Due Carrare bietet Kulturgeschichte in unterschiedlichen Maßstäben: von der Siedlungsform des Borgo di Pontemanco über erhaltene Mühlentechnik bis zu Kunstwerken und Villen. Wer den Ort auswählt, kann einen Schwerpunkt auf Landschaft und Bauform oder auf Kunst- und Architekturgeschichte legen. Für die Planung zählt auch der jeweilige Zugang: Bei Villa Priuli Petrobelli sind Innenbesichtigungen derzeit nicht möglich, während Villa Capodaglio nur unter bestimmten Bedingungen für die Öffentlichkeit öffnet.
Pontemanco: Borgo, Mühlen und Kanal
Der Borgo di Pontemanco entwickelte sich als symmetrische Anlage aus zwei Siedlungskernen an den beiden Ufern des Biancolino. Diese beidseitige Anordnung prägt die Siedlungsform und macht den Ort auch über seinen Grundriss interessant. Am Kanal von Pontemanco können Sie die Uferdämme zu Fuß begehen oder mit dem Fahrrad befahren; teilweise verlaufen sie entlang der Ciclabile del sale e dello zucchero. So lässt sich die Wahl zwischen einem Spaziergang und einer Fahrt mit dem Fahrrad treffen. Prüfen Sie vor Ihrer Planung Zustand und Zugänglichkeit der Dämme vor Ort.
Im historischen Mühlenviertel ist eines von zwei Mühlengebäuden erhalten. Restauriert wurden unter anderem sechs Gruben für die Getriebe sowie ein alter Getreidespeicher. Diese Details lenken den Blick auf die technische Seite der Ortsgeschichte: Neben dem Gebäude selbst gehören auch die wiederhergestellten Teile der Mühlenausstattung zu den Merkmalen des Viertels. Zusammen mit dem Borgo und den Uferdämmen ergeben sich so unterschiedliche Blickwinkel auf Pontemanco – Siedlungsform, Mühlenbau und den Verlauf am Kanal.
Kunst und Baugeschichte
Das Museo del Volo wurde am 20. September 1980 eröffnet. Seine thematischen Bereiche zeichnen die Geschichte des Fliegens nach und geben dem Museum einen klaren historischen Schwerpunkt. In der Abbazia di S. Stefano befindet sich das hängende Mausoleum von Marsilio da Carrara. Es wird Andriolo de Santis zugeschrieben und entstand um 1338. Das Mausoleum bietet damit einen konkreten kunsthistorischen Bezugspunkt, dessen Datierung als ungefähre Angabe erhalten bleibt.
Einen anderen Zugang bietet die Chiesa di S. Giorgio. Dort befindet sich eine vergoldete Holzfigur des heiligen Georg, der den Drachen besiegt; die Figur soll als Prozessionswagen verwendet worden sein. Am Palazzo Tondello stehen architektonische Einzelheiten im Vordergrund: Sein Portikus besitzt sieben Bögen auf achteckigen Ziegelsäulen und liegt unter einer Loggia mit elf kleinen Bögen. Der Vergleich der beiden Bogenreihen – sieben am Portikus, elf kleine an der Loggia – macht die unterschiedliche Gliederung des Gebäudes anschaulich.
Villen: Architektur und Besuchsbedingungen
Die Gebäude der Villa Priuli Petrobelli sind derzeit nicht für Innenbesichtigungen geöffnet. Zu Fuß lässt sich die Villa jedoch außen umrunden: von der Fassade über die Piazza Norma Cossetto und an den Umfassungsmauern entlang bis zur Via Don Tecchio. Die Villa wurde kürzlich einem Entwurf von Vincenzo Scamozzi aus dem Jahr 1597 zugeschrieben. Bei diesem Besuch stehen somit der beschriebene Weg entlang des Außenbereichs und die Architekturgeschichte im Mittelpunkt, nicht eine Besichtigung der Innenräume.
Bei Villa Capodaglio gelten andere Besuchsbedingungen: Für die Öffentlichkeit wird sie anlässlich von Veranstaltungen und Weinverkostungen des landwirtschaftlichen Betriebs der Villa geöffnet, und zwar nach vorheriger Terminvereinbarung. Wer beide Villen in die Planung einbezieht, sollte diese Unterschiede berücksichtigen: Bei Priuli Petrobelli ist der Außenbereich der beschriebene Rundgang, während der Zugang zu Capodaglio an einen Anlass und eine vorherige Vereinbarung gebunden ist. So lässt sich die architektonische Auswahl mit den jeweils genannten Bedingungen abstimmen.
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