Die Wallen van Retranchement verbinden eine präzise historische Zeitangabe mit einer heutigen Landschaft: 1604 wurden sie während des Achtzigjährigen Krieges als Verteidigungsanlage errichtet. Heute bilden sie ein etwa 27 Hektar großes Naturgebiet mit abwechslungsreicher Landschaft.
Verteidigung und Grenzgeschichte
Um 1643 entstand Fort Berchem als Redoute Berchem an der Stelle des verschwundenen Forts Terhofstede. Das Fort wurde 2010 auf Grundlage archäologischer Untersuchungen rekonstruiert. Von der Oude Zeedijk aus führt eine Zugbrücke zum Fort Berchem. Zugangsbedingungen können sich ändern; beachten Sie daher die Hinweise vor Ort. Zusammen mit den Wallen ergibt sich eine Abfolge vom Bau im Jahr 1604 über die Redoute um 1643 bis zur Rekonstruktion 2010.
Die Drieling van Retranchement besteht aus drei Grenzpfählen in einer geraden Linie, die die niederländisch-belgische Grenze markieren, und gilt als einzigartig in den Niederlanden. Die beiden Hinweis-Grenzpfähle wurden 135,5 Ellen von der tatsächlichen Grenze entfernt aufgestellt; ein dritter Pfahl mit der Nummer 364 kam 1869 hinzu. Die 135,5 Ellen bezeichnen den Abstand der beiden Hinweis-Grenzpfähle zur tatsächlichen Grenze; die drei Pfähle bilden zugleich eine Reihe, die die Grenze markiert.
Wandern und Natur
Zwei Wanderangebote lassen sich anhand ihrer Bezugspunkte unterscheiden. Die Route über die Wallen führt an Kopfweiden, Grenzpfählen und Bunkern vorbei; ein Abschnitt verläuft vom Picknickplatz an der Dorpstraat zum Fort Nassau und ist mit Holzpfählen markiert. „Wandelen langs ’t Zwin“ führt von Cadzand-Bad nach Retranchement und passiert das Naturgebiet Het Zwin. Dieses besondere Naturgebiet umfasst Schlickflächen, Salzwiesen und Dünen. Mit etwas Glück sind an den Wallen Laubfrösche zu hören. Die eine Route setzt also Wegpunkte auf den Wallen, die andere verbindet ihre beiden Orte mit einer Passage durch Het Zwin.
An der Molenstraat gibt es einen unbefestigten Parkplatz für Autos und Fahrräder an der Wanderroute über die Wallen van Retranchement. Auf den Wanderwegen der Wallen sind Hunde angeleint erlaubt. In Bereichen mit frei laufenden Kühen dürfen Hunde auch angeleint nicht mitgeführt werden. Die Vorgaben für diese Bereiche können sich ändern; beachten Sie daher vor Ort die Hinweise.
Baukultur und weitere Planungspunkte
In der Dorpsstraat 16 in Retranchement steht die Niederländisch-Reformierte Kirche, ein bescheidener Saalbau. Lisenen sind schmale, senkrechte Wandvorlagen; hier verstärken sie die Wandflächen. Bogenfenster, Walmdach und Dachreiter gehören ebenfalls zur Architektur des Gebäudes.
Im Jahresbericht der Stiftung aus dem Jahr 2023 wird die ehemalige niederländisch-reformierte Kirche in Retranchement als Ort für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen und Vorträge genannt. Das konkrete Programm kann sich ändern; prüfen Sie daher Termine vor der Reise, wenn Sie gezielt eine Veranstaltung besuchen möchten.
Molen Retranchement an der Molenstraat ist eine Getreide- und Schälmühle aus dem Jahr 1818 und zählt zu den ältesten Bockwindmühlen der Niederlande. Zum Ladepunktenetz für E-Bikes in West-Zeeuws-Vlaanderen gehört auch eine Ladesäule in Retranchement.
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