Radda / Chianti verbindet eine lange Weintradition mit Kirchen, mittelalterlichen Spuren und archäologischen Themen. Ein greifbarer Ausgangspunkt ist der 14. Mai 1924: An diesem Tag gründeten 33 Weinbauern aus der Region in Radda das Consorzio per la Difesa del Vino Chianti e della sua Marca di Origine. Wenn Sie für Ihre Reise mehr als eine Verkostung suchen, können Sie den Ort aus zwei Blickwinkeln entdecken: als Teil der Chianti-Weingeschichte und als Ziel mit eigenständigen kulturellen Themen.
Weintradition und Verkostungen
Die Casa del Chianti Classico bietet einen sensorischen Rundgang zur Entdeckung des Chianti Classico sowie geführte Weinverkostungen. Hinzu kommt ein Verkostungsmenü im ehemaligen Kloster, bei dem Speisen und Wein kombiniert werden. Damit stehen verschiedene Formen des Weinbezugs nebeneinander: ein Rundgang, angeleitete Verkostungen und ein Menü. Informieren Sie sich vor der Anreise über die Besuchsarrangements, wenn Sie eines dieser Angebote einplanen.
Eine andere Gelegenheit bietet Radda nel Bicchiere. Bei dieser Initiative der Pro Loco von Radda in Chianti werden Weine aus Radda gemeinsam mit örtlichen Produzenten verkostet; zugleich bezieht das Angebot für Besucher und Weintouristen den ganzen Ort ein. Wenn Sie die Veranstaltung einplanen, prüfen Sie die angekündigten Termine und Programmdetails.
Palazzo, Kirchen und mittelalterliche Spuren
Der Palazzo del Podestà aus dem 14. Jahrhundert liegt an der Piazza Ferrucci, dem zentralen Platz im Herzen des Orts. Nach Restaurierung und Sanierung wurde das Gebäude 2008 offiziell wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Der Palazzo ist vollständig zugänglich. In ihm befinden sich ehemalige Gefängnisse und Ausstellungsräume mit originalen Gewölben und Sichtsteinmauern. Wenn Sie einen Besuch planen, prüfen Sie vorab die aktuellen Besuchsinformationen.
Auch die Kirchen zeigen unterschiedliche architektonische Akzente. Die Propositura di San Niccolò besitzt eine monumentale neogotische Fassade, die Carlo Coppedè 1926 entwarf. Santa Maria al Prato ist dagegen eine romanische Kirche. Ihr Altarbild aus dem 15. Jahrhundert stammt von Neri Di Bicci und zeigt die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind. An der Porta Valdarnese und der Porta Fiorentina sind Spuren der mittelalterlichen Mauern erkennbar. Radda war zudem die alte Hauptstadt der Lega del Chianti. So treffen in den Bauwerken und Befestigungsspuren verschiedene Kapitel der Ortsgeschichte aufeinander.
Archäologie und Wege zu Fuß
Die Existenz von Radda in Chianti ist seit dem 9. Jahrhundert v. Chr. dokumentiert; archäologische Funde belegen etruskische Ursprünge. Der Parco Archeologico Poggio La Croce ist ein archäologisches Freilichtmuseum in einem Gebiet mit bedeutenden archäologischen, historischen, landschaftlichen und ökologischen Werten. Diese Themen ergänzen den Blick auf die Kirchen und mittelalterlichen Mauern um eine deutlich frühere Geschichte.
Gepflasterte Gassen und von Trockenmauern eingefasste Gärten lassen sich zu Fuß erkunden. Für Kunst im Freien ist der Weg Sulle tracce di Leo Lionni eine eigene Möglichkeit: Er beginnt am Podere Pescinale in der Gemeinde Radda in Chianti und führt zu ungewöhnlichen Skulpturen, die Leo Lionni geschaffen hat. So können Sie je nach Interesse den Schwerpunkt auf historische Bauten, archäologische Themen oder Skulpturen entlang eines benannten Weges legen.
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