Der Nationaal Park Dwingelderveld ist das größte Feuchtheidegebiet Westeuropas. Seine Landschaft ist von Gegensätzen geprägt: Feuchte Senken, die sogenannten Slenken, wechseln sich mit hohen Sandrücken ab. Dazwischen finden Sie Heide, Wald, Wacholdergebüsche und Flugsand; außerdem gibt es mehr als vierzig Venne.
Das Dwingelderveld auf unterschiedlichen Wegen erleben
Im Dwingelderveld können Sie wandern, Rad fahren, laufen und reiten. Auch Vogelbeobachtungen sind möglich: aus Beobachtungshütten oder hinter Sichtschutz. Der Aussichtsturm Dwingelderveld ragt neun Meter über das Gelände hinaus und bietet einen Blick über die Heide und die Venne des Nationalparks. In Ruinen liegt das Besucherzentrum, das als Ausgangspunkt für die Erkundung des Gebiets dient.
Eine weitere Besonderheit ist die Schaapskudde Ruinen, die aus etwa 300 Drentse Heideschafen besteht. Bei der Schaapskooi Ruinen sind Besucher täglich willkommen, um den Aufbruch oder die Rückkehr der Schafe zu beobachten. Genaue Uhrzeiten sind dafür nicht angegeben, sodass sich dieser Moment nicht als fester Programmpunkt planen lässt.
Echten: historische Anlage und Wanderroute
Am östlichen Rand des Dorfes Echten liegt die historische buitenplaats Echten im Tal des Oude Diep, auch Echtener Stroom genannt. Ihre kulturhistorische Bedeutung beruht auf ihrem Alter, der landschaftlich reizvollen Lage und der weitgehend erhaltenen Grundstruktur der Anlage. Huize Echten ist eine historische Havezate mit mittelalterlichen Wurzeln.
Die ausgeschilderte Wanderroute Echtener Esch ist 13 Kilometer lang und führt rund um Echten durch die Boswachterij Ruinen. Sie beginnt beim Landladen ’t Huus met de belle; dort stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Da sich genaue Parkmöglichkeiten und Routenbedingungen ändern können, lohnt sich vor dem Aufbruch ein Blick auf die aktuelle Situation.
Kirchen, Höfe und regionale Museumssammlungen
Auch die Kirchen erzählen von unterschiedlichen Bauphasen. Die Bartholomeuskerk in Blijdenstein war ursprünglich romanisch, wurde im 15. Jahrhundert umgebaut und im 16. Jahrhundert um ein nördliches Seitenschiff erweitert. Die Mariakerk in Ruinen ist eine gotische Kirche aus dem 12. Jahrhundert und gehörte ursprünglich zum Benediktinerkloster von Ruinen.
Die Museumboerderij De Karstenhoeve ist ein authentischer Bauernhof aus dem 17. Jahrhundert. Zu sehen sind historische Räume, landwirtschaftliche Werkzeuge, Kutschen und wechselnde Ausstellungen. Dort wird beispielsweise „koffie mit Roeffie“ angeboten: ein Tablett mit Birnenkuchen, Birnenlikör und einem Stück Roeffie-Kuchen nach einem Rezept aus Ruinerwold. Da sich Menüdetails ändern können, empfiehlt sich vor dem Besuch ein Blick auf das aktuelle Angebot.
Das Museumboerderij Pasmans Huus vermittelt anhand seiner historischen Einrichtung einen Eindruck vom häuslichen Leben um 1900. Zu den gezeigten Dingen gehören Trachtenhauben und alte landwirtschaftliche Geräte. Im Museum De Wemme gibt es jedes Jahr eine vollständig neue Ausstellung; außerdem ist ein kleiner Teil der einzigartigen Handkarrensammlung zu sehen. Einen anderen Einblick bietet die Korenmolen De Zaandplatte: Die Mühle ist mahlfähig und häufig in Betrieb, außerdem werden dort gebrauchte Bücher und Mehl verkauft.
Wege, Landschaftsbilder und kleine Entdeckungen
Das Roekpad ist ein etwa einen Kilometer langer Erlebnisweg, bei dem alle fünf Sinne angesprochen werden. Die Texte auf den Informationstafeln sind für blinde und sehbehinderte Menschen auch in Brailleschrift verfügbar. Etwas weiter entfernt kann kostenlos auf dem Parkplatz von Visio Echten geparkt werden; der Startpunkt ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht besonders gut erreichbar. Prüfen Sie die Parkregelung vor Ihrem Besuch.
Das Belevingsbos Kerkenveld in der Gemeinde De Wolden ist ein Spiel-, Aktivitäts-, Spazier- und Erlebniswald mit Vogelhäusern und einem Theater im Wald. Eine andere Art, die Landschaft zu entdecken, bietet das Dubbellint von Ruinerwold: Es ist etwa 7,5 Kilometer lang und 1,5 Kilometer breit und wird in einer nahezu offenen Landschaft durch zwei parallel verlaufende Bebauungsbänder geprägt. Entlang der Dokter de Larijweg bieten im April etwa 1.400 blühende Birnbäume bei der Havelterbergroute einen besonderen Anblick.
Auch eine Fahrradtour lässt sich mit einem Besuch verbinden: Die Route Boerenlandschappen kann unter anderem an der Museumboerderij Karstenhoeve in Ruinerwold begonnen werden. So stehen in De Wolden Naturbeobachtung, Bewegung und kulturhistorische Entdeckungen als unterschiedliche Schwerpunkte nebeneinander.
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