Bei Ebbe zeigen sich die Gezeitenbecken von Ouwerkerk am Fuß des Deichs. In ihnen bleibt Wasser zurück, in dem sich Unterwasserleben der Oosterschelde beobachten lässt, ohne nass zu werden. Wer gerade wegen dieses Einblicks kommt, richtet den Besuch an der Ebbe aus: Die Gezeiten bestimmen, wann die Becken sichtbar werden und die Beobachtung möglich ist.
Natur und Wasser im Krekengebied
Das 140 Hektar große Naturgebiet Krekengebied Ouwerkerk wurde nach dem Deichdurchbruch von 1953 an Staatsbosbeheer übergeben. Viele Singvögel wie Fitis und Zilpzalp brüten hier. Außerdem lassen sich Eisvögel, Schwäne, Spechte, Haubentaucher und Greifvögel beobachten. Damit stehen im Gebiet unterschiedliche Naturbeobachtungen im Mittelpunkt: vom Blick auf brütende Singvögel bis zur Suche nach weiteren Vogelarten.
Auch auf dem Wasser gibt es Möglichkeiten: In den Gewässern des Krekengebieds können Sie Kanu fahren oder Stand-up-Paddling betreiben. Wer angeln möchte, kann dort mit einer Genehmigung Aal und Forelle fangen. Die Genehmigung ist dabei eine konkrete Voraussetzung für diese Aktivität. An der Tauchstelle Zuidbout gelten andere Bedingungen: Um sie zu erreichen, muss man ein gutes Stück über den Pier gehen, denn das Wasser ist nahe am Ufer sehr flach.
Watersnoodmuseum und Caissons
In Ouwerkerk befindet sich das Watersnoodmuseum in Caissons, mit denen nach der Watersnoodramp große Deichlücken geschlossen wurden. Ihre Funktion ist damit eng mit der Geschichte des Ortes verbunden. Das Museum bietet außerdem eine spezielle Jugendroute durch die Ausstellung mit einem begleitenden Aufgabenheft. Wer sich für diese Route interessiert, findet so ein eigenes Angebot für Jugendliche neben dem allgemeinen Museumsbesuch.
Mit der kostenlosen WATERgezicht-App des Museums können Sie eine Audiotour durch die Caissons machen. Zusätzlich enthält die App Routen für Spaziergänge und Fahrradtouren in der Umgebung. Die Audiotour und die Routen sprechen unterschiedliche Interessen an: Sie können sich den Caissons per Audio widmen oder die Umgebung zu Fuß beziehungsweise mit dem Fahrrad erkunden. Ein geräumiger Parkplatz liegt direkt vor dem Museum.
Für eine Essenspause ist Het Vijfde Caisson eine weitere Möglichkeit: Dort können Besucher zu Mittag essen oder auf der geräumigen Terrasse etwas essen, auch ohne das Museum zu besuchen. Der Besuch des Museums ist also keine Voraussetzung, um dort einzukehren.
Dorfgeschichte und Erinnerungsorte
Ouwerkerk gilt als ältestes Dorf auf Schouwen-Duiveland und ist wahrscheinlich im 11. Jahrhundert entstanden. Bei einem Besuch können Sie zur neuen Friedhofsanlage gehen und am Watersnoodmonument innehalten. Das Monument und das Museum setzen unterschiedliche Akzente: Hier steht das persönliche Innehalten am Denkmal im Vordergrund, während im Museum die Caissons auch durch ihre Funktion beim Schließen der Deichlücken Bedeutung erhalten.
Für die Planung Ihres Aufenthalts lohnt es sich, diese verschiedenen Schwerpunkte auseinanderzuhalten: Die Gezeitenbecken sind an die Ebbe gebunden, im Krekengebied stehen Vogelbeobachtung und Aktivitäten auf dem Wasser zur Wahl, und das Museum sowie das Watersnoodmonument bieten unterschiedliche historische Anknüpfungspunkte. So können Sie Ouwerkerk nach den Themen auswählen, die Sie besonders interessieren.
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