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Ein mittelalterlicher Kalkofen und die Via Romea Germanica eröffnen für Ranciano zwei unterschiedliche Perspektiven: archäologische Spuren früherer Produktion und einen konkreten Routenbezug. Die Verbindung von Castiglione del Lago nach Paciano führt über Ranciano. Wer einen Aufenthalt plant, kann Ortsgeschichte und Route als getrennte Schwerpunkte betrachten: Die eine erzählt von Funden und Siedlungsentwicklung, die andere ordnet den Ort in eine benannte Strecke ein.

Archäologie zwischen Römerzeit und Mittelalter

Bei den Ausgrabungen in Ranciano wurde 2022 ein mittelalterlicher Kalkofen freigelegt. Er entstand wahrscheinlich kurz nach 1252 n. Chr. Eine im November 2021 durchgeführte Magnetometrie-Untersuchung deutete auf mindestens vier Brennöfen hin. Außerdem wies sie auf ein großes Bauwerk hin, bei dem es sich möglicherweise um eine Werkstatt und/oder ein Lagergebäude handelte. Dabei stehen zwei unterschiedliche Arten von Befund nebeneinander: Der Kalkofen wurde ausgegraben; die Brennöfen und die mögliche Nutzung des großen Bauwerks sind Hinweise aus der Untersuchung. Die Jahresangaben haben verschiedene Rollen: 2021 datiert die Untersuchung, kurz nach 1252 die wahrscheinliche Entstehung des Kalkofens.

Bei Ranciano befand sich ein römischer Produktionsstandort. Zu den dort entdeckten Funden gehört eine Bronzestatuette des Eros, der ein Schwert hält. Sie befindet sich in der Sammlung des neuen Archäologischen Museums in Castiglione del Lago: Fundort und Sammlungsort sind also verschieden. Ein weiteres Fundstück ist ein Karneol mit der eingravierten Darstellung eines Ziegenhirten. Der Stein wurde für die Fassung in einem Ring abgeschrägt. Bei der Statuette prägt die Figur mit ihrem Schwert das Motiv; beim Karneol sind Material, Gravur und die vorgesehene Schmuckform die bestimmenden Details.

Ortsgeschichte und ländliche Siedlungsentwicklung

Ranciano entwickelte sich als eine der kleinen Siedlungen, die aus Bauernhäusern rund um die ehemalige Benediktinerabtei von Badia hervorgingen. Das ergänzt die Geschichte der Produktionsstätten um die Entwicklung eines ländlichen Siedlungsgefüges. So gehören sowohl einzelne archäologische Funde und Bauten als auch der Ursprung des Ortes zu Rancianos historischem Profil.

Ranciano auf der Via Romea Germanica

Die Verbindung der Via Romea Germanica von Castiglione del Lago nach Paciano führt über Ranciano und anschließend über Pescia und Sanfatucchio. Auf dem betreffenden Abschnitt verläuft der Weg auf dem Höhenrücken zwischen dem Lago di Chiusi und dem Trasimenischen See, durch sanfte, vollständig bewirtschaftete Hügel mit vielen Weinbergen. Die Reihenfolge der Orte hilft, den Verlauf einzuordnen; Höhenrücken, Hügel und Weinberge beschreiben dagegen den Landschaftscharakter. Prüfen Sie die Wegweisung vor Ort, bevor Sie sich auf den Weg machen.

Anreise planen

Als möglicher Ankunftspunkt kommt der Bahnhof Castiglione del Lago infrage; anschließend besteht eine Verbindung per Auto. Prüfen Sie aktuelle Anschlüsse vor Ihrer Reise erneut. So können Sie diese Anreiseoption bei Ihrer Planung berücksichtigen.

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