Zwischen den Laouziere-Steinbrüchen und San Pietro liegt nicht nur eine ausgeschilderte Wegstrecke: Auf der Rückrichtung befindet sich auch eine Land-Art-Installation. Schiefergeschichte und kulturelle Themen geben Villa San Pietro einen klaren Schwerpunkt für Reisende, die sich für lokale Geschichte, Kunst und Sprache interessieren.
Schiefergeschichte und ein Weg zu den Steinbrüchen
Die Laouziere di San Pietro Monterosso sind ein Schiefersteinbruchgebiet, das vom 17. bis zum 20. Jahrhundert ein wichtiges Zentrum des Arbeits- und Soziallebens im Valle Grana war. Die Steinbrüche erschließen damit zugleich einen Blick auf Arbeit und Zusammenleben im Tal.
Von San Pietro führt ein leicht begehbarer, ausgeschilderter Fußweg zu den Steinbrüchen und über die Weiler Combetta und Fugirous. Diese Ortsnamen machen den Verlauf konkret; Wegweisung und Einstufung als leicht begehbar geben Ihnen praktische Orientierung für die Planung zu Fuß.
Auf der Strecke von den Laouziere-Steinbrüchen zurück in Richtung San Pietro liegt die Land-Art-Installation Sulla via del Ritorno von Johannes Pfeiffer. Sie ergänzt die Beschäftigung mit dem historischen Steinbruchgebiet um einen künstlerischen Bezug entlang dieses Wegabschnitts.
Sprache, Kultur und die Babaciu
In San Pietro fördert die Vereinigung La Cevitou die lokale Sprache und Kultur der Region. Ein weiterer Zugang ist das interaktive Element Bastone di Gino: Besucher können dort die Erinnerungen von zehn Babaciu anhören und zwischen Italienisch, Okzitanisch, Französisch, Englisch, Deutsch und Piemontesisch wählen. Die sechs Sprachen gehören zum konkreten Erlebnis dieses Elements und machen die Auswahl beim Anhören selbst zu einem Teil der Begegnung mit den Erinnerungen.
Die Babaciu haben außerdem eine eigene Entstehungsgeschichte. Sie gingen 2003 auf eine Idee von Graziella Menardo zurück und sollten Besucher während des Patronatsfestes im August in San Pietro di Monterosso Grana willkommen heißen. Dieser Anlass erklärt ihren historischen Ursprung; das Bastone di Gino lässt heute ihre Erinnerungen anhören. So stehen die damalige Begrüßungsidee und die interaktive Begegnung mit den Babaciu in unterschiedlichen zeitlichen Zusammenhängen.
Castelmagno und regionale Esskultur
Die Präsentation des Castelmagno im Museo Terra del Castelmagno behandelt die Weiden des Tals, die Schritte des Herstellungszyklus und die Geschichte des Käses von der Krise bis zu seiner weltweiten Verbreitung. Wer sich für die Herstellung interessiert, findet dort den Blick auf einzelne Schritte; die Entwicklung des Käses wird über eine größere historische Strecke erzählt. Damit bietet die Präsentation sowohl einen Zugang zur Herstellung als auch zur Geschichte des Castelmagno.
L’Oste de Senpìe bietet ein gastronomisches Erlebnis mit hochwertigen Zutaten, vorzugsweise aus biologischem Anbau und nach dem Prinzip „km 0“. Dieser Zugang zur Esskultur ergänzt die Themen rund um den Käse und seine Präsentation im Museum, ohne beides gleichzusetzen: Hier steht das gastronomische Erlebnis im Mittelpunkt, dort die Geschichte und Herstellung des Castelmagno.
Ein kunsthistorisches Detail
Im Inneren der Parrocchiale di San Pietro in Vincoli befindet sich ein Taufbecken aus dem Jahr 1456, ein Werk der Brüder Zabreri. Das Objekt bietet einen präzisen Anker für Kunstgeschichte: Anders als das Steinbruchgebiet, dessen Bedeutung sich über Jahrhunderte auf Arbeit und Sozialleben erstreckte, ist das Taufbecken ein einzelnes Werk mit benanntem Entstehungsjahr und Urhebern.
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