Pontelongo verbindet die Geschichte des Bacchiglione mit Zuckertradition, Industrie und Architektur. Besonders anschaulich wird das an der historischen dreibogigen Brücke, der Mühle am Fluss und den Spuren der Zuckerproduktion. Mit dem Museum GeSTA, der Ex Casa del Fascio und dem Festival della Dolcezza kommen unterschiedliche kulturelle Themen hinzu – von Weltkriegsgeschichte bis zu Veranstaltungen rund um Süßes.
Bacchiglione, Brücke und Industriegeschichte
Die historische Steinbrücke von Pontelongo hatte drei Bögen. Der mittlere war deutlich höher und breiter als die beiden anderen, damit Boote passieren konnten. Ein Hochwasser des Bacchiglione zerstörte die Brücke am 17. September 1882. Ihre Bauform macht den Zusammenhang zwischen Flussverkehr und Architektur greifbar; das genaue Datum hält zugleich einen Einschnitt in der Ortsgeschichte fest.
Auch die Mühle erzählt von der Verbindung zwischen Fluss und Arbeit: Sie wurde von Oreste Centanin gegründet, nutzte für die Produktion Dampfkraft und setzte den Bacchiglione als Transportweg ein. Ihre Geschichte reicht nachweislich mindestens bis 1875 zurück. Vom linken Ufer aus prägt die Mühle weiterhin die Silhouette des Ortes. Die Zuckerfabrik entstand am 26. Juni 1910 in einer Biegung des Bacchiglione. Zu Pontelongos historischer Wasserlandschaft gehört außerdem eine schiffbare Route über Padua, Battaglia, Bovolenta und Pontelongo, die die Euganeischen Hügel mit der Lagune bei Chioggia verbindet.
Architektur und Ortsgeschichte
Die Ex Casa del Fascio wurde 1938 errichtet und gilt als eines der seltenen Beispiele futuristischer Architektur in der architektonischen Landschaft Venetiens. Für Veranstaltungen war das Gebäude teilweise zugänglich; außerdem verfügt es über eine Rampe für barrierearmen Zugang. Klären Sie vor Ihrem Besuch, ob bei einer Veranstaltung Zugang möglich ist.
Die Villa Foscarini Erizzo wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Sommersitz der venezianischen Familie Foscarini da San Stae errichtet. Eine andere Spur zur Flusslandschaft führt nach San Geminiano di Terranova, einem Ortsteil Pontelongos: Nach der Begradigung des Flusslaufs im Jahr 1859 liegt die dortige Kirche San Geminiano am rechten Ufer. Die beiden Gebietsteile um San Geminiano sind durch eine Fußgängerbrücke miteinander verbunden.
Museum und Kunst
Das Museum GeSTA (Guerra e Saccisica Testimonianze Avvenimenti) wurde im April 2014 eröffnet. In seiner ersten Phase widmet es sich dem Ersten Weltkrieg und den Soldaten der Saccisica. Die Materialien werden überwiegend digital präsentiert; dazu kommen Vitrinen mit Kriegsgegenständen, Reproduktionen von Dokumenten über Soldaten und historischen Uniformen. So stehen digitale Präsentation und greifbare Ausstellungsstücke nebeneinander.
Ein weiteres Kunstwerk im Ortsbild ist das 2020 an einer Fassade der Mittelschule G. Leopardi geschaffene Wandbild von Tony Gallo.
Zuckertradition und Veranstaltungstermine
Die Gemeindeverwaltung erklärte Pontelongo 2006 zum „Paese dello Zucchero“ – zum „Zuckerort“. Rund um die Zuckertradition wurden im Laufe der Jahre unter anderem Zugfahrten zur Zuckerfabrik, öffentliche Vorführungen von Zuckerskulpturen und Workshops für junge Konditoren angeboten.
Das Festival della Dolcezza umfasst den letzten Sonntag im November, den ersten Sonntag im Dezember sowie das am 30. November gefeierte Patronatsfest Sant’Andrea. Da die beiden Sonntage von Jahr zu Jahr auf andere Kalendertage fallen, prüfen Sie vor der Reise die konkreten Termine der jeweiligen Ausgabe.
Freiluft-Bezüge
Der Parco della Rimembranza wurde 1927 eingeweiht. Die Area attrezzata Sport e Salute in Pontelongo wurde für körperliche Betätigung, Erholung im Freien und das allgemeine Wohlbefinden konzipiert. Damit stehen neben den historischen Themen auch ein Park und ein ausdrücklich auf Bewegung und Erholung ausgerichteter Bereich im Ortsbild.
Weitere Reiseziele entdecken: San Martino Di Lupari, Codevigo, Due Carrare, Monselice, Loreggia, Cornoleda, Villa del Conte, Stanghella.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Padua.