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Kirchenkunst, Villengeschichte und die Hügel des Montalbano geben Lamporecchio verschiedene Facetten. Sie können sich hier mit Kunstwerken und Gebäuden aus unterschiedlichen Jahrhunderten beschäftigen, aber auch die Landschaft und ihre Wege in den Blick nehmen.

Kirchen, Kunst und Ortsgeschichte

Die Chiesa di Santo Stefano ist ein Gebäude im florentinischen Renaissancestil. Sie wurde zwischen 1900 und 1921 über einer Kirche aus dem 14. Jahrhundert errichtet. In der Kirche befindet sich ein glasiertes, polychromes Terrakotta-Altarbild, das Giovanni della Robbia zugeschrieben wird. Architektur und Altarbild bieten dabei zwei konkrete Anknüpfungspunkte: die Baugeschichte des heutigen Gebäudes und ein Kunstwerk, dessen Zuschreibung mit dem Namen des Künstlers verbunden ist.

Eine andere historische Ebene begegnet Ihnen in der Chiesa dei Santi Desiderio e Baronto. Sie bewahrt die Krypta einer tausend Jahre alten Abtei, die teilweise mit Fresken ausgestaltet ist. Über Jahrhunderte war die Abtei Ziel von Pilgern. Die Chiesa di Santa Maria del Pruno wiederum bewahrt umfangreiche Freskenfragmente der pistoiesischen Schule aus dem 13. und 14. Jahrhundert sowie eine Madonna del Pruno aus Eichenholz aus dem 14. Jahrhundert. So reicht das erhaltene kirchliche Erbe von mittelalterlicher Malerei bis zu einer späteren Renaissancekirche.

Auch weltliche Gebäude erzählen von wechselnden Nutzungen und Epochen. Das Teatro Comunale entstand 1928 und 1929 als Palazzo Littorio beziehungsweise Casa del Fascio. Heute gilt es als Zentrum des kulturellen Lebens in Lamporecchio und empfängt jedes Jahr Schauspieler von nationalem Rang sowie lokale Amateurensembles. Das Museo delle arti e della cultura contadina del Montalbano umfasst 392 von der Familie Gori bereitgestellte Stücke: darunter ländliche Gegenstände, Maßeinheiten, Werkzeuge von Tischlern und Schustern sowie Material zur Verarbeitung von Wolle und Hanf. Der Bestand verbindet damit Alltagsgegenstände mit konkreten Handwerken und Arbeitstechniken.

Villen, Garten und Ausblicke

Villa Rospigliosi wurde in Auftrag gegeben, nachdem Giulio Rospigliosi 1667 unter dem Namen Clemens IX. zum Papst gewählt worden war. Der Entwurf wird allgemein Gian Lorenzo Bernini zugeschrieben. Heute ist die Villa Veranstaltungsort für Konzerte und Kunstausstellungen. Wenn Sie eine Veranstaltung einplanen möchten, prüfen Sie das aktuelle Programm für Ihren Reisezeitraum.

Der Parco Storico I Giardinetti war ursprünglich Teil der Villa Rospigliosi und ist heute ein städtischer Garten. Sein Wegenetz stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist radial angeordnet; es führt zu einem kleinen Aussichtspunkt mit Blick auf die umliegende Landschaft. Einen weiteren Panorama-Bezug bietet der Portikus der Chiesa di San Giorgio mit seinem Blick über die Valdinievole. Die beiden Orte stehen damit für unterschiedliche Perspektiven: ein Gartenweg zu einem kleinen Aussichtspunkt und ein Panoramablick über ein Tal.

Auch die Villa di Papiano lässt sich über ihre Baugeschichte einordnen. Das Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde im späten 19. Jahrhundert umfassend im neorenaissancezeitlichen Stil verändert. 1911 wurde dort eine Schule für Spitzenarbeit und weibliche Handarbeiten gegründet. Die Villa verbindet so ältere Bausubstanz mit späteren architektonischen Veränderungen und einer konkreten Episode der örtlichen Bildungsgeschichte.

Montalbano, Wege und Radfahren

Ein großer Teil des Gemeindegebiets von Lamporecchio erstreckt sich über die Hügel des Montalbano. Die nördlichen Hügel sind von Kastanien, Steineichen und Akazien bewaldet. Für das Montalbano sind außerdem mediterrane Strauch- und Kräutervegetation, alte Dörfer, von Terrassen umgebene Flächen und ausgedehnte Olivenhaine kennzeichnend. Damit stehen bewaldete Hügel und offene, terrassierte Landschaft als unterschiedliche Motive nebeneinander.

Für eine konkrete Routenentscheidung gibt es die Route San Baronto–Lamporecchio: Sie dauert 1 Stunde und 45 Minuten und ist als mittelschwer eingestuft. Davon zu unterscheiden ist ein 2015 im Gemeindegebiet angestoßenes Projekt, Wege wiederherzustellen, die bereits in CAI-Karten verzeichnet waren. Die Projektbeschreibung nennt also ein Vorhaben zur Wiederherstellung eines Wegenetzes; sie ist keine Angabe zur Dauer dieser einzelnen Route. Rund um San Baronto werden Anstiege und Serpentinen für Radtouren und Radrennen genutzt. Wer sich für Radfahren interessiert, findet hier daher einen anderen Zugang zur Landschaft als über Bauwerke, Gartenwege oder die Aussichtspunkte.

Brigidino und Olivenöl

Brigidino ist ein knuspriges, süßes Gebäck aus Lamporecchio. Es wird aus Eiern, Zucker, Anis und Mehl hergestellt. Seine Herstellung entwickelte sich zu einem Gewerbe, das mit den Bürgern des Ortes verbunden war und auf nahe wie entfernte Jahrmärkte und Märkte ausgerichtet war. Das Gebäck bringt damit sowohl eine konkrete Rezeptur als auch eine Geschichte des Handels mit dem Ort in Verbindung.

Beim Olivenöl ist die genaue Bezeichnung ein weiterer lokaler Anknüpfungspunkt: Olivenöl mit der zusätzlichen geografischen Angabe „Montalbano“ fällt unter die Bezeichnung „IGP Toscano“. Zusammen mit Brigidino ergibt sich ein Blick auf zwei unterschiedliche Aspekte der Esskultur: ein süßes Gebäck mit benannten Zutaten und ein Olivenöl, dessen geografische Angabe Teil einer geschützten Bezeichnung ist.

Weitere Reiseziele entdecken: San Baronto, Spicchio, Porciano, Stiappa, Larciano, Pieve A Nievole, Pescia und Pracchia.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Pistoia.

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