Lucca entlang seiner Stadtmauern entdecken
Die Mura di Lucca sind bis heute vollständig erhalten und erstrecken sich über mehr als vier Kilometer als städtischer Park. Sie können sie kostenlos zu Fuß erkunden oder mit dem Fahrrad befahren. Damit verbinden die Mauern ein prägendes Stück Stadtgeschichte mit einer Strecke, die sich auf unterschiedliche Weise erleben lässt. Wenn Sie Lucca zunächst im Freien entdecken möchten, bietet der Park einen anschaulichen Einstieg in die Stadt.
Auch die Ciclopedonale Puccini führt durch die von Mauern umgebene Stadt und schließt das Puccini Museum als Station ein. Kultur und Bewegung stehen hier also nicht getrennt nebeneinander: Das Museum ist Teil der beschriebenen Route. Prüfen Sie vor einer Tour die aktuellen Streckenbedingungen. Der Bahnhof Lucca liegt an der Piazza Ricasoli direkt außerhalb der Stadtmauern und ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.
Türme und Plätze mit unterschiedlichen Blicken auf die Stadt
Der Torre Guinigi verbindet ein markantes Bauwerk mit einem ungewöhnlichen Dachgarten: Auf dem 45 Meter hohen Turm wachsen Steineichen. Zusammen mit dem nahe gelegenen Torre delle Ore gehört er zu den zwei erhaltenen Türmen unter den etwa 130 mittelalterlichen Türmen Luccas. Zur Terrasse des Torre Guinigi führen 25 Treppenläufe mit insgesamt 230 Stufen. Bei klarer Sicht reicht der Blick über die Stadt, die grünen Hügel und Berge sowie zu den Apuanischen Alpen im Nordwesten, dem Apennin im Nordosten und dem Monte Pisano im Süden.
Auch die Glockentürme geben Lucca unterschiedliche Perspektiven. Nach Restaurierungsarbeiten wurde der Glockenturm der Cattedrale di San Martino im August 2016 für die Öffentlichkeit geöffnet. Er ist etwa 60 Meter hoch; der Aufstieg umfasst 217 Stufen und von der Glockenstube bietet sich ein 360-Grad-Panorama über Lucca und die Ebene. Im Juni 2023 wurde der Aufstieg zum 55,20 Meter hohen Glockenturm der Basilica di San Frediano ermöglicht. Seine 31 Öffnungen geben einen besonderen Blick auf die Altstadt und die Ebene von Lucca frei. Für die Turmaufstiege empfiehlt es sich, die aktuelle Zugänglichkeit vor dem Besuch zu prüfen.
Die Cattedrale di San Martino ist auch wegen ihrer asymmetrischen Fassade bemerkenswert; 1070 wurde sie von Papst Alessandro geweiht. Im Inneren befindet sich der Renaissance-Sarkophag der Ilaria del Carretto. Einen anderen historischen Zeithorizont eröffnet die Piazza Anfiteatro: Die heutige Piazza wurde ab 1830 vom Architekten Nottolini geschaffen. Sie entstand über einem elliptisch angelegten römischen Amphitheater aus dem 1. oder 2. Jahrhundert n. Chr.
Garten, Musik und Geschichte erleben
An der Südostseite der historischen Altstadt erstreckt sich der Orto Botanico di Lucca über zwei Hektar. Der Garten wurde 1820 als wissenschaftlicher Garten eingerichtet. Heute bewahrt er vom Aussterben bedrohte Arten und Sorten und unterstützt botanische Forschung und Bildung. So begegnen Sie hier neben den historischen Bauwerken auch einer Einrichtung, deren Schwerpunkt auf Pflanzenbestand und botanischem Wissen liegt.
Im Puccini Museum – Casa Natale führt die Entdeckung Luccas zur Biografie des Komponisten. Das Museum liegt zwischen der Piazza Cittadella und der Corte San Lorenzo. In der Wohnung in der Corte San Lorenzo wurde Giacomo Puccini am 22. Dezember 1858 geboren; dort verbrachte er seine Kindheit und frühe Jugend. Zu sehen sind originale Einrichtungsgegenstände und eigenhändige Partituren. Zum Museum gehört auch der Steinway-&-Sons-Flügel, auf dem Puccini sein unvollendetes letztes Meisterwerk Turandot komponierte.
Ein weiterer Zugang zur Stadtgeschichte ist das Museum des Via-Francigena-Entry-Points in der ehemaligen Casa del Boia. Es bietet einen interaktiven multimedialen Rundgang. Im Kasernenbereich des Baluardo San Salvatore umfasst der Hospitality-Bereich eine Cafeteria sowie Erfrischungs- und Ruhemöglichkeiten, um sich vor dem Weitergehen auszuruhen und zu erfrischen. Die Luminara di Santa Croce wiederum ist eine tief in der Geschichte Luccas verwurzelte Tradition.
Eine Spezialität aus dem Lucca-Gebiet
Auch die lokale Küche gibt einen Anlass, genauer hinzuschauen: Im Lucca-Gebiet heißen gefüllte Teigtaschen mit Fleisch und Fleischragù Tordelli. Ihre klassische Form ist ein geriffelter Halbmond. Der Name, die Füllung und die Form machen das Gericht zu einer besonderen regionalen Entdeckung – und zu einem kulinarischen Kontrast zu den Türmen, Gärten und historischen Plätzen, die Lucca prägen.
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