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Im 13. und 14. Jahrhundert wurden in der Glashütte von Piegaro Glasscheiben und Mosaiksteine für die Fenster und Mosaike des Doms von Orvieto hergestellt. Diese Verbindung von Handwerk und Baugeschichte prägt den Blick auf den Ort bis heute: Das Museo del Vetro befindet sich in der ehemaligen Glashütte, mitten im historischen Ortskern. Kirchen, ein mittelalterlicher Brunnen und die Lage auf dem Hügel ergänzen den Rundgang durch Piegaros Geschichte.

Glasherstellung im Museo del Vetro

Das Museum ist ein Beispiel für Industriearchäologie: Seine Geschichte ist mit dem früheren Produktionsort verbunden. Auch der Besucherparcours greift die Glasherstellung auf. Er folgt dem früheren Produktionszyklus von der Mischung der Materialien bis zur Lagerung der fertigen Erzeugnisse. So steht der Ablauf im Mittelpunkt – vom Ausgangsmaterial bis zum fertigen Produkt – und nicht nur die Bedeutung des Glases für Piegaro.

Der Eingang des Museo del Vetro ist auch für Menschen mit Behinderungen zugänglich. Wenn Sie den Museumsbesuch einplanen, prüfen Sie die aktuellen Öffnungszeiten vorab.

Kirchen, Brunnen und historischer Ortskern

Die Chiesa S. Silvestro lässt sich ungefähr auf das Jahr 1000 datieren. Die Chiesa Madonna della Crocetta stammt aus dem 14. Jahrhundert und war ab 1486 Sitz der Glasbläserbruderschaft. Diese zweite Kirche verbindet die religiöse Baugeschichte Piegaros mit der Geschichte seines Glashandwerks.

Der älteste befestigte Ortskern liegt am höchsten und strategisch günstigsten Punkt des Hügels. Der mittelalterliche Brunnen stammt ungefähr aus dem 13. Jahrhundert und diente früher der Wasserversorgung des gesamten Ortes. Zusammen erzählen diese Orte von zwei unterschiedlichen Seiten des früheren Lebens: der Lage und Befestigung des Ortskerns sowie der Versorgung seiner Bewohner.

Auch der Palazzo Misciattelli-Pallavicini gehört zum historischen Bild Piegaros. Das bedeutende Gebäude aus dem 18. Jahrhundert diente der Familie Pallavicini als Landsitz; die Familie waren römische Fürsten und Herren des umliegenden Gebiets.

Hügelblicke und öffentliche Gärten

Piegaro liegt erhöht zwischen Eichen- und Kastanienwäldern. Von hier reichen die Ausblicke zum Monte Amiata und über die nahen toskanischen Täler. Auf dem Monte Arale, 853 Meter über dem Meeresspiegel, gibt es einen Park mit Panoramablick über das Nestore-Tal bis nach Perugia und zum Lago Trasimeno. Die beiden Blickrichtungen geben der Landschaft unterschiedliche Bezugspunkte: bewaldete Höhen und Täler auf der einen, die weite Aussicht vom Monte Arale auf der anderen Seite.

Im Ort liegt außerdem der Parco Rocolo, ein öffentlicher Garten neben der Piazza Verneuil en Halatte. Er ergänzt die historischen Gebäude und die Aussichtspunkte um einen öffentlichen Garten im Ortsbereich.

Mit dem Rad bis zum historischen Zentrum

Eine Radroute führt auf bequemen unbefestigten Wegen durch Wälder aus Flaumeichen, Zerreichen und Heidekraut bis zum historischen Ortskern von Piegaro. Dort kann das Museo del Vetro besucht werden. Die Route verbindet damit eine Fahrt durch die beschriebene Waldlandschaft mit einem Ziel, das die Glasgeschichte des Ortes aufgreift.

Für die Planung bietet sich ein klarer Unterschied zwischen den Schwerpunkten: Kirchen, Brunnen und Museum führen in die Geschichte des Ortskerns; Monte Arale und die Radroute lenken den Blick auf Landschaft und Bewegung. So lässt sich Piegaro nach dem eigenen Interesse an Baugeschichte, Glashandwerk oder Ausblicken entdecken.

Weitere Reiseziele entdecken: Chiugiana-La Commenda, Ripaioli, Colle, Monte Castello Di Vibio, Gaglietole, Uncinano, Badia, Capodacqua.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Perugia.

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