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Castelvecchio eröffnet einen unmittelbaren Blick auf seine Ortsgeschichte: Das Oratorio del Santissimo Rosario befindet sich unterhalb der Kirche San Giovanni Battista im Ortszentrum und ist durch eine schmale Gasse neben der Kirche erreichbar. Auch die Gassen des mittelalterlichen Dorfes gehören zum Ortsbild: Sie bewahren die ursprüngliche Struktur und führen hinauf zur Kirche San Ansano. So wird die Geschichte des Ortes nicht nur an einzelnen Bauwerken greifbar, sondern auch an der erhaltenen Anordnung seiner Gassen.

Gassen, Kirchen und Kunst

Die Pieve der Heiligen Ansano und Tommaso ist erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 879 belegt. Dabei handelt es sich um ihre erste urkundliche Erwähnung. Die Kirche San Giovanni Battista stammt dagegen aus dem frühen 17. Jahrhundert. So stehen eine frühe schriftliche Nennung der Pieve und die Datierung eines späteren Kirchenbaus nebeneinander. Diese unterschiedlichen Zeitangaben zeigen, dass sich Castelvecchios sakrale Geschichte nicht auf eine einzelne Epoche beschränkt.

In San Giovanni Battista befindet sich außerdem ein Tafelbild aus dem 15. Jahrhundert mit der thronenden Madonna mit dem Kind zwischen den Heiligen Johannes und Thomas. Das Werk ist älter als die Kirche aus dem frühen 17. Jahrhundert, in der es sich befindet. So treffen im selben kirchlichen Zusammenhang Bau- und Kunstgeschichte aus unterschiedlichen Jahrhunderten aufeinander. Die Kirche lässt sich damit sowohl über ihr Baualter als auch über ein Kunstwerk aus einer früheren Epoche einordnen.

Die Pieve und ihre Überlieferungen

Außerhalb des Ortes liegt die Pieve der Heiligen Ansano und Tommaso in einer ruhigen, grünen Landschaft. Ihr Standort unterscheidet sich damit vom zentralen Umfeld des Oratorio del Santissimo Rosario. Die Krypta gilt der Überlieferung zufolge als bevorzugter Ort des heiligen Ansano für den Rückzug zum Gebet. Lage und Kryptaüberlieferung geben zwei unterschiedliche Zugänge zur Pieve: einen über ihre Umgebung und einen über die religiöse Erinnerung.

Auch die Festgeschichte gehört zu den kulturellen Bezügen Castelvecchios. Das Fest der Madonna Addolorata wurde 1990 mit einer Prozession und einer Musikkapelle wieder eingeführt. Die traditionelle Prozession führte von der Pfarrkirche zur Pieve und zurück. Für die Kulturgeschichte ist damit nicht nur eine Feierform, sondern auch ihr Wegverlauf überliefert.

Mountainbike und Trekking

Bei den ausgewiesenen Routen geht es um zwei Aktivitätsarten. Nano Alto ist eine in Castelvecchio ausgewiesene Mountainbike-Route; der Sentiero Valleriana 52B und der Sentiero Valleriana 59 sind Trekkingrouten. Für die Auswahl bedeutet das eine klare Unterscheidung zwischen Mountainbiken und Trekking, statt alle drei Namen als gleiche Art von Weg zu behandeln. Zusammen mit Gassen, Kirchen und Kunst ergänzen die Routen die Kulturgeschichte um einen eigenen Schwerpunkt für Aktivitäten im Freien. Wer den Aufenthalt nach den eigenen Interessen ausrichten möchte, kann so zwischen Ortsgeschichte und sakraler Kunst oder Bewegung im Freien gewichten.

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