Montuolo lässt sich über zwei konkrete Perspektiven erschließen: die Bau- und Kunstgeschichte der Pieve di San Giovanni Battista und eine Radtour, deren Strecke durch den Ort führt. Für die Planung eines Aufenthalts sind das unterschiedliche Schwerpunkte: Die Pieve steht für den kulturhistorischen Schwerpunkt vor Ort, die Radtour für eine längere Strecke über mehrere Orte. Wer eine Ferienwohnung in Montuolo sucht, kann zunächst entscheiden, welche dieser Perspektiven den Aufenthalt prägen soll.
Die Pieve und Montuolos Geschichte
Die Pieve di San Giovanni Battista geht auf das 8. Jahrhundert zurück. Ursprünglich war sie San Martino geweiht; im 10. Jahrhundert änderte sich der Titel. Der Name Montuolo erscheint erst im Jahr 1000. So lassen sich die frühe Geschichte der Kirche und das spätere Auftreten des Ortsnamens als zwei eigene historische Linien betrachten.
Historisch war Montuolo ein kleines Dorf von Bauern und Fischern. Früher war der Ort unter dem Namen Flexo bekannt. Dieser Name geht auf eine Biegung des Kanals Ozzeri zurück, eines alten Flussarms des Serchio. Ortsgeschichte und Name verweisen damit auf unterschiedliche Aspekte: auf die frühere Dorfgemeinschaft und auf einen historischen Bezug zum Wasserlauf.
Umbauten und Grundriss der Pieve
Die monochrome klassizistische Dekoration der Pieve trägt die Jahreszahl 1825. 1829 wurde die Kirche erhöht und 1860 verlängert; bei diesen Eingriffen wandelte sie sich von einer Basilika zu einem Bau mit lateinischem Kreuzgrundriss. Die Jahreszahl der Dekoration steht somit vor den beiden späteren baulichen Veränderungen. Ein lateinischer Kreuzgrundriss bezeichnet eine Anlage, bei der ein längerer Hauptteil von einem Querarm gekreuzt wird. Für Architekturinteressierte verbinden sich hier eine datierte Dekoration und die Entwicklung der Bauform.
Fresken und ihre unterschiedlichen Datierungen
An den Wänden der Pieve sind Spuren von Fresken aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erhalten, die dem Umfeld der Werkstatt von Zacchia il Vecchio zugeschrieben werden. Ein Fresko aus dem 16. Jahrhundert zeigt die Trinità mit Santo Stefano und San Giuseppe. Ein weiteres stellt San Giovanni Battista bei der Taufe Jesu dar und stammt möglicherweise aus dem 14. Jahrhundert. Die zeitlichen Zuordnungen sind also nicht gleich sicher: Für das Tauffresko bleibt das 14. Jahrhundert eine mögliche Datierung, während die beiden anderen Angaben ins 16. Jahrhundert weisen.
Eine Radtour über Montuolo
Eine leichte, etwa 30 Kilometer lange Radtour beginnt an der Piazza Verdi in Lucca und führt über Montuolo, Ripafratta, Molina di Quosa und San Giuliano Terme. Die Reihenfolge macht Montuolo zu einer Station der Tour, nicht zu ihrem Ausgangspunkt. Wer die Fahrt einbeziehen möchte, kann die Streckenlänge und die genannten Orte als eigene mehrörtige Unternehmung in die Planung aufnehmen.
Für eine Buchung gelten mindestens 15 Tage Vorlauf und eine Mindestgruppe von zehn Personen. Da sich die Routendetails ändern können, prüfen Sie sie vor der Planung. So lassen sich die konkreten Buchungsbedingungen neben den örtlichen Kulturthemen berücksichtigen, ohne die Radtour mit einem Aufenthalt allein in Montuolo gleichzusetzen.
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