Von Burg Güssing reicht der Blick über die Stadt, zum Ramsargebiet Güssinger Fischteiche und weit in die ungarische Tiefebene. In Güssing stehen Burg- und Familiengeschichte neben Auswanderungserinnerungen und Naturthemen. Für die Planung gibt es damit verschiedene Schwerpunkte: Ausstellungen und Krypta setzen einen kulturellen Akzent, während Rundwanderweg und Naturpark andere Möglichkeiten für die Zeit im Freien eröffnen.
Burg Güssing: Ausstellung und Ausblick
Die Dauerausstellung „Der Pelikan über Güssing“ präsentiert in neun Räumen die Geschichte der Familie Batthyány und der Burg. Die Ausstellung ist auf Deutsch, Ungarisch und Englisch gestaltet. So lässt sich der Besuch mit einem Blick auf die Geschichte des Hauses und der Burg verbinden. Ein Schrägaufzug ermöglicht einen komfortablen Zugang zur Burg, ohne den steilen Aufstieg bewältigen zu müssen. Der Ausblick von dort umfasst die Stadt, die Güssinger Fischteiche im Ramsargebiet und die ungarische Tiefebene – eine weite Perspektive auf die benannten Landschaftsräume.
Kloster, Krypta und Stadtgeschichte
Das Franziskanerkloster wurde 1648/49 von Adam Graf Batthyány I. gestiftet. Zu seinen besonderen historischen Bezügen zählen eine Bibliothek mit 3.500 Büchern und die Krypta der Franziskanerkirche und des Klosters Güssing. Dort befindet sich die letzte Ruhestätte der Grafenfamilie Batthyány. Nach der Kapuzinergruft in Wien ist sie die zweitgrößte Familiengruft Österreichs. Gründungsgeschichte, Bibliothek und Krypta geben dem Kloster jeweils einen eigenen Bezug zur Geschichte der Familie Batthyány.
Das Auswanderer-Museum dokumentiert die Auswanderung Tausender Burgenländer, vor allem in die USA, zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es befindet sich im Gebäude der alten Hofmühle. Dort ist auch der zweite Teil der Ausstellung untergebracht, der dem Güssinger Mundartdichter Josef Reichl gewidmet ist. Reichl beschrieb in seinen Werken das Schicksal der Grenzlandbewohner. Zusammen vermitteln die beiden Ausstellungsteile unterschiedliche Perspektiven: auf Auswanderung und auf literarische Beschreibungen des Lebens im Grenzland.
Kulturprogramm und Spuren von Carolus Clusius
Das Kulturzentrum Güssing besteht seit 1977 und bietet auf mehreren Bühnen und in Veranstaltungsräumen ein breites Programm. Dort werden alljährlich bekannte Musicals aufgeführt. Wenn ein Musical für Ihre Reiseplanung wichtig ist, prüfen Sie vor der Anreise das aktuelle Programm; die jährliche Aufführungstradition nennt noch keinen konkreten Veranstaltungstermin.
Auch der Botaniker Carolus Clusius ist in Güssing Thema. Sieben über die Stadt verteilte Tafeln erzählen von seinem Leben, Wirken und seiner Bedeutung. Die Beete entlang der Carolus-Clusius-Stationen ergänzen diesen botanischen Bezug mit jahreszeitlich unterschiedlichen Pflanzen, die Clusius entdeckte oder katalogisierte. Die Tafeln stellen seine Person in den Mittelpunkt; bei den Beeten verändert sich der gezeigte Pflanzenbestand je nach Jahreszeit.
Rundwanderweg und Naturpark
Der Rundwanderweg um das Ramsargebiet Güssinger Fischteiche lädt zu sanftem Naturgenuss ein und informiert über die Naturjuwelen des Gebiets. Damit unterscheidet sich dieser Weg in seinem Schwerpunkt von den Ausstellungen und historischen Schauplätzen: Im Vordergrund stehen die Natur des Ramsargebiets und ihre Vermittlung. Von der Burg lässt sich die Landschaft über Stadt und Fischteiche bis zur ungarischen Tiefebene überblicken; der Rundwanderweg bietet einen eigenen Zugang zum Gebiet.
Für ausgedehnte Wanderungen oder Radtouren durch den Naturpark in der Weinidylle ist Güssing ein Ausgangspunkt. Diese regionale Orientierung ergänzt die örtlichen Themen um längere Touren in der Natur, ohne dass eine bestimmte Route oder Streckenlänge vorausgesetzt wird. Wer zwischen Kultur und Bewegung abwägt, findet somit unterschiedliche Ansätze für die Zeit in Güssing: Burg, Ausstellungen und Krypta auf der einen, Rundwanderweg und Naturpark auf der anderen Seite.
Besuchszeiten der Burg
Das Burgmuseum Güssing ist 2026 vom 14. März bis zum 31. Oktober dienstags bis sonntags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet; letzter Einlass ist um 16:30 Uhr. Prüfen Sie vor der Anreise den Zeitplan für Ihren Besuch, insbesondere wenn Sie außerhalb dieses angegebenen Zeitraums reisen.
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