Rund um Buddusò prägen Granitreliefs mit durch Erosion entstandenen Hohlräumen die Landschaft. Dazu kommen archäologische Anlagen und Granitkunst im Ort. Diese Verbindung eröffnet mehrere Blickwinkel: geologische Formen, die besondere Baugestalt von Nuraghe Loelle sowie Architektur und Kunst. Granit tritt dabei nicht nur in der Landschaft auf, sondern auch als Baumaterial und Werkstoff.
Granit in Landschaft und Kultur
Die Granitreliefs rund um Buddusò weisen Hohlräume auf, die durch Erosion entstanden sind. Sie werden Tafoni genannt, auf Sardisch auch Concheddas. Gemeint sind zwei Bezeichnungen für dieselbe Form, nicht zwei unterschiedliche Landschaftselemente. Darüber hinaus prägen Weißgranitsteinbrüche, Weideflächen, Korkeichenwälder und dichte mediterrane Macchia die Landschaft. Die Tafoni lenken den Blick auf die geformten Granitreliefs; die übrigen Merkmale zeigen, dass Buddusòs Landschaft auch von Weideflächen und Vegetation geprägt ist. Für Naturinteressierte ist diese Unterscheidung hilfreich: Der Blick kann sich auf die Formen im Gestein richten oder die weiteren Landschaftselemente als Teil des Ortscharakters einbeziehen.
Nuraghe Loelle und Ludurru
Nuraghe Loelle ist ein Mischtyp, der Merkmale von Korridor-Nuraghen und Tholos-Nuraghen verbindet. Zum Bau gehören ein zentraler Turm und eine dreilappige Bastion. Die Typbezeichnung ordnet Loelle architektonisch ein; die Bauteile benennen die konkrete Grundform. Um den Nuraghe erstreckt sich eine große Siedlung mit Rundhütten, in der Nähe liegen außerdem zwei Gigantengräber. Der archäologische Zusammenhang umfasst damit den Nuraghe, die Siedlung und die nahe gelegenen Grabstätten. Wer sich für Bauformen interessiert, erhält einen klaren Ausgangspunkt; die weiteren Bestandteile erweitern den Blick auf das Umfeld der Anlage.
Eine andere archäologische Station ist die Nekropole von Ludurru. Sie liegt etwa 200 m vom nordöstlichen Ortsrand von Buddusò entfernt. Prüfen Sie vor einem Besuch die örtlichen Zugangsbedingungen.
Architektur und Kunst in Buddusò
Werke aus Granit des Museo d'Arte Contemporanea werden im Außenpark des Museums und an mehreren Stellen in der Altstadt ausgestellt. Die Werke begegnen damit in zwei unterschiedlichen Ausstellungskontexten: im Außenpark und an mehreren Orten im historischen Ortsbereich. Granit erscheint hier nicht nur als Landschaftsmerkmal, sondern auch als Material künstlerischer Arbeiten.
Su Palattu ist ein mehrstöckiges Gebäude in Buddusò, errichtet aus sichtbaren oder nur grob behauenen Granitquadern. Die Angabe zur Bearbeitung macht einen Unterschied sichtbar: Bei Su Palattu geht es um Granit als Baustein, bei den Tafoni um durch Erosion entstandene Hohlräume im Gestein. Die Kirche San Quirico in Buddusò ist eine Barockkirche. Wer sich für Architektur interessiert, kann so zwei verschiedene Beschreibungsansätze vergleichen: Bei Su Palattu stehen Gebäudeform und Granitquader im Vordergrund, bei San Quirico die stilistische Einordnung als Barockkirche.
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