Campiglia Cervo liegt inmitten von Buchenwäldern; der Torrente Cervo durchquert den Ort. Gepflasterte Saumpfade, Kirchen und Kapellen geben der Landschaft zugleich eine kulturelle Seite. Beide Schwerpunkte sind in Campiglia Cervo präsent und lassen sich anhand konkreter Orte und Wegmerkmale erkunden.
Wald und Wege in Campiglia Cervo
Zahlreiche gepflasterte Saumpfade führen zu den Ortsteilen von Campiglia Cervo, durchqueren Buchenwälder und verlaufen an zahlreichen Votivkapellen vorbei; sie sind für alle zugänglich. Der Sacro Monte di San Giovanni verläuft vom Ort Campiglia durch Buchen- und Kiefernwälder. So unterscheiden sich die Wegmerkmale: Bei den Saumpfaden stehen Ortsteile und Kapellen entlang der Wege im Zusammenhang, beim Sacro Monte der Ausgangspunkt Campiglia und der Verlauf durch zwei Waldtypen.
Die Lage inmitten von Buchenwäldern und der Flusslauf des Torrente Cervo durch den Ort ergänzen diese Wegthemen um zwei weitere Aspekte der Ortslandschaft. Wer sich für die Landschaft interessiert, kann damit zwischen den gepflasterten Pfaden, der Route des Sacro Monte und dem Fluss unterscheiden, ohne sie als ein einziges Wegstück zu behandeln.
Kirchen mit unterschiedlichen Zeitspuren
Die Pfarrkirche von Campiglia Cervo ist den Heiligen Josef und Bernhard geweiht und stammt aus dem Jahr 1607. In ihr befindet sich das Polyptychon von Bernardino Lanino aus dem Jahr 1565, das kürzlich restauriert wurde. Das Kunstwerk ist damit älter als das Kirchengebäude, in dem es sich befindet.
Das Santuario di San Giovanni begann Anfang des 16. Jahrhunderts als kleine, in den Fels gehauene Kapelle. Die heutige Kirche wurde zwischen 1602 und 1608 erbaut. Die frühe Felskapelle und der spätere Kirchenbau markieren zwei unterschiedliche Bauphasen. Im Santuario befindet sich außerdem eine restaurierte Bibliothek. Klären Sie vor der Reise, ob ein Besuch möglich ist und unter welchen Bedingungen.
Santa Maria di Pediclosso steht am Fußweg zwischen dem Santuario di San Giovanni d’Andorno und dem Ortsteil Oretto und wird als älteste Kirche des Cervo-Tals bezeichnet. Bei der Feier an Santa Maria, die jedes Jahr am 1. Mai stattfindet, folgen auf die Messe eine Versteigerung gastronomischer Produkte und ein Mittagessen auf den Wiesen. Das verbindet die kirchliche Feier mit einem konkreten Einblick in die örtlichen Traditionen.
Häuser, Stein und lokale Geschichte
An Cà da Fè im Ortsteil Bussetti gilt als eines der ältesten Häuser des Tals und ist vollständig in seinem ursprünglichen Zustand erhalten. In Forgnengo sind die „giochi di pietra“ in niedrige Mauern innerhalb des Dorfes eingemeißelt. Diese beiden Orte lenken den Blick auf unterschiedliche Formen des baulichen Erbes: ein erhaltenes Haus und steinerne Details in den Mauern des Dorfes.
Die Einwohner errichteten die Cappella di Ritert aus Dankbarkeit für das Ende der Pest von 1641. Der Muro della Balma steht für die Handwerkskunst der Steinmetze des Tals und für die Geschichte der Syenitbrüche, die das Leben im Tal geprägt haben. Zusammen mit den Kirchen und den in die Dorfmauern eingemeißelten „giochi di pietra“ zeigen diese Beispiele verschiedene Bezüge zur lokalen Bau- und Handwerksgeschichte.
Weitere Reiseziele entdecken: Cossato, Simone, Sala Biellese, Cavaglià, Salussola, Lessona, Graglia, Bioglio
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Biella.