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Castana lässt sich über zwei Fragen erschließen: Wie verzweigen sich die Täler, und welche Spuren der Ortsgeschichte prägen den Ort? Castana liegt an der Provinzstraße Nr. 81 nach Posina im Val Posina. Wenn Sie Castana als möglichen Übernachtungsort prüfen, können Sie abwägen, ob Sie vor allem die Ortsgeschichte oder die Wege- und Talräume interessieren.

Täler und Orientierung rund um Castana

Die Straße durch das Val Posina verläuft am Wildbach entlang und führt bis zum Ortszentrum von Castana. Bei Castana teilt sich die Straße: Nach links führt sie weiter durch das Haupttal des Posina; nach rechts öffnet sich das Tal des Wildbachs Zara in Richtung Laghi. So stehen der Verlauf des Haupttals und die Öffnung zum Zara-Tal als unterschiedliche Richtungen nebeneinander. Der dolomitische Monte Maio ist 1.500 Meter hoch und trennt bei Castana die beiden Talzweige. Diese Orientierung hilft, die Ortslage im Zusammenhang mit den umliegenden Talräumen zu verstehen, statt Castana nur als Namen auf einer Karte zu betrachten.

Kirche San Pietro und Ortsgeschichte

Die Kirche San Pietro Apostolo in Castana ist dem Apostel Petrus geweiht. Ihre Geschichte lässt sich an mehreren Daten ablesen: Die Einwohner von Castana und Tovo erhielten am 29. Dezember 1797 die Genehmigung zum Bau der Kirche. Am 22. November 1803 wurde sie feierlich gesegnet. Die Pfarrei San Pietro Apostolo wurde später, durch bischöfliches Dekret vom 18. Februar 1957, errichtet. Das Patronatsfest von San Pietro wird am 29. Juni gefeiert.

Auch die Kriegsgeschichte des Ortes ist eng mit Castana verbunden: Während des Ersten Weltkriegs war Castana ein Frontgebiet. Im Mai 1916, während der Strafexpedition, war der Ort etwa vierzig Tage lang von der österreichisch-ungarischen Armee besetzt. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Kirche mit Kriegsmaterial angefüllt, darunter Bomben, Mörsergranaten, Gelatine, Patronen und Geschosse aller Kaliber. Der Gemeindegeschichte zufolge könnte sie während nächtlicher Kriegsbewegungen außerdem Kolonnen von Maultieren Schutz geboten haben. Das vorsichtig überlieferte Detail steht neben den konkreten Daten zur Kirche und zeigt, wie Orts- und Kriegsgeschichte hier ineinandergreifen.

Wege, Contrade und Landschaft

Ein Weg durch das Valle dei Biasi führt vom Ortszentrum zu den verfallenen Contrade Biasi di sotto und Biasi di sopra. Für die Planung empfiehlt es sich, den aktuellen Zustand und den Zugang vor dem Aufbruch zu prüfen. Eine andere Wegbeschreibung beginnt bei der Contrada Pasqualetti: Von dort führt ein gepflasterter Weg bergauf in Richtung des Kamms der Sogli Bianchi. Der Rundweg im Val di Tovo hat wiederum einen eigenen Charakter; unterwegs trifft man auf Anlagen aus dem Ersten Weltkrieg, verlassene Contrade und steile Felswände.

Diese Wege unterscheiden sich durch ihre beschriebenen Ziele und Merkmale: Im Valle dei Biasi stehen die beiden Contrade im Mittelpunkt, bei Pasqualetti der gepflasterte Anstieg in Richtung Kamm und im Val di Tovo die Verbindung von Kriegsrelikten, verlassenen Siedlungen und Felslandschaft. Alte Trockenmauern im Wald des Valle dei Biasi ergänzen dieses Bild. Sie erinnern daran, dass sich dort früher Wiesen befanden, die später von der Ausbreitung der Pflanzen überwuchert wurden. Damit begegnen Ihnen in der Landschaft nicht nur Wegziele, sondern auch Spuren einer früheren Nutzung des Tals.

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