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Im Palazzo del Bo wurde 1594 das erste dauerhaft eingerichtete anatomische Theater errichtet. 1678 erlangte dort die erste Frau weltweit einen Universitätsabschluss. Die beiden Daten markieren prägnante Kapitel der Wissenschafts- und Bildungsgeschichte Paduas. Zugleich erschließt sich die Stadt nicht nur über ihre Universitätsgeschichte: Kunst, sakrale Orte, Archäologie, Botanik und Lebensmittelkultur setzen weitere kulturelle Schwerpunkte.

Wissenschaftsgeschichte und Museen

Das MUSME befindet sich in einem Palazzo aus dem 15. Jahrhundert, der das erste Krankenhaus der Stadt beherbergte. Die frühere Funktion des Gebäudes gibt dem Ort einen direkten Bezug zur Medizingeschichte Paduas. Einen anderen wissenschaftlichen Schwerpunkt markiert La Specola: Der Turm, ihr ältester Bereich, wurde 1994 als astronomisches Museum für die Stadt geöffnet. So stehen medizinische und astronomische Geschichte als unterschiedliche Themen nebeneinander, statt dass die Wissenschaftsgeschichte auf die Universität allein beschränkt bleibt.

Kunst, Archäologie und sakrale Geschichte

Der Museumskomplex Eremitani umfasst die Cappella degli Scrovegni und ein archäologisches Museum mit Funden aus paläovenetischer, römischer und ägyptischer Zeit. Dadurch stehen in einem Komplex die Kapelle und Zeugnisse aus drei verschiedenen historischen Epochen nebeneinander. Padova Urbs Picta gehört seit dem Sommer 2021 zum UNESCO-Welterbe. In der Kapelle des Heiligen Antonius befindet sich bis heute das Grab des Heiligen Antonius. Diese Orte setzen unterschiedliche Akzente: Museums- und Archäologiethemen, Welterbe und der Pilgerbezug des Antoniusgrabs.

Markt und botanische Themen

Der Palazzo della Ragione ist ein Wahrzeichen Paduas; sein Baubeginn wird auf 1218 datiert. In seinem Erdgeschoss befindet sich der Sotto Salone, ein überdachter Markt mit zwei Korridoren, in denen historische Geschäfte und Lebensmittelbetriebe liegen. Damit treffen Baugeschichte und Lebensmittelkultur an einem benannten Ort zusammen; für Besucher, die neben Museen auch Märkte in ihre Interessen einbeziehen, ist das ein eigener kultureller Schwerpunkt.

Auch botanische Themen bieten verschiedene Blickwinkel. Der Giardino della biodiversità umfasst vier Gewächshäuser und etwa 1.300 Pflanzenarten aus tropischen, subhumiden, gemäßigten und ariden Lebensräumen. Die vier Kategorien verdeutlichen die Spannweite der dort vertretenen Lebensräume, während die ungefähre Artenzahl die Größe der Sammlung einordnet. Für den Orto Botanico war ein „Horto Medicinale“ vorgesehen, in dem Pflanzen mit natürlichen therapeutischen Wirkungen studiert und erprobt werden sollten. So lassen sich die botanische Vielfalt des Giardino und diese historische Zweckvorstellung als unterschiedliche Zugänge betrachten.

Historische Wegfolge und Mobilität

Der sogenannte „Ultimo Cammino“ bezieht sich auf den Weg, den Sant’Antonio im Juni 1231 von den Santuari Antoniani di Camposampiero über das Santuario Antoniano dell’Arcella zur Basilica del Santo in Padua zurücklegte. Die benannten Stationen ordnen den Antonius-Bezug in eine historische Wegfolge ein, ohne dass daraus eine feste Besichtigungsroute für Ihren Aufenthalt werden muss.

Die meisten Museen der musealen Route in Padua befinden sich innerhalb der Zone mit beschränktem Verkehr (ZTL); empfohlen wird, sie mit Bus, Straßenbahn oder Taxi zu erreichen. So richten Sie die Wahl eines Hotels in Padua am Schwerpunkt Ihres Aufenthalts aus, ohne eine feste Besuchsfolge vorauszusetzen.

Weitere Reiseziele entdecken: Arquà Petrarca, Pernumia, Polverara, Due Carrare, Saletto, Ponte San Nicolò, Este, Carmignano Di Brenta.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Padua.

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