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Auf einem Felsvorsprung über dem linken Ufer des Orba liegt Rocca Grimalda, eine mittelalterlich geprägte Siedlung mit weitem Blick über die Landschaft. Von der Höhe reicht er von den letzten Ausläufern des Apennins bis zu den Hügeln des Monferrato. Kultur, Brauchtum und Weinbau geben dem Ort weitere, unterschiedliche Bezugspunkte – von einem Museum für Festmasken bis zu einer alten Pilgertradition.

Landschaft und Gartenkultur

Die Lage auf dem Felsvorsprung prägt den Charakter der Siedlung; der Ausblick verbindet die letzten Apenninausläufer mit dem Monferrato. Auch der Garten des Castello di Rocca Grimalda ist in verschiedene Gestaltungsformen gegliedert. Sein barockes Schema umfasst einen italienischen Garten, einen Hain beziehungsweise romantischen Garten und einen geheimen Garten mit aromatischen und Heilkräutern. Dieser ist im Stil eines mittelalterlichen Klostergartens gestaltet. Die Bereiche setzen unterschiedliche Akzente: italienische Gartenform, romantische Gestaltung und klösterliche Inspiration.

Masken, Museum und Lachera

Das Museo della Maschera di Rocca Grimalda ist Italiens einziges Museum, das ausdrücklich den Masken traditioneller Kalenderfeste in Italien und Europa gewidmet ist. Wenn Sie sich für regionales Brauchtum interessieren, steht damit ein klar umrissenes Thema im Mittelpunkt: Masken, die bei solchen Festen Verwendung finden. Das Museum ist sonntags von 15:00 bis 19:00 Uhr bis zum zweiten Sonntag im Oktober geöffnet. An anderen Tagen sind Besuche für Schulen oder Gruppen nach vorheriger Anmeldung möglich. Prüfen Sie die Öffnungszeiten vor Ihrer Anreise.

Eine weitere kulturelle Tradition ist die Lachera von Rocca Grimalda. Sie verbindet Tanz, Ritual und theatralische Darstellung und geht auf alte frühlingszeitliche Fruchtbarkeits- und Bittbräuche zurück. Ihre verschiedenen Elemente gehören zusammen: Die Lachera ist nicht allein als Tanz, sondern als Verbindung von Brauch und Darstellung beschrieben.

San Giacomo und die Pilgergeschichte

In der gleichnamigen Fraktion liegt die Kirche San Giacomo. Sie ist mit dem Kult des Apostels Jakobus verbunden, der sich ab dem 9. Jahrhundert im Zusammenhang mit der mittelalterlichen Pilgertradition nach Compostela entwickelte. Die Geschichte des Ortes umfasst auch einen alten Straßenverlauf: An der Kirche führte eine Straße entlang, die römische Wege von Libarna und Gavi über San Cristoforo, Capriata und San Giacomo nach Acqui verband. Pilger nutzten diese Verbindung ebenfalls. So treffen an San Giacomo die Entwicklung der Jakobusverehrung und die Geschichte eines über mehrere Orte verlaufenden Weges zusammen.

Peirbuieira und Weinbau

Peirbuieira ist ein lokales Gericht mit einer sehr alten volkstümlichen Tradition; sein Rezept wird bewusst geheim gehalten. Das Fest Festa della Peirbuieira findet traditionell am letzten Sonntag im August und an den drei vorangehenden Tagen statt. Dort kann das Gericht verkostet werden. Die aktuellen Festdaten sollten Sie vor der Reise prüfen.

Auch der Weinbau prägt Rocca Grimalda: Geordnete Rebzeilen und kräftige Farben gehören zum Landschaftsbild, und die Weinproduktion hat eine jahrhundertealte Tradition. Dazu zählt der Dolcetto di Rocca. Peirbuieira und Wein verweisen auf zwei Seiten der lokalen Esskultur: das Gericht mit seinem Fest und seiner überlieferten Rezepttradition sowie den Weinbau, der sich in den Rebzeilen und in einer langen Produktionsgeschichte zeigt.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Alessandria.

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