Zum Inhalt

Ein Aussichtspunkt auf etwa 234 Metern Höhe und ein kurzer Halt an einer alten Kapelle geben der Radtour „Budoni verso nord“ einen konkreten Bezug zu Tamarispa. Die Route verbindet Landschaft und Ortsgeschichte; eine weitere Tour führt über ländliche Orte bis nach Tamarispa. So lässt sich der Aufenthalt zwischen Radfahren, religiösem Erbe und der wechselvollen Geschichte des Dorfes ausrichten.

Radtouren mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Die Radtour „Budoni verso nord“ sieht einen kurzen Halt zum Besuch der alten Kapelle von Tamarispa vor. Auf derselben Tour liegt ein Aussichtspunkt auf etwa 234 Metern Höhe, an dem sich Himmel, Landschaft und Meer zu einem Panorama verbinden. Die Nordtour gilt als für alle geeignet. Kapelle und Aussichtspunkt sind dabei zwei unterschiedliche Anhaltspunkte: Der Halt führt zu einem konkreten Ort in Tamarispa, während der Aussichtspunkt den Blick auf die Landschaft in den Mittelpunkt stellt.

Die Radtour „Budoni verso sud“ führt über die SP24bis zu ländlichen Orten: Sas Murtas in der Gemeinde Posada und San Lorenzo liegen auf dem Weg bis zum Landort Tamarispa auf etwa 200 Metern Höhe. Auch diese Tour gilt als für alle geeignet. Im Vergleich zur Nordtour stehen hier die Abfolge der Orte und Tamarispa als Ziel im Vordergrund; die nördliche Route verbindet dagegen den Kapellenhalt mit dem Aussichtspunkt. Die Radtouren bieten somit verschiedene Blickwinkel auf die Umgebung, ohne dass dafür ein gemeinsamer Streckenabschnitt vorausgesetzt werden muss.

Historisches Tamarispa und das heutige Dorf

Das mittelalterliche Tamarispa lag im nördlichen Teil der unteren Gallura an einer erhöhten Stelle, an den Hängen oder auf dem Gipfel einer Erhebung. Das heutige Dorf liegt tiefer als das mittelalterliche Tamarispa und unweit des Riu Mannu. Ältere Einwohner nennen den Fluss „Su riu de Tamarispa“. Die Angaben zur erhöhten mittelalterlichen Lage und zum heutigen Dorf beschreiben damit unterschiedliche Ortslagen.

Die ältesten schriftlichen Nachrichten über Tamarispa stammen aus dem Liber Fondachi, einem Register, in dem die Steuereinnahmen aus den Besitzungen der Pisaner auf Sardinien verzeichnet wurden. Zwischen 1317 und 1319 lebten in Tamarispa höchstens vier Familien, also etwa zwanzig Einwohner. Im 16. Jahrhundert bezeichnete Gian Francesco Fara Tamarispa in seiner Schrift Chorographia als erloschen. Diese Zeitpunkte geben einen Einblick in die Entwicklung des Ortes, von frühen schriftlichen Nachrichten über die mittelalterliche Siedlung bis zu einer späteren Phase der Wiederbesiedlung.

Zwischen der zweiten Hälfte des 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden im Küsten- und küstennahen Gebiet zwischen Olbia und Posada mehrere kleine Siedlungen. Später gehörte auch Tamarispa zu diesen neu gebildeten Orten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebte Tamarispa von Landwirtschaft und Viehzucht. Die historische Entwicklung umfasst somit sowohl die mittelalterliche Siedlung als auch eine spätere Neubildung des Ortes; beides gehört zu unterschiedlichen Abschnitten seiner Geschichte.

Pfarrkirche und bäuerliche Kultur

Die Kirche der Beata Vergine Maria ist die Pfarrkirche von Tamarispa und ein vergleichsweise jüngerer Bau. Am Standort wurden keine älteren Sakralbauten und keine Überreste einer früheren Siedlung gefunden. Am Sonntag nach Pfingsten werden in der Kirche die Jungfrau Maria und die selige Maria Gabriella Sagheddu gefeiert. Zum Ablauf gehören eine Messe am Morgen und eine anschließende Prozession. Wenn Sie die Feier einplanen, prüfen Sie das jeweilige Datum vor Ort. Erkundigen Sie sich auch nach den Besuchsmöglichkeiten, falls Sie die Kirche besichtigen möchten.

Ein weiterer Einblick in die bäuerliche Kultur der Gallura bietet das Museo dello Stazzo e della Civiltà contadina in Budoni. Dort sind Werkzeuge von Bauern zu sehen, die in Stazzi lebten – den typischen ländlichen Wohnhäusern der Gallura. Zusammen mit der Geschichte Tamarispas, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Landwirtschaft und Viehzucht geprägt war, eröffnet das Museum eine regionale Perspektive auf bäuerliche Lebens- und Arbeitsweisen. Wenn Sie den Museumsbesuch einplanen, prüfen Sie die Besuchsmöglichkeiten vorab.

Anreise nach Tamarispa

Von Olbia führt die Anfahrt über die SS131 DCN in Richtung Nuoro. Nach etwa 30 Kilometern nehmen Sie die Ausfahrt Budoni/Agrustos und folgen anschließend der SP24 sowie der SP24 BIS nach Tamarispa. Die ungefähre Entfernung und die Abfolge der Straßen helfen bei der Orientierung; Straßenbedingungen können sich ändern, daher empfiehlt sich ein Blick auf die Route vor der Abfahrt.

Weitere Reiseziele entdecken: Badesi, Porto Cervo, Porto Paglia, Baia Sant'Anna, Ottiolu, Paduledda, Nuragheddu, Portobello.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Olbia-Tempio.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.