Porciano liegt an der Straße, die von San Baronto nach Vinci führt. Die Siedlung gliedert sich in zwei Ortskerne rund um die beiden Türme und die Kirche San Giorgio. Terrassen, Zypressenreihen und Olivenhaine prägen die Landschaft rund um den Ort.
San Giorgio: Geschichte und Aussicht
Die Kirche San Giorgio bietet Aussicht auf den Montalbano und die gesamte Valdinievole. Bei passenden Sichtverhältnissen reicht der Blick bis zu den Türmen von San Gimignano. Montalbano und Valdinievole bilden damit den weiten Ausblick; San Gimignano kommt als konkreter Fernblick hinzu. Die Geschichte der Kirche reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück; besonders im 15., 17. und 18. Jahrhundert wurde sie mehrfach restauriert. Im Inneren befindet sich ein 1520 von Gerino da Pistoia geschaffenes Gemälde der Madonna mit dem Kind sowie der Heiligen Antonius Abbas und Nikolaus von Bari. Auf dem Hauptaltar befindet sich ein 1687 geschaffenes Ziborium aus Alabaster in Form eines würfelförmigen kleinen Tempels. Gemälde und Ziborium stammen aus unterschiedlichen Jahrhunderten und geben der Ausstattung jeweils einen eigenen kunsthistorischen Bezugspunkt.
Zwei Türme und eine historische Deutung
Die beiden für Porciano charakteristischen Türme heißen „Torre di sopra“ und „Torre di sotto“ und stammen wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert. Beide haben einen quadratischen Grundriss und sind ungefähr halb so hoch wie ursprünglich. Es wird angenommen, dass sie zusammen mit dem Turm von Collececioli und der Befestigung auf dem Colle di Montefiori Teil eines Verteidigungssystems zur Bewachung des darunterliegenden Tals waren. Diese mögliche Verbindung stellt die Türme in einen größeren Zusammenhang, ohne die vermutete Funktion als gesicherte Tatsache zu behandeln.
Ländliches Handwerk und regionale Kultur
Im Museum für alte ländliche Werkzeuge sind ländliche Gegenstände und Maßeinheiten zu sehen, dazu alte Schreiner- und Schuhmacherwerkzeuge sowie Geräte zum Spinnen von Wolle und Hanf. Die Sammlung spannt den thematischen Bogen vom Messen über Schreiner- und Schuhmacherarbeiten bis zur Verarbeitung von Wolle und Hanf. In den Hügeln von Porciano ist außerdem eine begrenzte Sticktradition erhalten. Im Gemeindegebiet von Lamporecchio ist die Brigidino-Tradition mit örtlichen Jahrmärkten und Märkten verbunden; Hersteller verkaufen die Süßigkeit dort weiterhin.
Wandern und Radfahren
Die Trekkingroute San Baronto–Porciano dauert zwei Stunden, hat mittleren Schwierigkeitsgrad und 150 Meter Höhenunterschied. Sie kann zu Fuß oder mit dem Mountainbike zurückgelegt werden und erreicht Porciano auf 216 Metern Höhe. Eine weitere Option ist die Rundroute Lamporecchio–Porciano–Lamporecchio: Sie führt über den Sentiero del Saletto durch den Wald und erreicht anschließend Porciano. Die Angaben liefern unterschiedliche Anhaltspunkte für die Wahl: Zur San-Baronto-Route sind Zeit, Schwierigkeitsgrad und Höhenunterschied genannt, zur Rundroute der Weg über den Sentiero del Saletto und der Waldabschnitt.
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