In Scheemda reichen die Themen für eine Reise von der Geschichte des Dorfes und seiner Kirche bis zur früheren Strohkartonproduktion und einer 25 Kilometer langen Wanderroute. Sie können Ihren Schwerpunkt danach wählen, ob Sie sich eher für Bau- und Ortsgeschichte interessieren oder Zeit für eine längere Wanderung einplanen möchten. Die Themen unterscheiden sich deutlich im Maßstab: vom Erinnerungsort und einzelnen Gebäudeelementen bis zur Strecke rund um das Oldambtmeer.
Dorfgeschichte, Kirche und Erinnerung
Nach einer erneuten Überschwemmung durch den Dollart im Jahr 1509 verlegten die Bewohner von Scheemda ihr gesamtes Dorf 1,5 Kilometer nach Norden. Am neuen Standort wurde die Scheemder Kirche als Saalkirche wiederaufgebaut. Der alte freistehende Kirchturm wurde 1570 durch einen neuen ersetzt. So markieren die Überschwemmung und die Verlegung einerseits, der spätere Austausch des Turms andererseits unterschiedliche Abschnitte der Ortsgeschichte.
Auch die Orgelgeschichte umfasst zwei klar zu unterscheidende Instrumente. Die heutige Orgel baute Roelof Meijer 1874; sie hat zwei Manuale. Die bemalten Orgelflügel der früheren Orgel wurden an das Rijksmuseum verkauft, dort jahrelang ausgestellt und befinden sich inzwischen im Museumsdepot. Das Joods monument in Scheemda erinnert an alle jüdischen Dorfbewohner, die während der Besatzungsjahre infolge von Kriegshandlungen ums Leben kamen.
Industriegeschichte in der Strokartonfabriek De Toekomst
Der Fabrikkomplex De Toekomst bestand ursprünglich aus zwei getrennten Fabriken: De Toekomst 1 von 1900 und De Toekomst II von 1908. Beide Gebäude entwarf der Architekt Pieter Geert Cremer. Bis 1968 wurde in der Strokartonfabriek Strohkarton hergestellt. Nach jahrelangem Leerstand wurde sie zwischen 2009 und 2011 so weit wie möglich in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Ein Teil von Paul Verhoevens Film „Zwartboek“ wurde 2006 in der Fabrik gedreht. Die Baujahre, das Ende der Produktion und die spätere Restaurierung geben der Industriegeschichte jeweils einen eigenen zeitlichen Bezug.
Bei der Strokartonfabriek De Toekomst in Scheemda können Besucher das virtuelle Aussichtsturm-Erlebnis „Groningen van Boven“ nutzen. Prüfen Sie vor einem Besuch die aktuellen Angaben zu diesem Erlebnis.
Ein anderer Blick auf das bauliche Erbe
Die Oldambtster Dwars-Haus-Bauernhofanlage an der Oosterstraat 53 wurde um 1894 errichtet. Zur Anlage gehört ein großer Garten mit Resten einer landschaftlichen Gestaltung. Dazu zählen eine Erhöhung mit Linden in einem Halbkreis sowie ein Graben, der zu einem Teich umgestaltet wurde. Dieser Garten ergänzt die Kirchengeschichte und die Industriearchitektur um eine weitere Art, wie historische Gebäude und ihre Außenanlagen beschrieben werden.
Praktische Planung: Termine, Fahrrad und Wanderung
Publikationen des Cultuurhistorisch Centrum Oldambt können im Zentrum in Scheemda nach Terminvereinbarung abgeholt werden. Das ist grundsätzlich mittwochs oder donnerstags möglich; die Zahlung erfolgt bar. Vereinbaren Sie vorab einen Termin und prüfen Sie die aktuellen Abholhinweise, bevor Sie Ihre Anreise darauf abstimmen.
Für Touren durch Oldambt können Sie Fahrräder bei Roggeveld Fietsen, Stationsstraat 20 in Scheemda, mieten. Da sich der Service ändern kann, empfiehlt es sich, die aktuellen Angaben vor der Reise zu prüfen.
Die Wanderroute „Blauwe Stad – Oldambtmeer“ ist 25 Kilometer lang, beginnt in Scheemda und verläuft größtenteils um das Oldambtmeer. Planen Sie die Strecke als eigenes Wanderziel ein und prüfen Sie die Routendetails vor dem Start. So bleiben die Wanderung und die historischen Themen unterschiedliche Schwerpunkte bei der Planung Ihres Aufenthalts.
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