gibt es einen Rad- und Fußweg. Eine weitere Routenperspektive bietet Etappe 15 des Cammino dei Cappuccini, die bei Villino Verrucci Bey nach Force führt. Auf dieser Etappe gibt es auch einen Aussichtspunkt, von dem aus die gegenüberliegende Seite des Tals des Bachs Pallone zu sehen ist. Die beiden Angaben geben unterschiedliche Anknüpfungspunkte für Aktivitäten im Freien: einen Weg für Radfahrende und Fußgänger sowie eine Etappe eines längeren Wanderwegs. So können Sie bei der Planung wählen, ob Ihr Interesse stärker den Kulturstätten im Ort oder den Landschaftsbezügen der Wege gilt.
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