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Der Torre d’Arnolfo vereint gleich mehrere Namen und markiert mit einer eingemeißelten Jahreszahl einen besonderen Bezug zur Geschichte von Castelfranco di Sopra. Daneben stehen romanische Kirchenkunst, ein vielgestaltiges Geotop und wiederkehrende Theaterveranstaltungen. So können Sie den Ort mit unterschiedlichen Schwerpunkten kennenlernen: über seine Baugeschichte, die Landschaft oder einen konkreten Veranstaltungstermin.

Turm und historische Zeitbezüge

Der Torre d’Arnolfo ist der Turm der Porta Campana und wird auch Torre Fiorentina oder Torre dell’Orologio genannt. Als sichtbarster erhaltener Teil der ehemaligen Burg von Castelfranco di Sopra ist er zugleich ein Wahrzeichen des Ortes. In den Turm sind eine Florentiner Lilie und die Jahreszahl 1300 eingemeißelt. Er kann bestiegen werden; von oben reicht der Blick über Castelfranco, die Ausläufer des Apennins und die Balze.

Für die zeitliche Einordnung ist die unterschiedliche Bedeutung der Jahreszahlen wichtig: 1300 steht am Turm, während 1299 das Jahr bezeichnet, in dem das Castello Franco errichtet wurde. Die ursprüngliche romanische Chiesa S. Tommaso a Castelfranco war bereits während dieser Errichtung vorhanden. Die beiden Jahreszahlen beziehen sich also auf verschiedene historische Angaben.

Kirchen und Kunst

Die Chiesa S. Tommaso a Castelfranco verbindet mehrere Bau- und Kunstbezüge. Ihr Pronaos stammt aus dem 15. Jahrhundert und besitzt oktogonale Steinsäulen mit korinthischen Kapitellen; 1775 wurde er rekonstruiert. Die Kirche beherbergt außerdem florentinische Gemälde aus dem 16. und 17. Jahrhundert, darunter Werke aus dem ehemaligen Kloster der Augustinerinnen von Castelfranco. Das Alter des Pronaos und die spätere Rekonstruktion erzählen eine andere Geschichte als die Zeitstellung der Gemälde.

Weitere Kunstwerke bewahrt die Chiesa di San Filippo Neri: Dazu gehören Werke der Florentiner Werkstatt von Andrea del Sarto sowie Werke von Matteo Rosselli. Einen weiteren historischen Bezug setzt die Badia di San Salvatore a Soffena, die im 11. Jahrhundert auf den Ruinen einer antiken Burg errichtet wurde. Diese Orte und Werke eröffnen unterschiedliche Zugänge zu Architektur, Malerei und älteren Baugeschichten.

Balze und Streckenverlauf

Le Balze del Valdarno, auch Smotte genannt, sind ein charakteristisches Geotop aus geschichteten Sanden, Tonen und Kiesen. Die Formationen erreichen bis zu 100 Meter Höhe, weisen vielfältige Formen auf und sind von tiefen Schluchten durchzogen. Für die Landschaftsperspektive gehören damit sowohl die unterschiedlichen geologischen Schichten als auch die markante Höhenentwicklung und die Schluchten zum Bild.

Der Sentiero dell’Acqua Zolfina bietet einen eigenen, konkreten Streckenverlauf: Nach dem Verlassen von Castelfranco di Sopra folgt er dem Borro delle Fossate bis nach Botriolo. Anschließend verläuft er auf einer unbefestigten Straße in Richtung Riguzze.

Theater und Infiorata

Im Teatro Capodaglio findet regelmäßig eine Theatersaison statt. Dort wird auch der Premio Nazionale di Teatro Wanda Capodaglio ausgetragen, ein wiederkehrender nationaler Theaterwettbewerb. Die Infiorata folgt einem anderen zeitlichen Muster: Jährlich schmückt sie im Juni am Tag des Corpus Domini die Hauptstraßen von Castelfranco di Sopra mit Blumen.

Für die Planung lässt sich deshalb zwischen einem Besuch mit festem Anlass und einem Besuch mit Schwerpunkt auf Bauwerken, Kunst oder Landschaft unterscheiden. Bei der Infiorata ist er an den Juni und den Tag des Corpus Domini gebunden; für die Theatersaison oder den Wettbewerb sollten Sie die jeweiligen Veranstaltungstermine prüfen.

Weitere Reiseziele entdecken: Badia Tedalda, Sant'Andrea di Sorbello, Anghiari, Monte San Savino, Loro Ciuffenna, Toppole, Oliveto, Duddova.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Arezzo.

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