Der Fluss Pescia teilt das historische Stadtgefüge in zwei Bereiche: Die Kathedrale prägt den religiösen, das Rathaus den bürgerlichen Teil. Diese Gliederung eröffnet zwei Blickwinkel auf Pescias Geschichte. Dazu kommen die Papierherstellung in Pietrabuona, Kunst und Erzählmotive in Collodi sowie Gärten mit klar erkennbaren Gestaltungselementen.
Stadtbild und historische Gebäude
Die heutige Gestalt des Duomo di Pescia geht auf den vollständigen Wiederaufbau im Jahr 1684 zurück. Eine andere Zeitschicht begegnet Ihnen im Palagio: Der Bau war früher Sitz des Podestà, und sein erster Baukern stammt aus dem 13. Jahrhundert. Im Palagio befindet sich die Gipsoteca Libero Andreotti. So stehen in Pescia ein auf einen Wiederaufbau datierter Dom und ein Gebäude mit mittelalterlichem Baukern nebeneinander – unterschiedliche Zugänge zur religiösen und bürgerlichen Geschichte der Stadt.
Papiergeschichte und Pinocchio
Das Museo della Carta di Pescia befindet sich in Pietrabuona in der Cartiera Le Carte, einer Papiermühle aus dem 18. Jahrhundert. Es vermittelt die Herstellung von Papier aus Lumpen. Zum Besuch des Museo della Carta gehören die Cartiera Le Carte und die Sala Filigrane des Archivio Storico Magnani. Damit stehen der Ort der Papierherstellung und ein Archivbereich gemeinsam im Mittelpunkt.
In Collodi, Pescia, verbindet der Parco di Pinocchio Kunst und Natur in einem thematischen Kinderpark, der als märchenhafter Rundgang gestaltet ist. Im Bereich Paese dei Balocchi zeigen 21 Bronzeskulpturen von Pietro Consagra Figuren, Situationen und Schauplätze des Märchens. Der Percorso Monumentale gilt als erster Kunstpark Italiens. Weitere unterschiedliche Einblicke bieten das Museo Interattivo di Pinocchio mit Spielen, die von den Abenteuern der Puppe inspiriert sind, und das Laboratorio delle Parole e delle Figure mit Ausstellungen zur Illustration für Kinder und pädagogischen Workshops.
Auch Naturmotive gehören zu den Angeboten in Collodi: Die Casa delle Farfalle ist ein überdachter tropischer Garten, in dem Hunderte Schmetterlinge aus äquatorialen und tropischen Regionen zwischen Pflanzen, Blumen und Früchten frei fliegen. Für jüngere Besucher bietet der Parco di Pinocchio außerdem zwei Abenteuerparcours. Zu ihren Elementen zählen Hängebrücken, Balancepassagen, Baumstämme, Bretter und eine spektakuläre Seilrutsche über den Fluss.
Gärten und Verkostung
Der Garten der Villa Garzoni ist terrassenförmig entlang einer zentralen Symmetrieachse angelegt. Wege führen zu einem Bambushain und einem Labyrinth. Die Achse und die Terrassen geben dem Garten eine geordnete Gestalt; die beiden Ziele der Wege setzen dazu unterschiedliche Akzente. Im Giardino degli Agrumi di Pescia können Besucher Zitrusmarmeladen verkosten. Während der Besichtigung werden sie von einem Experten des Betriebs begleitet.
Wege und kulturelle Termine
Die ausgewiesenen Wege unterscheiden sich nach Aktivität und Verlauf. Der Sentiero della Bonifica Lungo Pescia ist in Pescia als leichte Mountainbike-Route ausgewiesen; der Sentiero Valleriana 49A gilt dort als leichte Trekkingroute. Der Sentiero Valleriana 55 ist in Pietrabuona als leichte Trekkingroute ausgewiesen. Eine weitere Möglichkeit ist der Rundweg Via della Fiaba: Er beginnt und endet im Ortszentrum von Pescia und verläuft auf einer mittelalterlichen Straße, die Pescia und Collodi verbindet.
Für eine längere Wanderung in der Svizzera Pesciatina verbindet ein Weg die zehn Castella. Er beginnt in Pietrabuona, folgt dem Fluss Pescia und dauert ungefähr sechs Stunden. Planen Sie für diese regionale Tour entsprechend Zeit ein. Der Palio degli Arcieri bietet einen anderen kulturellen Bezug zum Kalender: Er findet jedes Jahr am 1. September zu Ehren der Stadtheiligen Santa Dorotea statt. Liegt Ihre Reise auf diesem Datum, fällt der Aufenthalt mit dem Festtag zusammen.
Weitere Reiseziele entdecken: Monte A Pescia, Pietrabuona, Vellano, Collodi, Fibbialla, Aramo, Castelvecchio, San Quirico, Sorana.
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