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Paterno verbindet eine ländliche romanische Kirche mit der Geschichte der Grangia Vallombrosana und einem handwerklichen Keramikstudio. Diese Themen unterscheiden sich deutlich: Bei der Pieve prägen Stil und Umgebung das Bild, bei der Grangia helfen datierte Stationen zur zeitlichen Einordnung, während das Studio Ceramico Giusti für handgefertigte Waren steht. So können Kulturinteressierte Architektur, Geschichte und Gestaltung als unterschiedliche Gründe für einen Aufenthalt abwägen.

Die Pieve im Grünen

Die Pieve di San Giovanni Battista in Paterno ist ein Beispiel für die toskanische romanische Architektur und zugleich eine ländliche Kirche inmitten des Grünen. Die romanische Zuordnung beantwortet eine architekturbezogene Frage; die Lage beschreibt dagegen den Charakter ihres Umfelds. Für Reisende, die sich für Kirchenarchitektur interessieren, ist der benannte Stil ein konkreter kultureller Anhaltspunkt. Im Vergleich zur Grangia Vallombrosana liegt der Akzent bei der Pieve auf der architektonischen Einordnung, während bei der Grangia datierte Stationen der Besitz- und Baugeschichte im Mittelpunkt stehen.

Die Geschichte der Grangia Vallombrosana

Die Entwicklung der Grangia verbindet Besitzgeschichte mit konkreten baulichen Veränderungen. Im Jahr 1100 wurden einige in Paterno gelegene Ländereien der Badia di Vallombrosa geschenkt; bald darauf ging Paterno vollständig in vallombrosanischen Besitz über. Im Jahr 1588 bauten die Vallombrosaner die Grangia wieder auf und erweiterten sie entlang der Straße nach Vallombrosa. Zwischen 1100 und 1588 liegen knapp fünf Jahrhunderte: Das erste Datum steht für eine Schenkung und den anschließenden Besitzwechsel, das spätere für Wiederaufbau und Erweiterung. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Grangia zerstört und später restauriert.

Kunst in der Kapelle

Zur Grangia gehört die dem Sant’Antonio Abate geweihte Kapelle. Bei der Restaurierung von 1840 wurde sie mit gemalten Architekturdarstellungen und Friesen ausgeschmückt. Das Gewölbe zeigt ein Fresko der in Herrlichkeit dargestellten Jungfrau mit Engeln, das Nicola Cianfanelli zugeschrieben wird. An der Altarwand befindet sich eine Scheinperspektive mit Apsisbecken und neoviercentistischen Supraporten. Die Kunstwerke sind dadurch nicht nur nach Motiv, sondern auch nach ihrem Ort in der Kapelle zu unterscheiden: Das Fresko gehört zum Gewölbe, die Scheinperspektive zur Altarwand. Wer sakrale Kunst interessant findet, erhält so konkrete Hinweise zu Künstlerzuschreibung, Bildmotiv und räumlicher Anordnung.

Handgefertigte Keramik

Das Studio Ceramico Giusti befindet sich in der Ortschaft Paterno in der Gemeinde Pelago. Seit mehr als 30 Jahren entwirft und produziert es Keramikwaren für Tisch und Haushalt, die vollständig von Hand gedreht, bearbeitet und dekoriert werden. Der Produktionsweg umfasst sowohl den Entwurf als auch mehrere manuelle Arbeitsschritte; Gestaltung und handwerkliche Ausführung gehören zusammen. Anders als bei den sakralen Bauwerken steht hier Keramik für den täglichen Gebrauch im Mittelpunkt. Sie ergänzt die Kirchenarchitektur und die Kunst der Grangia um ein eigenständiges Thema für Reisende, die sich für angewandtes Handwerk interessieren.

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