Monte San Quirico bietet für die Reiseplanung zwei unterschiedliche Schwerpunkte: kirchliche und kunsthistorische Zeugnisse sowie Wege und Natur am Serchio. An der Pfarrkirche, im Kapuzinerkomplex und in einer Freskenkapelle liegen jeweils andere historische Bezüge; der Serchio-Flusspark ergänzt sie um Rundweg, Kajakfahren und Einblicke in die Flusslandschaft. So können Sie abwägen, ob Kulturgeschichte oder Aktivitäten am Fluss Ihren Aufenthalt stärker prägen sollen.
Kirche, Kloster und überlieferte Traditionen
Die Pfarrkirche San Quirico in Monte San Quirico wird bereits in einem Dokument aus dem Jahr 788 erwähnt. Umbauten im 19. Jahrhundert ließen ihr mittelalterliches Erscheinungsbild verschwinden. In der Kirche befindet sich ein großes bemaltes Kreuz, das Taddeo Gaddi zugeschrieben wird. Schriftliche Erwähnung, bauliche Veränderung und Kunstwerk stehen damit für unterschiedliche Aspekte der Kirchengeschichte.
Ein traditionelles Fest wird in Monte San Quirico seit Jahrhunderten am ersten Sonntag der Fastenzeit gefeiert. Der wiederkehrende Termin gibt dem Fest einen festen Platz im Jahreslauf, ohne dass damit ein konkretes Datum für ein bestimmtes Jahr genannt ist.
Auch die Geschichte des Kapuzinerklosters reicht über einen einzelnen Bau hinaus: Das heutige Kloster ist der jüngste Sitz in einer langen Reihe von Klöstern, in denen die Bruderschaft von Lucca ansässig war. Es entstand durch den Umbau der 1885 erworbenen Villa Cotenna. Zum Kapuzinerkomplex gehört außerdem eine Kirche, die der heiligen Maria Assunta geweiht ist.
Fresken und Villengeschichte
Die Cappella della Villa Buonvisi-Spada beherbergt den einzigen bis heute erhaltenen vollständigen Freskenzyklus zur Legende des Volto Santo von Lucca. Die Fresken werden auf etwa 1580 datiert; die Zuschreibung an den Maler Agostino Ghirlanda gilt als Vermutung. Bei diesem Kunstwerk sind also sowohl die ungefähre Datierung als auch die vorsichtige Zuschreibung wichtig, allerdings aus unterschiedlichen Gründen: Das eine ist eine zeitliche Einordnung, das andere eine unsichere Künstlerzuordnung.
Ein weiterer biografischer Bezug ist die Villa Paolina Bonaparte. Paolina Bonaparte bewohnte die Villa von 1822 bis 1825. Ihr Park bietet Ausblicke auf die Apuanischen Alpen und auf die von Mauern umgebene Stadt Lucca. Damit tritt neben die religiöse und künstlerische Geschichte ein konkreter Abschnitt aus dem Leben einer historischen Bewohnerin.
Wege und Landschaft am Serchio
Der Serchio-Flusspark ist über die Petroni-Terrasse nahe der Brücke von San Quirico zugänglich. Vom Zugang zum Flusspark führt ein 11 Kilometer langer Rundweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad bis zur Brücke von San Pietro; am rechten Flussufer geht es zum Ausgangspunkt zurück. Die Strecke verbindet also ein festes Ziel mit einer Rückkehr zum Beginn, statt an der Brücke von San Pietro zu enden.
Der Park verläuft durch eine landwirtschaftlich geprägte Landschaft mit Getreideanbau und Pappeln. Im stadtnahen Abschnitt gibt es einen Skatebereich; zum Park gehört auch ein Reitzentrum. An der Fattoria degli Albogatti bieten Gemeinschaftsgärten Einblicke in die Grundlagen der Lucceser Seidenproduktion zwischen Maulbeerbäumen und Kokons. So begegnen im Themenfeld Landwirtschaft sowohl der Anbau in der Landschaft als auch die Geschichte eines lokalen Handwerks.
Am rechten Ufer gibt es Zugang zu einem Flussuferbereich, der als „Strand“ bezeichnet wird und an dem man sich im Sommer im kühlen Wasser des Serchio erfrischen kann. Kajakfahren ist zu jeder Jahreszeit möglich: Die langen, ruhigen Flussabschnitte führen flussabwärts in Richtung Meer. Der jahreszeitliche Unterschied liegt damit vor allem darin, dass die Erfrischung im Fluss für den Sommer beschrieben ist, während Kajakfahren ganzjährig genannt wird.
Auch die Natur am Fluss ist ein eigener Schwerpunkt. Entlang des Serchio wachsen seltene Pflanzenarten, die andernorts verschwunden sind. Zum Park gehört zudem ein als Schutzzone ausgewiesener ökologischer Korridor zwischen Berggebieten und Küste. Er bietet der Tierwelt Rückzugsorte sowie Raum für Nahrungssuche und Fortpflanzung.
Der Weg des Serchio-Flussparks überschneidet sich teilweise mit dem Puccini-Rad- und Fußweg, der dem Lucceser Komponisten gewidmet ist. Dieser führt von Celle di Pescaglia bis Torre del Lago am Lago di Massaciuccoli. Die Wege sind daher nicht gleichzusetzen: Der 11-Kilometer-Rundweg kehrt zum Ausgangspunkt zurück, während der Puccini-Weg eine eigene Verbindung zwischen seinen genannten Endpunkten bildet.
Zum kulturellen Leben am Fluss gehört außerdem das Flussfest, das jedes Jahr im September mit Spielen, Essen und Konzerten stattfindet. Im Park gibt es auch „tiro della forma“, ein altes Geschicklichkeitsspiel, bei dem Käseformen geworfen werden. Zusammen mit den Gemeinschaftsgärten zeigt dieses Spiel eine weitere Seite des Ortes: Neben Landschaft und Bewegung gehören auch landwirtschaftlich geprägte Traditionen zu den Themen, die Sie für Ihre Reiseplanung berücksichtigen können.
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