Pasturana verbindet kirchliche Baugeschichte mit ländlicher Wassernutzung und einer Waldroute am Rio Riasco. Die Antica Pieve di San Martino, der Canalone und die Passeggiata di San Martino stehen für unterschiedliche Zugänge zum Ort: von einer benediktinischen Klostersiedlung über die Versorgung einer Mühle bis zum Weg durch den Wald.
Kirchen und Klostergeschichte
Die Antica Pieve di San Martino wurde in langobardischer Zeit errichtet und später zu einer benediktinischen Klostersiedlung. Sie wurde kürzlich restauriert und konsolidiert. Auf jeder Seite weist sie vier Backsteinpfeiler mit jeweils vier hölzernen Dachbindern auf. Ihre Wände bestehen teils aus Ziegeln und Flusssteinen, teils aus Stampflehm in Pisè-Technik; an der Rückseite befinden sich drei Bögen aus ungebrannten Ziegeln. Pisè bezeichnet eine Stampflehmtechnik, bei der Lehm verdichtet wird.
Im ehemaligen Klosterbereich ist eine kleine Kirche erhalten geblieben, die wahrscheinlich das Baptisterium war. Die Pfarrkirche San Martino ist davon zu unterscheiden: Ihr Eingangsportal ist neoklassizistisch eingefasst; darüber befindet sich ein Fresko. Zur Kirche gehören außerdem eine Giebelfassade und ein Glockenturm. Das Oratorium Santissima Trinità steht neben der Pfarrkirche und wurde ebenfalls von der Familie Trotti errichtet.
Der Canalone: Wasserversorgung und Mühle
Der Canalone ergänzt die Kirchen um ein Beispiel ländlicher Wassernutzung. Das Bauwerk aus behauenem Stein führte das Wasser einer vom Rio Riasco kommenden Rinne über den Rio Torto und versorgte damit die Mühle von Pasturana. So tritt neben die kirchliche Baugeschichte ein technisches Thema: die Führung von Wasser zu einer Mühle.
Waldroute und Rio Riasco
Die Passeggiata di San Martino verläuft über die Straße Braghera durch den Wald und führt am Rio Riasco entlang. Der Fluss begegnet auch in der Geschichte des Canalone, dort jedoch in einer anderen Funktion: Von ihm kam die Rinne, deren Wasser der Canalone über den Rio Torto zur Mühle führte. Auf der Passeggiata ist der Rio Riasco der Fluss, an dem der Weg entlangführt.
Gavi-DOCG-Landschaft und Wein
Pasturana liegt in sanft hügeliger Landschaft am nördlichen Rand des Gavi-DOCG-Gebiets, wo die Agrarlandschaft in die ersten Erhebungen des Oltregiogo übergeht. In den Gemeinden des Gavi DOCG, zu denen Pasturana gehört, ist der Weinbau ein historischer Bestandteil der Agrarlandschaft. Entlang der Gavi-DOCG-Route können bei den dort ansässigen Erzeugern Besichtigungen und Verkostungen organisiert werden.
Ein datiertes Fest
Die Sagra del Corzetto fand vom 5. bis 7. September 2025 in Pasturana als 52. Ausgabe statt und wurde als das am längsten bestehende Fest des Ortes bezeichnet. Das ist ein historischer Termin, keine Angabe zu einem kommenden Fest.
Die Schwerpunkte unterscheiden
Für die Auswahl des Reisethemas lassen sich die Unterschiede nutzen: Die Pieve und die Pfarrkirche stehen für sakrale Baugeschichte, der Canalone für die technische Nutzung von Wasser. Die Passeggiata richtet den Blick auf Wald und Fluss, während der Gavi-DOCG-Bezug Weinbau und Agrarlandschaft zusammenführt. So können Sie Pasturana nach Ihrem Interesse an Kulturerbe, Landschaft oder Wein einordnen.
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