Im Zentrum von Gemert steht das alte Kasteel Gemert. Die Bauarbeiten begannen 1391 im Auftrag des Komturs Hendrik Reinaart van Husen; später wurde das Schloss von Rittern des Deutschen Ordens bewohnt. Es steht auf der Liste der Rijksmonumenten. Geschichte zeigt sich hier auch in der Verbindung von Kirche und Orden: Die Kerk Sint Jans Onthoofding stammt aus dem Jahr 1437 und ist eng mit dem Deutschen Orden verbunden. Das benachbarte Kasteel van Gemert war das Hauptquartier des Ordens in Gemert.
Ein weiterer historischer Ort mit religiöser Bedeutung ist die Kerk Onze Lieve Vrouw van Handel. Ihre Kapelle wurde um 1220 gegründet; die Kirche gilt seit jeher als wichtiger Wallfahrtsort. Im Processiepark hinter der Kapelle befindet sich der mit ihr verbundene Brunnen. Auch das Esdonks Kapelleke ist weiterhin ein Wallfahrtsort, der Maria Magdalena gewidmet ist und als der einzige seiner Art in den Niederlanden gilt. Jedes Jahr am Karfreitag wird dort eine große Freiluftmesse gefeiert. Da der Termin jährlich wechselt, empfiehlt es sich, die Veranstaltungsdaten vor einem Besuch zu prüfen.
In Bakel reicht die Kirchengeschichte weit zurück: Auf dem Gelände der Sint Willibrorduskerk gibt es seit 721 eine Kirche. Die heutige Kirche ist ein Rijksmonument; ihr Turm stammt aus dem 16. Jahrhundert. Einen anderen Einblick in die Geschichte bietet die Latijnse School in Gemert, die 1587 eröffnet wurde. Das ehemalige Schulgebäude wird heute als historisches Informationshaus „De Latijnse School“ genutzt, in Zusammenarbeit mit dem Gemeindearchiv Gemert-Bakel und dem heimatkundlichen Verein „De Kommanderij Gemert“.
Dorfleben, Handwerk und Mühlen
Das Boerenbondsmuseum widmet sich dem Leben in einem Brabanter Dorf um 1900. Zu seiner Anlage gehören Handwerksgebäude, in denen regelmäßig traditionelle Handwerke vorgeführt werden. Jeden Sonntag organisiert das Museum thematische Aktivitäten, und zwar während der Museumssaison von März bis einschließlich November. Für die Planung lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Jahreskalender. So lässt sich der Museumsbesuch auf die gewünschte Aktivität abstimmen, statt nur die Dauerthemen des Dorflebens kennenzulernen.
Auch Mühlen erzählen von unterschiedlichen Bauformen und Nutzungen. Die De Laurentia in Milheeze wurde 1892 erbaut und ist eine achteckige Windmühle in Gurtbauweise. Die Molen De Volksvriend entstand 1888 als steinerne Wind-, Getreide- und Rindenmühle. Bei der Laurentia fällt die achteckige Form ins Auge; bei De Volksvriend verbindet sich die Windmühle mit zwei benannten Mahlfunktionen. Zusammen mit Schloss, Kirchen und historischen Schulgebäuden bilden die Mühlen einen weiteren Zugang zur Bau- und Handwerksgeschichte der Region.
Wald, Heide und Wasser
Beestenveld und Klotterpeel vereinen historische Waldalleen, den Koordekanaal, die Beestenveldse Loop, Weiher und Heideflächen. Beide Gebiete sind ganzjährig auf ihren Wegen und Pfaden zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zugänglich. Da sich Zugangsregeln vorübergehend ändern können, sollten Sie vor Ort die Eingangsschilder beachten. Wer lieber offene Heide als Waldwege erkundet, findet an den Bakelse Plassen sowohl nasse als auch trockene Heide. Dort wachsen unter anderem Sonnentau, Glockenheide, Besenheide und Sumpf-Bärlapp; auch Zauneidechsen und Moorfrösche haben dort ihren Lebensraum.
Die Bakelse Plassen gelten an Ufern und auf dem Wasser als vogelreich. Zudem leben dort Wasserfledermäuse. Beobachtungen von Tieren können je nach Jahreszeit variieren. Eine andere Landschaftsform zeigt das Landgoed De Groote Slink in Elsendorp: Es wurde zwischen 1910 und 1917 im englischen Landschaftsstil angelegt. Das Landgoed Nederheide umfasst ausgedehnte Wälder, Heideflächen, Sandverwehungen und natürliches Wasser. So stehen innerhalb der Region unterschiedliche Landschaftseindrücke nebeneinander, von Waldalleen und Weihern bis zu offenen Heideflächen.
Unterwegs und aktiv draußen
In Gemert-Bakel gibt es zahlreiche Rad-, Wander- und Mountainbike-Routen durch Naturgebiete und Dorfkerne sowie entlang historischer Sehenswürdigkeiten. Die Zeven dorpenroute Gemert-Bakel ist 48,2 Kilometer lang und verbindet sieben Dörfer. Gedruckte Fahrradrouten sind beim VVV am Ridderplein in Gemert erhältlich; da sich die Verfügbarkeit ändern kann, empfiehlt sich eine kurze Nachfrage. Die Natuurpoort Nederheide dient als Start-, Ruhe- und Endpunkt für Wanderungen und Fahrradtouren durch das Naturgebiet De Stippelberg.
Der Breukenpad De Specht verläuft am Natuurcentrum De Specht und ist Teil des Geoparks Peelhorst en Maasvallei. Das Naturzentrum bietet besonderen Vögeln und Insekten einen Lebensraum. In De Rips richtet sich der Jubelpad ausdrücklich an Kinder: Der Abenteuerweg begleitet den Kobold Jubel und seine Waldfreunde. Schilder mit QR-Codes informieren über die Figuren und Waldtiere und enthalten Aufgaben für Kinder. Damit setzt der Weg einen anderen Schwerpunkt als die längeren Rad- und Wanderrouten: Hier stehen eine Geschichte und kleine Aufgaben im Mittelpunkt.
Auch Garten, Wasser und geführte Erlebnisse ergänzen die Auswahl. Der Heerlijck Hopveld-Garten von VELT Gemert ist sieben Tage pro Woche zum Spazierengehen frei zugänglich; bitte prüfen Sie den Zugang vor Ihrem Besuch. Das Natuurbad Nederheide bietet an einem Sandstrand und auf einer Liegewiese Möglichkeiten zum Schwimmen und Sonnenbaden. Die Öffnung ist saisonabhängig, und die Wasserbedingungen sollten vorab geprüft werden.
Die Vlindersafari in Gemert präsentiert Schmetterlinge aus aller Welt in einem exotisch bepflanzten Garten. Für Gruppen werden Besuche mit Einführung und geführtem Rundgang angeboten; Buchungsbedingungen können sich ändern. Wer sich für regionale Erzeugnisse interessiert, kann bei der Boerderij Op Den Hoek in De Mortel Käse kaufen und Hofführungen oder Käseverkostungen buchen. Die Wijngaard By Ypma in De Rips bietet Weinbergführungen mit Verkostungen von Weißweinen wie Peeldorpje cuvee und Jungske. Für Führungen und Verkostungen empfiehlt es sich, die Verfügbarkeit vorab zu bestätigen.
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